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07.04.2020 | 13:15 | Zeckensaison 
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Mehr Zecken in 2020 - Tipps zum Schutz

Bonn - Die letzten zwei trockenen Jahre haben den Wäldern sehr zugesetzt, die Zecken hingegen haben davon profitiert. Die milden Temperaturen führen zu hohen Zahlen bei den einheimischen Zecken und zur Verbreitung neuer Arten.

FSME-Risikogebieten
(c) proplanta

Kritisch ist die hohe Zahl deshalb, weil Zecken eine Vielzahl von Krankheiten übertragen können. Am meisten werden Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Gegen Borreliose gibt es bislang keinen wirksamen Impfschutz. Bundesweit tragen laut Robert-Koch-Institut zwischen 5 und mehr als 35 Prozent der Zecken Borrelien in sich. Im Schnitt beträgt die Wahrscheinlichkeit, sich nach einem Zeckenstich mit Borrelien zu infizieren, 1,5 bis 6 Prozent. Entscheidend ist hier schnelles Entfernen, da sich die Erreger im Mitteldarm der Zecke befinden und erst nach 12 bis 24 Stunden auf den Menschen übergehen. Wenn sich ein roter Kreis um den Zeckenstich zeigt, sollte man zum Arzt gehen. Diese sogenannte Wanderröte kann auch erst einige Tage oder sogar Wochen später auftreten.

Gegen die FSME kann man sich durch eine Impfung schützen. Die FSME ist eine Hirnhautentzündung, die zu bleibenden neurologischen Schäden, psychischen Veränderungen und sogar zum Tod führen kann. Deshalb rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Menschen, die sich beruflich oder privat oft in ausgewiesenen Risikogebieten aufhalten und Risikogruppen wie ältere, chronisch kranke Menschen zur Impfung. Ganz Süddeutschland sowie Gebiete in Hessen und Thüringen gehören zu den FSME-Risikogebieten.

Wer Urlaub in den beliebten Urlaubsländern Österreich, Skandinavien oder Norditalien macht, sollte sich ebenfalls impfen lassen. Eine weitere Gefahr ist die Verbreitung und das Überleben neuer Zeckenarten, die durch den Klimawandel begünstigt werden. So verbreitet sich vom Osten her die Auwaldzecke immer weiter nach Deutschland, die beim Menschen Fleckfieber und bei Hunden Malaria auslösen kann. Die Hyalomma-Zecke kommt wahrscheinlich mit den Zugvögeln zu uns. Mit bis zu zwei Zentimetern ist sie nahezu dreimal so groß wie ihr europäischer Verwandter. Außerdem besitzt sie auffällig helle, braun-gelb gestreifte Beine. In den Tropen gilt sie als Erreger des Hämorrhagischen Fiebers. Hier ein paar Tipps, wie Sie ohne Zeckenbiss durch das Jahr kommen und Sie jeden Aufenthalt im Wald genießen können:

1. Aufenthaltsort der Zecke meiden

Wer auf den lichten und vegetationsarmen Waldwegen bleibt, reduziert den Zeckenkontakt erheblich. Vermeiden Sie Gebüsch, Unterholz oder ungemähte Wiesen! Rasten Sie nicht am Waldrand, an Heuhaufen und im dichten Unterholz! Eine erwachsene Zecke kann bis zu 1,50 Meter hoch klettern. Meistens ist sie aber in Knie- bis Hüfthöhe zu finden. Entgegen der weit verbreiteten Meinung klettern Zecken nicht auf Bäume und lässt sich von dort auf das Opfer fallen.

2. Tragen Sie geschlossene und helle Kleidung!

Die Haut sollte größtenteils bedeckt sein. Feste Schuhe oder Gummistiefel, lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln machen es den Zecken schwer. Auf heller Kleidung erkennt man Zecken schneller.

3. Schützen Sie sich durch Zeckenschutzmittel!

Neben käuflichen Zeckenschutzmitteln gibt es auch Naturstoffe wie z.B. Lavendel- und Nelkenöl, die das Risiko eines Zeckenbefalls vermindern können. Lavendelöl sollte dafür auf Schuhe und Strümpfe geträufelt werden.

4. Suchen Sie nach dem Spaziergang

Ihre Kleidung und Ihren Körper nach Zecken ab! Während der Zeckensaison sollte nach einer Wanderung möglichst schnell die Kleidung und der ganzen Körper, besonders die Kniekehlen, Achselhöhlen und im Schritt abgesucht werden und Kleidungsstücke, vor allem Strümpfe, gewechselt werden. Zecken krabbeln auf der Kleidung und suchen nach freier Haut und warmen Körperstellen. Aber Vorsicht: Junge Zecken sind sehr klein (0,5 mm) und zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen.

5. Besondere Regeln für das Entfernen

Je schneller man die Zecke vom Körper entfernt, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Nie die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Creme vor dem Entfernen ersticken, sondern die Zecke mit einer Zeckenzange, Zeckenschlinge, Zeckenkarte oder den Fingernägeln entfernen. Man packt die Zecke dabei an ihrem Saugrüssel unmittelbar an der Hautoberfläche und hebelt sie vorsichtig heraus. Ein Quetschen der Zecke muss vermieden werden, da sich sonst das Infektionsrisiko erhöht. Die Stichstelle sollte danach gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden.

6. Schützen Sie Ihre Haustiere!

Am besten schützen Sie die Tiere durch entsprechende Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt. Wenn nicht, sollten Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nach einem Aufenthalt im Freien unbedingt auf Zecken absuchen.
sdw
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Kommentare 
Michael Bröker schrieb am 09.06.2020 08:04 Uhrzustimmen(3) widersprechen(0)
Die Auwaldzecke Dermacentor reticulatus verursacht bei Hunden keine Malaria. Gemeint ist wohl die Babesiose, auch Hundemalaria genannt.
Babesien befallen rote Blutkörperchen, ähnlich den Plasmodien, die Malaria verursachen.

Mir erscheint eine klare Differenzierung angebracht, um eine Falschinformation zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen Michael Bröker


Dr. Michael Bröker
Pappelweg 30
35041 Marburg

TEL 06421 32804
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