Lothar Wieler - Zentrale Figur der Corona-Pandemie
Berlin - Nach rund acht Jahren an der Spitze des Robert Koch-Instituts (RKI) wird der Mikrobiologe und Tiermediziner Lothar Wieler die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung zum 1. April verlassen.
Lothar Wieler: der RKI-Chef als zentrale Figur der Corona-Pandemie. (c) proplanta
Bevor der heute 61-Jährige im März 2015 RKI-Präsident wurde, forschte und lehrte er als Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre an der Freien Universität Berlin. Über einige Jahre war er dort auch Prodekan für die Forschung am Fachbereich Veterinärmedizin.
Promoviert hat der studierte Tiermediziner 1988 am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre der Ludwig-Maximilians-Universität München. Es folgte eine Habilitation im Fach Infektionskrankheiten und Hygiene der Tiere an der Universität Gießen.
Heute lebt der Fan des 1. FC Köln in der deutschen Hauptstadt. Die Jugend verbrachte Wieler im nordrhein-westfälischen Königswinter, wo auch sein Vater Tierarzt war. 1980 ging er dann zum Studieren nach Berlin. Der gläubige Christ ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Vergangenes Jahr verlieh ihm die Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München die Ehrendoktorwürde. Zuvor hatte er eine solche Auszeichnung schon von der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich erhalten.
In der Corona-Pandemie war Wieler eine der zentralen Figuren. Insbesondere zu Beginn informierte er regelmäßig bei Pressekonferenzen über die Entwicklung.
Gegner der Corona-Regeln sahen in ihm ein rotes Tuch und warfen ihm regelmäßig vor, als Tiermediziner angeblich nicht geeignet zu sein, über Maßnahmen zum Infektionsschutz zu bestimmen. Allerdings stützen sich die gesundheitspolitischen Entscheidungen des RKI nicht auf einzelne Köpfe, sondern auf diverse Quellen und unterschiedliche wissenschaftliche Erkenntnisse.