Mittwoch, 28.07.2021 | 10:19:52
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
20.04.2021 | 06:22 | Corona-Schnelltests 

Wieso sind Forscher kritisch bei Antigentests?

Cottbus - In der Corona-Pandemie sind Schnelltests zum Testen auf eine mögliche Corona-Infektion derzeit sehr gefragt - Forscher sehen deren Nachweistauglichkeit allerdings kritisch.

Corona-Schnelltest
Bild vergrößern
Flächendeckende Tests sollen derzeit dafür sorgen, dass etwa Schulen und Kitas offenbleiben. Forscher sehen die eingesetzten Antigentests allerdings kritisch und setzen auf andere Verfahren. (c) proplanta

Antigenschnelltests, bei denen unterschiedliche Virusproteine nachgewiesen werden, hätten den Nachteil, dass sie wenig sensitiv seien, sagte der Virologe an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), Professor Frank Hufert, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich sehe diese Antigentests sehr kritisch, weil diese es weder in der Leistung bringen noch die Regularien erfüllen.»

Diese Art von Schnelltests könnten das Risiko minimieren - wie effektiv, sei aber unklar, schätzte der Forscher ein. PCR-Tests hingegen hätten eine Verlässlichkeit im Nachweis von nahezu 100 Prozent, weil sie hochgradig sensitiv und sehr spezifisch seien, so der Forscher.

Die Schnelltests auf Antigen-Basis hätten deutliche Schwächen, die Aussagekraft eines Negativtests sei nicht so gut, berichtete auch Forscher PD Dr. med. Andreas Wieser. Der Mediziner leitet das Labor der Covid-19-Forschung am Tropeninstitut der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ein sensitiverer Test wie eine real-time PCR wäre besser. Je mehr man Antigen-Tests einsetze, um sehr mehr könnten auch falsch positive Tests als Ergebnisse vorliegen, so seine Einschätzung.

In Brandenburg gilt seit diesem Montag an eine Corona-Testpflicht für die Schüler im Präsenzunterricht und alle Beschäftigten. Der Zutritt in die Schulen ist dann nur noch Personen gestattet, die an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche jeweils ein negatives Testergebnis vorlegen. Die Antigen-Testungen sollen grundsätzlich zu Hause durchgeführt werden. Sollten Schüler die Testbescheinigung vergessen haben, könnten die Tests nach Angaben des Bildungsministeriums auch an den Schulen durchgeführt werden. Auch das Personal in den Kitas muss sich testen lassen.

Hufert und sein Team haben an der BTU einen molekularen Coronavirus-Schnelltest entwickelt, der ähnlich wie ein PCR-Test funktionieren soll. Hufert selbst bezeichnet ihn als «PCR-Testqualität to go». «Wir arbeiten mit einer Technologie, die Gene nachweist - genau so wie beim PCR-Test».

Sein System basiert ihm zufolge auf einem isothermen Verfahren, es braucht also keine verschiedenen Temperaturen wie ein PCR-Test, der aufgrund des notwendigen energieintensiven Thermocyclings für schnelles und dezentrales Screening vor Ort schwierig umsetzbar ist. «Wir brauchen ein Verfahren, mit dem wir in der Lage sind, sehr schnell einen Schnelltest machen zu können, der genau so gut ist wie der PCR Test und den ich auch in Handygröße einsetzen kann», so Hufert.

So ein entwickelter Test mit PCR-Qualität sei ein «hochinteressantes Konzept», findet Forscher Andreas Wieser. Solche Systeme gebe es auch bereits. In den USA etwa würden transportable PCR-basierte Methoden seinen Angaben zufolge beispielsweise zur Umweltüberwachung eingesetzt, ein Sars-CoV-2-PCR-Test habe auch schon eine beschränkte Notfallzulassung in den USA erhalten.

In der Qualität seien die Test-Geräte, in denen die Analyse gemacht werden, allerdings meist noch nicht so gut wie große Maschinen, schätzte der Forscher ein. Das für die Tests entwickelte Gerät basiere meist auf einem Kartuschen-System. Die Frage sei dabei, wie viele Abstriche vorgenommen werden, da ein Gerät meist nur eine Analyse auf einmal durchführen kann. Mit den neu entwickelten Tests werde die Genauigkeit der Nachweise wahrscheinlich irgendwo zwischen Antigentests und dem «Goldstandard» PCR-Tests landen.

Der Wissenschaftler sieht bei den Testungen noch ein ganz anderes Problem. «Jeder Test ist nur so gut, wie die Probe, die man einführt», gab Wieser zu bedenken. Dieses Problem habe jeder Test. Wenn der Abstrich nicht richtig gemacht werde - etwa von geschultem Personal - könne der Test gut sein, aber trotzdem nicht die erwartete Präzision aufweisen.

Und wie sieht es mit der Genehmigung solcher entwickelter Tests aus? Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gehören diese Art Tests zu den sogenannten In-vitro-Diagnostika (IVD). Ein solches Medizinprodukt muss in Europa - anders als ein Arzneimittel - kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen, wie das Institut mitteilte.

Es durchlaufe ein sogenanntes Konformitätsbewertungsverfahren, an dessen Ende die sogenannte CE-Kennzeichnung steht. Damit erklärt der Hersteller, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt. Für die Tests zur Laienanwendung müssen die Hersteller vorher Prüfstellen wie Tüv oder Dekra hinzuziehen. Es müsse nachgewiesen werden, dass die Produkte die einschlägigen Sicherheits- und Leistungsanforderungen erfüllten.
dpa/bb
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Corona-Pandemie: Merkel mahnt Bevölkerung weiter zur Vorsicht

Planungen für Weihnachtsmärkte laufen an

Wie viele Corona-Mutanten kommen noch?

Debatte um Inzidenz: Werden andere Parameter wichtiger?

Corona-Spätfolgen: Können Leitlinien Ärzten bei der Behandlung helfen?

  Kommentierte Artikel

Dramatische Klimaänderungen zu beobachten - Weltklimarat legt neuen Bericht vor

Flächenverbrauch mit schuld an Hochwasserkatastrophe?

Fast die Hälfte der globalen Lebensmittelverluste fällt in der Landwirtschaft an

Vegane Ernährung - ein Luxusproblem

Natürliche Randstreifen an Gewässern steigern Insektenzahl erheblich

Gute Getreideernte in Schleswig-Holstein erwartet

Söder fordert bundesweite Solar-Pflicht für Neubauten

Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte steigen deutlich

Kaum Harzer Käse aus dem Harz?

Hemmt Bürokratie Umstellung auf Öko-Landwirtschaft?

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt