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10.02.2021 | 00:04 | Virenforschung 

Corona-Rückverfolgung führt zu Fledermäusen

Wuhan - Die Spur zu den Ursprüngen des Coronavirus Sars-CoV-2 führt allen Erkenntnissen nach zu Fledermäusen.

Virenforschung
Wo kam das Coronavirus Sars-CoV-2 her? Die Antwort ist politisch heikel. So interpretieren chinesische und internationale Wissenschaftler erste Ergebnisse einer WHO-Untersuchung zum Ursprung des Erregers auch recht unterschiedlich. (c) Eisenhans - fotolia.com

Einen Laborunfall halten Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für «extrem unwahrscheinlich». Nach Untersuchungen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan, wo im Dezember 2019 erstmals Infektionen mit dem neuen Virus entdeckt worden waren, gab es aber wenig greifbare Ergebnisse.

WHO-Teamchef Peter Ben Embarek sagte am Dienstag vor Journalisten in Wuhan, der «wahrscheinlichste Weg» der Übertragung auf den Menschen sei von Fledermäusen ausgehend über ein anderes Tier als Zwischenwirt.

Die Ermittlungen gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern vor Ort hätten das Bild vom Beginn der Pandemie nicht dramatisch verändert, aber es gebe nun ein besseres Verständnis, sagte Embarek. «Wir haben jetzt gutes Material, um verschiedene Wege auszukundschaften.»

Nach zwei Woche in Quarantäne, in denen sie ihre Visite vorbereiteten, hatten sie Krankenhäuser, Institute, Labore und auch den Huanan-Markt besucht, wo erste Infektionen erfasst worden waren.

«Wie das Virus auf den Markt gekommen ist und sich verbreitet hat, ist weiterhin unklar.» Es könne über Tiere, Produkte oder auch Menschen gekommen sein. Die niederländische Virologin Marion Koopmanns sah einen «Eintrittspunkt», da auf dem Markt mit wilden Tieren gehandelt worden sei. Einige Händler hätten Tiere besessen, die als Träger von Coronaviren bekannt seien oder verdächtigt würden. Hier könne eine Rückverfolgung ansetzen.

Es gab in Wuhan allerdings auch Ansteckungen, die nicht mit diesem Markt, sondern mit anderen Märkten oder auch gar nicht mit Märkten in Verbindung gebracht wurden, wie die Wissenschaftler hervorhoben. Sie hätten aber keine Beweise für einen größeren Ausbruch «in Wuhan oder anderswo» vor Dezember 2019 finden können, sagte Embarek.

Die Ermittlungen der WHO-Experten folgten erst nach langem Tauziehen mit der chinesischen Seite. Die Suche nach der Herkunft des Erregers gilt als politisch heikel, da China befürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Nach offiziellen Statistiken haben sich bereits mehr als 100 Millionen Menschen weltweit infiziert. Mehr als 2,3 Millionen sind demnach an den Folgen gestorben.

Der Leiter der chinesischen Wissenschaftler in dem Team, Liang Wannian, hob auf der fast dreistündigen Pressekonferenz wiederholt die seit Monaten propagierten chinesischen Thesen hervor, dass das Virus auch aus einem anderen Land gekommen und über tiefgefrorene Lebensmittel nach China eingeschleppt worden sein könnte.

Zwar sind mehrfach Virus-Spuren auf Tiefkühlprodukten gefunden worden, aber den WHO-Wissenschaftlern zufolge gibt es keine Belege dafür, dass sich darüber Menschen infizieren. «Wir wissen, dass das Virus in einem frostigen Umfeld bestehen kann», sagte Embarek. «Aber wir wissen nicht, ob das Virus dann auf den Menschen übertragen werden kann und unter welchen Umständen.»

Wiederholt wurden Widersprüche deutlich, wie die Erkenntnisse der Ermittlungen von den ausländischen Wissenschaftlern und von dem Leiter des chinesischen Teams gesehen werden. Liang Wannian hob hervor, dass nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern nach der Herkunft des Virus gesucht werden müsse. Eine frühere Übertragung vom Tier auf den Menschen anderswo könne nicht erkannt worden sein.

Die Virologin Koopmanns widersprach seiner Darstellung. Es gebe «keine Beweise» für Berichte, die nachträglich auf vermutete Ausbrüche in anderen Ländern vor Dezember 2019 hindeuteten. Solche Informationen seien «unbestätigt».

An den Ermittlungen im Auftrag der WHO waren jeweils 17 Wissenschaftler beider Seiten direkt beteiligt. Sie sind nach WHO-Angaben von rund 1.000 Experten unterstützt worden, die Daten zur Verfügung gestellt und analysiert hätten.

China war für einen anfänglich unzureichenden Umgang mit dem Virus kritisiert worden, hatte aber Ende Januar 2020 strenge Maßnahmen und Einreisebeschränkungen verhängt. Mit Ausgangssperren, Massentests für Millionen Menschen, Kontaktverfolgung und Quarantäne hat China das Virus seither weitgehend in den Griff bekommen. Heute werden nur noch vereinzelt lokal begrenzte Ausbrüche gemeldet. Das Leben und die Wirtschaftstätigkeit haben sich wieder normalisiert.  

Nach den Zweifeln an der Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffes gegen die in Südafrika vorherrschende Virus-Variante wollte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag zur weiteren Vorgehensweise mit Experten beraten.

Südafrika hatte geplante Impfungen mit dem Vakzin wegen der Zweifel vorläufig gestoppt. Aktuell liegen der WHO aber zu wenige Daten vor, um eine Empfehlung für einen Stopp der Verwendung des Impfstoffes auszusprechen.
dpa
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