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27.11.2012 | 14:38 | Leberproduktion 

Umstrittene Gänseleber bleibt im Weihnachtsgeschäft beliebt

Straßburg - Der umstrittene weihnachtliche Festschmaus Gänseleber bleibt auch in Krisenzeiten bei Feinschmeckern beliebt. Die gilt für den Konsum in Frankreich wie auch für das Exportgeschäft.

Gänse
(c) proplanta

Die französische Leberproduktion lag mit 19.900 Tonnen 2011 etwa ein Prozent über der des Vorjahres. Dieses Wachstum sei im Vergleich zu früheren Jahren mit vier bis fünf Prozent Zunahme bescheidener, doch bleibe Gänseleber in den Augen der Franzosen ein «klassisches Produkt der Gastronomie», sagte am Montag die Sprecherin des französischen Fachverbandes und des Straßburger Unternehmens Feyel-Artzner, Patricia Houdebert.

Das Weihnachtsgeschäft ist dabei mit fast 70 Prozent die wichtigste Verkaufsperiode. Die Gänse- oder Entenleber gehört zum Festschmaus in Frankreich - so wie Champagner, Austern und die Cremerolle «Bûche de Noël» zum Nachtisch.

Die Spanier sind nach wie vor wichtigste Kunden im Exportgeschäft. Sie haben 2011 verarbeitete Leberprodukte im Wert von 29,4 Millionen Euro importiert, gefolgt von Belgien, Japan und der Schweiz. Deutschland rangiert an vierter Stelle mit Importen im Wert von 4,6 Millionen Euro.

Die französische Delikatesse Foie gras gilt in Deutschland als Produkt von Tierquälerei, weil Enten und Gänse mit Stopftrichtern überfüttert werden. In Deutschland ist das Stopfen von Gänsen und Enten - wie in vielen anderen EU-Staaten auch - verboten. Angesichts des freien EU-Binnenmarkts muss der Import und Verkauf von Foie gras aber weiter zugelassen werden. Bestimmte Supermarkt-Ketten in Deutschland und der Schweiz haben allerdings nach Kundenprotesten die umstrittenen Produkte aus ihren Regalen verbannt.

Frankreich ist mit 73 Prozent der Weltproduktion wichtigster Hersteller verarbeiteter Gänse- und Entenleber. Aufgezogen und gemästet werden Gänse und Enten hauptsächlich in Bulgarien mit 2.600 Tonnen gefolgt von Ungarn mit 2.400 Tonnen. (dpa)
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Kommentare 
Isabella Bölt schrieb am 29.11.2012 00:10 Uhrzustimmen(78) widersprechen(82)
Ein verabscheuungswürdiges Produkt, dass verbannt gehört. So viel Leid zum Fest der Liebe, das muss aufhören.
DietrichS schrieb am 28.11.2012 16:06 Uhrzustimmen(58) widersprechen(97)
Vor den EU-Bürokraten graust es mir bloß. Sie haben es versäumt, akzeptable Tierschutz-Standards in das Regelwerk einzubauen. Vor rücksichtslosen Geschäftemachern kriecht man liebedienerisch auf dem Bauch. Unsere eigene Regierung, die sich dümmlichst darauf eingelassen hat, ist auch nicht besser. Angesichts der verfahrenen Situation heben wir nur die Möglichkeit, immer wieder auf die Brutalität der Stopfleber-Produktion hinzuweisen und Geschäfte, die Stopfleber anbieten, ausnahmslos zu boykottieren.
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