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04.01.2020 | 01:43 | Volkskrankheit 

Mehr Diabetes-Kranke in fast allen Altersgruppen

Düsseldorf - Der Anteil der Diabetes-Kranken ist in Nordrhein-Westfalen innerhalb von zehn Jahren in fast allen Altersgruppen deutlich gestiegen.

Diabetes-Risiko
Viel Zucker, viel Fett, viel Salz und wenig Sport - bei diesem Lebensstil können die Blutzuckerwerte schnell aus der Balance geraten und Diabetes begünstigen. Auch in NRW sind die Behandlungszahlen deutlich gestiegen. (c) proplanta

Am drastischsten zeigt sich der Zuwachs der Fälle zwischen 2008 und 2017 um fast 61 Prozent bei den 40- bis 44-Jährigen. Das geht aus einer am Freitag in Düsseldorf veröffentlichten Antwort des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) auf eine Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Die oft schleichende Ersterkrankung an Diabetes mellitus Typ 2 zeige sich überwiegend ab dem mittleren Erwachsenenalter, heißt es in der Antwort. 

Insgesamt ist demnach fast jeder Zehnte in NRW, ebenso wie bundesweit, an Diabetes erkrankt. Lediglich in der Altersgruppe bis vier Jahre konnte ein weiterer Rückgang der ohnehin niedrigen Fallzahlen verbucht werden.

Diabetes, auch Zuckerkrankheit genannt, gehört zu den chronischen Stoffwechselerkrankungen - früher oft tödlich, heute sehr gut behandelbar. Die seltenere Form, Typ 1, ist durch einen Mangel an Insulin gekennzeichnet. Der inzwischen zur Volkskrankheit entwickelte Typ 2 entsteht durch eine mangelhafte Insulinwirkung an den Körperzellen, wodurch nicht genug Zucker aus dem Blut ins Gewebe gelangen kann.

Die 80- bis 84-Jährigen stellen dem Bericht zufolge mit 32 Prozent die größte Altersgruppe der Diabetes-Patienten in ambulanter Behandlung. Riskant sei ein längerfristig unentdeckter oder unzureichend kontrollierter Diabetes, stellte der Gesundheitsminister fest. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung oder Fußamputationen könnten die Folgen sein.

Abgeleitet von einer bundesweiten Untersuchung des Robert-Koch-Instituts sei bei 18- bis 79-Jährigen in NRW jährlich von etwa 270.000 unerkannten Fällen von Diabetes mellitus Typ 2 auszugehen.

Die Zahl der jemals von den Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW dokumentierten Fußamputationen bei Diabetikern liege bei rund 6.900 von über einer Million Patienten. Die Zahl der in ihren Programmen betreuten diabetesbedingt erblindeten Patienten wurde mit 3.272 beziffert.

Ausgehend von Modellrechnungen äußerte das Gesundheitsministerium die Einschätzung, dass in NRW knapp 42.000 von fast 202.000 Sterbefällen über 40-Jähriger im Jahr 2017 mit Diabetes in Verbindung gebracht werden könnten. Nicht bei allen Fällen stelle allerdings «Diabetes das für den Tod ursächliche Grundleiden dar».

Als Todesursache sei Diabetes 2017 in der offiziellen NRW-Statistik 4.902 Mal genannt worden. Im Zehn-Jahresvergleich sei dies ein deutlicher Zuwachs um 32 Prozent. Allerdings könne das teilweise auch auf veränderte Zählweisen zurückgeführt werden. NRW-Daten zur Lebenserwartung von Diabeteserkrankten hatte das Ministerium nicht.

Mehr Sicherheit und Lebensqualität für Betroffene sei von der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu erwarten - etwa durch Tele-Ärzte, die die Daten ihrer Patienten auf diesem Wege engmaschig überwachten und ihnen somit auch Krankenhausaufenthalte ersparen könnten. NRW fördere die Telemedizin bereits, betonte Laumann.

Er sehe keine Notwendigkeit für einen landesweiten Diabetes-Beauftragten, antwortete er der SPD. NRW sei auf diesem Feld «in vielfacher Hinsicht bereits sehr breit und gut aufgestellt». Die Landesregierung setze vor allem darauf, einen gesunden Lebensstil zu vermitteln, denn Fehlernährung mit zu viel Zucker, Fett und Salz sowie Bewegungsmangel und Übergewicht spielten hier eine große Rolle.

Überdurchschnittlich häufig müssen Patienten dem Bericht zufolge in einigen Ruhrgebietsstädten, in Leverkusen und Mönchengladbach sowie in den Kreisen Heinsberg, Düren, Siegen-Wittgenstein und im Märkischen Kreis wegen Diabetes behandelt werden. Bei solchen Besonderheiten können demnach auch sozioökonomische Faktoren eine Rolle spielen.

Mehrere Untersuchungen in Deutschland zeigten, dass Menschen mit niedrigem Sozialstatus häufiger an Diabetes erkrankten. Internationale Studien deuteten allerdings darauf hin, dass dies bei Diabetes mellitus, Typ 1, umgekehrt sein könnte.

«Der Gesundheitsminister macht sich einen schlanken Fuß, wenn er die Hauptaufgabe darin sieht, einen gesunden Lebensstil zu vermitteln», kritisierte die SPD-Abgeordnete Angela Lück. «Menschen mit Diabeteserkrankung oder hohem Diabetesrisiko sind oft auch Menschen mit hohem Armutsrisiko. Sie brauchen weitaus mehr Unterstützung.»

Neben der Bekämpfung der Armut müsse auch die Zucker-Lobby in die Mangel genommen werden, forderte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Josef Neumann.
dpa/lnw
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