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30.01.2021 | 14:23 | Ernährungsgewohnheiten 

Essen im Lockdown: Zwischen Kochlust und -frust

Nürnberg - Auch aus kulinarischer Sicht ist der Lockdown für viele eine Herausforderung.

Selbst gekocht?
Die Corona-Pandemie prägt unser Leben - auch wie und was wir essen. Wird Kochen zum unausweichlichen Trend? (c) proplanta

Am Wochenende in einem Restaurant ein leckeres Menü genießen oder in der Mittagspause mit der Kollegin in der Kantine beisammen sitzen geht nicht mehr. Wer nicht ständig den Lieferservice bestellen will, muss selber für sich sorgen - und das zum Teil neben Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung. Doch Essen ist mehr, als nur satt werden. Bleibt das Lebensgefühl auf der Strecke?

Kochen oder zumindest Essen selbst zubereiten, das müssen in der Corona-Krise alle häufiger. Viele Menschen haben jetzt aber auch mehr Zeit und Lust, neue Rezepte auszuprobieren und mit Zutaten zu experimentieren. Das zeigt auch ein Blick in die sozialen Medien, wo sich Influencer stolz mit ihren Kreationen präsentieren. Während im ersten Lockdown Bananenbrot und Sauerteigbrot zu den großen Foodtrends zählten, ist jetzt das Tortilla Sandwich der Renner auf Instagram und Tiktok.

Kein Wunder, denn Kochen ist noch eines der wenigen Hobbys, mit dem man sich die vielen öden Abende ohne Kino, Theater oder Party vertreiben kann. So gaben in einer repräsentativen Studie für den Kochbox-Lieferanten «Hellofresh» 42 Prozent der 1.000 Befragten in Deutschland und Österreich an, dass Kochen gegen den Alltagsfrust in der Corona-Krise helfe. Gleichzeitig sagten die Teilnehmer aber auch, dass es ihnen von Tag zu Tag schwerer falle, Inspirationen für neue Gerichte zu bekommen.

Die Nachfrage nach Kochbüchern und Kochseiten im Internet ist dementsprechend groß. Deutschlands größter Buchhändler Thalia spürt vor allem mehr Interesse an gesunder, nachhaltiger und regionaler Ernährung. Beliebter als vor der Pandemie seien auch Bücher mit aufwendigen und zeitintensiven Rezepten, sagte eine Sprecherin.

Gleichzeitig boomen Online-Kochkurse . Die Münchner Plattform Miomente, die in ganz Deutschland Kochkurse veranstaltet, bietet diese seit Spätsommer auch digital an. «Wir sehen auf jeden Fall, dass es ein höheres Interesse gibt, selber zu kochen und weil man jeden Tag Zuhause ist, auch mal was anderes zu zaubern», sagt Geschäftsführerin Sabine Engel. Gut gebucht seien vor allem Kochkurse mit exotischer Küche oder wenn es um etwas gehe, das komplizierter sei wie Sushi oder Macarons.

Das Restaurant nach Hause holen - ist zwar nicht ganz so stimmungsvoll wie Essengehen, aber stilvoller als der zurzeit oft genutzte Lieferservice. Viele Restaurants bieten während des Lockdowns hochwertige Menüs zum Abholen an. So auch die Mobile Kochkunst in Nürnberg, die jeden Freitag ein Wochenend-Paket mit Salat, Suppe, Hauptgericht mit Fleisch und Beilagen sowie einen Nachtisch schnürt.

«Die meisten sind froh, dass sie mal Abwechslung bekommen», sagt Besitzerin Gabriele Hussenether. In ihrer Kochschule bringt sie normalerweise viele Menschen an einer Tafel zusammen. Deshalb findet sie, dass beim Menü to go allerdings das Wesentliche fehle: Das Erlebnis, zum Essen irgendwohin zu gehen und mit Leuten zusammen zu kommen.

Familien essen dagegen jetzt zwangsläufig häufiger zusammen. Doch für die Eltern können die gemeinsamen Mahlzeiten in puren Stress ausarten, weil sie nun neben Arbeit, Kinderbetreuung und Homeschooling auch noch regelmäßig kochen müssen - natürlich möglichst gesund und abwechslungsreich, was die Kinder aber nicht immer zu schätzen wissen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät deshalb zu mehr Gelassenheit. «Jeden Tag eine warme Mahlzeit ist zwar wünschenswert, aber nicht zwingend nötig, um sich ausgewogen zu ernähren», sagt Geschäftsführerin Kiran Virmani.

Dass das Mittagessen in der Schule zurzeit wegfällt, trifft vor allem ärmere Familien hart. Normalerweise bekommen deren Kinder das Essen dort kostenlos. Gleichzeitig seien Hilfsangebote wie die Tafeln geschlossen oder nur noch eingeschränkt vorhanden, kritisiert Michael David von der Diakonie Deutschland. Die Hartz IV-Sätze seien aber zu gering, um allein damit ein Kind gut zu ernähren.

Für Kinder unter 14 Jahren seien für das Essen monatlich 80 Euro vorgesehen. Am Tag seien das weniger als 3 Euro. «Das Problem wäre einfach zu lösen, wenn der Betrag, der normalerweise an den Schul-Caterer geht, jetzt den Familien ausgezahlt wird», sagt er.
dpa
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