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31.10.2010 | 10:29 | Erneuerbare Energien  

Forschungsförderung für erneuerbare Energien soll deutlich steigen

Berlin - Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Katherina Reiche bezeichnete in ihrer Rede die Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien als zentrale energiepolitische Aufgabe.

Erneuerbare Energien
Nach den Plänen der Bundesregierung soll insbesondere die anwendungsorientierte Forschung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aus dem Sondervermögen "Energie und Klimafonds" im Rahmen des Energiekonzepts deutlich verstärkt gefördert werden.

Katherina Reiche betonte, dass der dafür notwendige Strukturwandel eine tief greifende Modernisierung der Energiewirtschaft verlange. Eine innovative, anwendungsorientierte Energieforschung mit dem Ziel, den erneuerbaren Energien den Weg zur Marktdurchdringung zu ebnen sei hierfür eine wichtige Basis. Damit werde ein wesentlicher Beitrag geleistet, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf wichtigen Zukunftsmärkten auch mittel- und langfristig zu sichern.

Diese Rede hielt sie auf der Jubiläumsfeier des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien, der sein zwanzigjähriges Bestehen feierte. Mit rund 400 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft feierte der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien sein zwanzigjähriges Bestehen auf seiner Jahrestagung "Forschung für das Zeitalter der erneuerbaren Energien" am 11. und 12. Oktober in Berlin unter der Schirmherrschaft des Bundesforschungsministeriums und des Bundesumweltministeriums.

Um die Weichenstellung hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien zu erreichen, haben die Wissenschaftler den Forschungs- und Entwicklungsbedarf in einem Beitrag des FVEE zum 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung vorgestellt und an die Referatsleiter in den Ministerien für Wirtschaft, Umwelt und Forschung übergeben.

Die für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zuständigen Referatsleiter Dr. Knut Kübler vom Bundeswirtschaftsministerium, Karl Wollin vom Bundesforschungsministerium und Kerstin Deller vom Bundesumweltministerium betonten, dass eine deutliche Steigerung der Fördermittel geplant sei. Für das Umweltministerium bedeute dies zum Beispiel, dass zusätzlich zu einem deutlichen Aufwuchs der Fördermittel aus dem Bundeshaushalt bereits im nächsten Jahr 40 Mio. € in Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien fließen sollen. Diese Mittel sollen bis 2015 auf 150 Mio. € aufwachsen.

Prof. Dr. Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik präsentierte die "Vision für ein 100% erneuerbares Energiesystem", das die Institute des Forschungsverbundes im Frühjahr erstellt hatten. Die Studie zeige, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Prof. Dr. Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg wies auf die gegenwärtige Entwicklung hin, die zur Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien in 10 bis 20 Jahren führen könne. Die gegenwärtig notwendigen Investitionen in ein nachhaltiges Energiesystem würden spätestens ab 2030 durch volkswirtschaftliche Gewinne überkompensiert.

Auf der Jahrestagung betonten die Wissenschaftler der Mitgliedsinstitute in ihren Vorträgen, dass die grundsätzlichen Technologien für eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bereits in ganzer Breite entwickelt wurden. Wichtig sei jetzt, diese Technologien zusammen mit Effizienztechnologien und Speichertechnologien reifer, preiswerter und damit fit für den weltweiten ökonomischen Wettbewerb zu machen.

Der wissenschaftliche Tagungsleiter Prof. Dr. Wolfgang Eberhardt vom Helmholtz-Zentrum Berlin bezeichnete das kürzlich vorgestellte Energiekonzept der Bundesregierung als zu zaghaft: "Der Forschungsverbund trägt seit 20 Jahren mit seiner Forschung und Entwicklung der Energietechnologien dazu bei, dass die Vision einer Vollversorgung Deutschlands auf der Basis erneuerbarer Energien zu volkswirtschaftlich tragbaren Kosten bis Mitte des Jahrhunderts verwirklicht werden kann. Den für diesen Weg notwendigen weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarf hat der FVEE in seinem Beitrag zum 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung aufgezeigt."

Prof. Dr. Uwe Leprich vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme prognostizierte, dass die Umstellung zu einer nachhaltigen Energieversorgung mit zunehmenden Konflikten verbunden sein werde. Es müssten jetzt die Weichen gestellt werden, welche Anteile zentraler oder dezentraler Stromeinspeisung realisiert werden können. Die großen Energieversorgungsunternehmen würden sicherlich eher in zentrale Stromerzeugungsanlagen investieren als in dezentrale.

Die forschungspolitischen Sprecher Prof. Dr. Martin Neumann (FDP), Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Sylvia KottingUhl (Bündnis 90/ Die Grünen), begrüßten den Beitrag des FVEE zum 6. Energieforschungsprogramm. Dr. Rossmann rief auf einer Podiumsdiskussion die Wissenschaftler zu einer engagierten Politikberatung auf. Sie sollten ihre Forschungsergebnisse und Szenarien deutlicher in die Politik einbringen, damit die Energiewende in Deutschland Wirklichkeit werde. (idw)
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