Mittwoch, 08.02.2023 | 14:29:29
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
17.09.2021 | 01:16 | Speisepilze mit Cäsium 

Pilze immer noch radioaktiv belastetet

Salzgitter - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) macht Sammler auf radioaktiv belastete Pilze in Wäldern aufmerksam.

Speisepilze
Bundesamt für Strahlenschutz weist auf radioaktiv belastete Pilze hin. (c) proplanta
Vor allem in Süddeutschland wiesen einige Pilzarten stark erhöhte Mengen des radioaktiven Isotops Cäsium-137 auf, heißt es im aktuellen Pilzbericht, über den das BfS am Donnerstag informierte. «Das radioaktive Cäsium stammt noch immer aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl vor 35 Jahren», erklärte Präsidentin Inge Paulini.

«Gelegentlich auch höher belastete Pilze zu verzehren, ist zwar nicht verboten. Dennoch sollte man sich über die üblicherweise stärker belasteten Pilzarten informieren und sie im Wald stehen lassen, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden», sagte Paulini.

Das Umweltbundesministerium empfiehlt nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen. Von größeren Mengen ginge jedoch nicht unmittelbar ein gesundheitliches Risiko aus, sagte eine Sprecherin des BfS.

Hohe Cäsium-Werte seien unter anderem bei Maronenröhrlingen, gelbstieligen Trompetenpfifferlingen und verschiedenen Schnecklingsarten gemessen worden, hieß es. Unbedenklich seien etwa der Blutende Wald- sowie Zuchtchampignons.

Stärker belastet seien Pilze vor allem in Regionen, in denen nach der Atomkatastrophe überdurchschnittlich viel Cäsium abgelagert worden sei, heißt es in einer Mitteilung des Bundesamtes. Das waren laut dem Pilzbericht vor allem Gebiete im Süden Bayerns wie der Bayerische Wald. Aber auch das Osnabrücker Land sowie Teile entlang der Leine zwischen Hannover und Göttingen, entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg und bei Lübeck waren betroffen.

Die Belastung sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Vereinzelt würden aber weiterhin Werte von 4.000 Becquerel gemessen. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Pilze im Handel liegt bei 600 Becquerel.

Nach BfS-Angaben hat der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 3.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm eine Belastung von 0,008 Millisievert zur Folge. «Dies entspricht der Strahlenbelastung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria», schreibt das Bundesamt.
dpa
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Sorge vor Atomunfall steigt

 Hochsaison für Winterpilze

 Südwesten freut sich über gute Pilzsaison

 Giftinformationszentrum meldet 437 Fälle mit Verdacht auf Pilz-Vergiftung

 Pilze in Bayern immer noch radioaktiv belastet

  Kommentierte Artikel

 Holz ist ab 2030 keine nachhaltige Energiequelle mehr

 Wird das Mindesthaltbarkeitsdatum abgeschafft?

 Butterpreise geraten ins Rutschen

 Östliche EU-Staaten beklagen günstiges Getreide aus der Ukraine

 30 Prozent Ökolandbau spart Umweltkosten von 4 Milliarden Euro

 Energieminister erwartet Tausende neue Windräder in Niedersachsen

 Biokraftstoff-Ausstieg: Widerspruch zu Klimazielen der Bundesregierung?

 Kommunen sollen Anspruch auf Gewinn aus Windkraft bekommen

 Klimaschutzdebatte: FDP fordert von Grünen Offenheit für Kernenergie

 Kaufzurückhaltung belastet Gemüsebauern im Südwesten