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16.02.2021 | 16:03 | Coronakrise 

Corona: Wie stark ist die psychische Belastung für Kinder wirklich?

Dresden / Hildesheim / München - Angst vor Überforderung, der Zukunft oder fehlende Motivation: Während der Corona-Pandemie und des Lockdowns sind die Psychologen an Schulen und Universitäten verstärkt gefordert.

Corona psychische Belastung
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Schüler und Studenten müssen sich und ihren Alltag für das Lernen oder Studieren zu Hause neu organisieren. Nicht allen gelingt das. Zudem drohen Vereinsamung, Zukunftsängste und familiäre Probleme. Dann ist der Psychologe gefragt. (c) proplanta

Verglichen mit der Zeit vor Corona seien die Anfragen an die Schulpsychologen zwar nicht häufiger, aber dringender geworden, sagte die Vorsitzende des Berufsverbandes der Schulpsychologen Sachsens, Sabine Randow, bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. «Die Fragestellungen haben sich zugespitzt, neue Themen sind hinzugekommen.» Statistische Erhebungen dazu gebe es jedoch nicht.

Etwa 50 Schulpsychologen kümmern sich ihren Angaben zufolge in Sachsen an den fünf Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau um die seelischen Belastungen von Schülern, Eltern und Lehrern. Die Nachfrage nach Beratung sei hoch, sagte Randow. Es gebe Wartezeiten. Durch den Lockdown würden diese jetzt noch länger.

Randow zufolge fällt es selbst leistungsstarken Schülern schwer, sich beim Home-Schooling zu Hause den Tag richtig einzuteilen, sich zu motivieren und das Lernen nicht immer wieder wegzuschieben, um es schließlich ganz einzustellen.

Die Eltern wiederum fühlten sich überfordert, weil sie das Lernen mit den Kindern mit anderen Verpflichtungen und dem Beruf unter einen Hut bringen müssten. Vor allem bei mehreren Kindern mache ihnen die Fülle des Schulstoffs zu schaffen. «Dann wächst das Gefühl, allein gelassen zu werden.»

Ein Anlass für Stress, Belastungen oder Angst seien immer wieder bevorstehende Prüfungen und die Sorge, ob die Vorbereitung darauf unter den erschwerten Bedingungen ausreichend war, sagte Randow. Vor allem ängstliche Schüler müssten da mit Entspannungstechniken vertraut gemacht werden

Andere Anfragen drehten sich um die richtige Schullaufbahn, welche Schulart nach der vierten Klasse gewählt oder auch ob Klassenstufen wiederholt werden sollten.

Es sei wichtig, Eltern, Lehrern und Schülern genau zuzuhören, sagte Randow. «In Zeiten mit Kontaktbeschränkungen wird das noch bedeutsamer». Es müsse immer ergründet werden, ob im Einzelfall psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfestellung nötig sei.

An den Universitäten und Hochschulen sind die Probleme ähnlich. Studenten klagen über Depressions-Symptome, Antriebslosigkeit, Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Lernalltags, «Aufschiebeverhalten», Zukunftsängste, Beziehungsprobleme, wie Michael Mohr vom Studentenwerk Leipzig berichtete.

Und auch ähnlich wie bei den Schülern: «Durch den Wegfall der üblichen Tagesstruktur, den Vorlesungen, festen Sport- und andere Freizeitterminen, fällt es vielen Studierenden schwer, den Alltag zu bewältigen», sagte Mohr. Zudem fehle vielen der Ausgleich wie der Austausch mit Kommilitonen und Freunden, Sport, Reisen oder auch die Heimfahrt an den Wochenenden.

Der Bedarf an psychologischer Beratung habe sich zwar nicht erhöht, aber verändert, sagte Vicky Loske vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau. Vor allem die Gruppe der Studenten mit leichten Unsicherheiten sei während der Pandemie deutlich gewachsen, die schon nach ein- oder höchstens zweimaligen Beratungen wieder Halt bekämen und keine weitere Unterstützung mehr brauchten. «Das könnte ein Phänomen einer insgesamt unsicheren Zeit sein.» In der Pandemie sei bei vielen Beratungsanfragen das Bedürfnis nach persönlichen Terminen zu spüren.

Die Studierenden machten während der Lockdown-Phasen die Erfahrung, dass es weniger Stellenausschreibungen gibt, Praktika verschoben oder abgesagt und Nebenjobs gekündigt werden. «Daraus ergeben sich finanzielle Probleme, bei denen oft durch Sozialberatung oder die Überbrückungshilfe geholfen werden muss», so Loske.

Es entstehe der Eindruck, dass viele Studenten erst einmal damit beschäftigt seien, das aktuelle Semester zu bewältigen und wenig über die Zukunft nachdenken könnten. «Es ist jedoch schon problematisch, wenn sie  keine Zukunftserwartungen oder -planungen entwickeln.»

Die Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerkes in Dresden verzeichnet nach eigenen Angaben wöchentlich etwa 20 neue Anfragen, obwohl es coronabedingt gar keine «offenen Sprechstunden» gibt. «Der eigentliche Bedarf ist möglicherweise höher», sagte Sabine Stiehler von der Beratungsstelle. Das Spektrum der Anfragen habe sich verändert.

Oft gehe es nicht mehr um «klassische Probleme» wie die Prüfungsangst, sondern um Corona-Folgen, um Homeoffice, Isolation, Platzangst, depressive Verstimmungen, Schlaf- oder Essstörungen, die Partnerschaft, Belastungen durch Familie oder Eltern. Einige zweifelten auch am Sinn ihres Studiums oder hätten Zukunftsangst.
dpa
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