Sonntag, 19.09.2021 | 07:03:12
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
31.05.2020 | 13:15 | Ökologischer Fußabdruck 
 1

Produktionsbedingungen bestimmen Klimaeffekt von Lebensmitteln

Heidelberg - Der Blick auf den Klimaeffekt von Lebensmitteln sagt oft nicht die ganze Wahrheit, denn ob beispielsweise ein Apfel besser für die Umwelt und das Klima ist als eine Ananas, hängt weniger von der Frucht ab, als vielmehr von den jeweiligen Produktionsbedingungen, dem Transport und der Verpackung.

CO2-Fußabdruck Lebensmittel
Bild vergrößern
Saisonal angebautes Obst und Gemüse aus der Region im Schnitt klimafreundlicher als importierte Lebensmittel aus fernen Ländern. (c) proplanta

Das zeigt die neue Studie „Ökologischer Fußabdruck von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“, die das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) durchgeführt hat. Insgesamt bestätige die Studie, dass frisches, saisonal und regional angebautes Obst und Gemüse im Schnitt meist deutlich klimafreundlicher sei als außerhalb der Saison importierte Lebensmittel aus fernen Ländern, erläuterte Studienleiter Dr. Guido Reinhardt vergangene Woche die Ergebnisse.

Belegt werde auch, dass eine Umstellung auf weniger Fleisch und Milchprodukte die wesentliche Stellgröße für eine nachhaltige Ernährungswende darstelle. Überraschend ist laut Reinhardt allerdings, dass Fleisch, Milch und Eier aus der Biolandwirtschaft beim Klimaeffekt in einigen Fällen nicht besser und manchmal sogar schlechter abschnitten als Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft. Die Biobetriebe benötigten nämlich mehr Fläche, da sie geringere Erträge erwirtschafteten; entsprechend würden höhere Hektarzahlen zugrunde gelegt, was zu höheren CO2-Emissionen führen könne.

„Hier zeigt sich, dass der alleinige Blick auf die CO2-Emissionen nicht die ganze ökologische Wahrheit sagt“, betonte der Wissenschaftler. Die etwas höheren Emissionen in der Bioproduktion würden aber durch den deutlich geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, eine nachhaltigere Bodenbewirtschaftung und eine Erhöhung der Artenvielfaltviel mehr als wieder wettgemacht, so Reinhardt. Dies zeige, dass gerade in der Landwirtschaft ein allein auf die CO2-Emissionen eingeengter Blick die ökologische Gesamtbewertung der Produktion stark verfälschen könne.

Hülle oft entscheidender als der Inhalt

Laut Studie schneidet eine per Flugzeug nach Deutschland gelieferte Ananas beim Klimacheck mehr als 25Mal schlechter ab als die gleiche Frucht, die per Schiff kommt. Ähnlich verhalte es sich oft auch bei heimischen Gemüsen wie Champignons, Grünkohl oder Bohnen, wenn sie frisch oder als Konserve in Glas oder Dose im Supermarkt stünden, so Reinhardt. Die Einwegverpackung aus Metall oder Glas habe in vielen Fällen einen größeren Klimaeffekt als das eigentliche Lebensmittel. Das gelte auch für viele Getränke wie Wein und Bier; hier komme es oft mehr auf die Hülle als den Inhalt an.

Daneben spielt es dem Wissenschaftler zufolge auch eine Rolle, auf welchen Flächen die Lebensmittel angebaut werden. Wenn tropische Regenwälder für den Anbau von Palmöl gerodet oder - wie in Deutschland - Moorgebiete für die Landwirtschaft umgewandelt würden, verschlechterten sich die Klimagasbilanzen erheblich, teils bis zur Verdoppelung des CO2-Fußabdrucks. Das Neuartige an der jetzigen Studie sei, dass bei allen Lebensmitteln solche Flächennutzungsänderungen konsequent eingerechnet worden seien.

Klimafreundlich kochen

Im zweiten Teil der Studie hat das ifeu untersucht, wie klimafreundlich verschiedene Gerichte sind. Dabei stechen vor allem einige Lebensmittel mit unerwartet großen Auswirkungen auf die CO2-Emissionen je Portion hervor.

„Rind und Reis haben nicht nur einen hohen Klimaeffekt, sondern benötigen für die Erzeugung zusätzlich sehr viel Dünger und Wasser“, unterstrich Reinhardt. Statt zu Rindfleisch könne man gerade bei Hackgerichten zum wesentlich klimafreundlicheren Schweinefleisch oder zu Sojagranulat greifen, und die Beilage Reis sei oft gut durch Nudeln, Kartoffeln oder Dinkel zu ersetzen. Dies spare nicht nur Klimagase, sondern erzeuge einen nur halb so großen Flächen- und Dünger-Fußabdruck und einen hundertfach geringeren ökologischen Fußabdruck bei Wasser.
AgE
Kommentieren Kommentare lesen ( 1 )
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


Kommentare 
Erwin schrieb am 31.05.2020 22:52 Uhrzustimmen(16) widersprechen(5)
Wieder die "bösen" Rinder. Dabei sind gerade sie es, die den größten Nutzen für uns und die Umwelt bringen. Sie erzeugen unsere Nahrung aus Pflanzen, die wir nicht verdauen könnten. Mehr als ein Drittel der landw.Fläche Deutschlands sind Wiesen. Deren ökologischer Nutzen ist so groß, daß der Staat sogar verbietet, sie umzubrechen. Bevor ich glaube, daß Wiederkäuer klimaschädlich sind, möchte ich die GESAMTE Rechnung sehen! Wieviel trägt die Kuh durch Humusaufbau zum Klimaschutz bei? Wie lange hält sich Methan in der Atmosphäre und was wird später daraus (Halbwertzeit 14 Jahre).
Ich bin davon überzeugt, daß eine Kuh auf Dauer gesehen grundsätzlich so klimaneutral ist wie alle Lebewesen außer dem Menschen. Mit der Beschuldigung der Tierhaltung soll nur davon abgelenkt werden,wie schädlich unsere übrige Wirtschaft ist! Daß man in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung manches ändern könnte, wenn die politischen Rahmenbedingungen es zuließen, ist ein anderesThema
  Weitere Artikel zum Thema

Erdüberlastungstag 2021: Corona-Verschnaufpause zu Ende

  Kommentierte Artikel

Mühlen suchen verzweifelt nach Hartweizen

Agrarminister fordert Aberkennung der Gemeinnützigkeit für Peta

Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft beklagt Kostendruck

2.000 Quadratmeter zum (Über-)Leben?

Zuckerrüben: Zuckerwirtschaft geht von guter Entwicklung aus

Getreideaufkommen auf 42,1 Millionen Tonnen veranschlagt

Mehr Starkregen: Vor allem Städte müssen umdenken

Nur unterdurchschnittliche Getreidernte in Baden-Württemberg 2021

Schwankungen und Starkregen: Schwächere Ernte 2021

Niedersachsen will Abschuss von Wild erleichtern

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt