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25.05.2011 | 15:55

EHEC-Ausbrüche in Deutschland

Das Bakterium Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) hat in den vergangenen Jahren in Deutschland immer wieder für Durchfallerkrankungen gesorgt. Schwere Verläufe wie Nierenversagen (HUS) waren aber eher selten.

Enterohämorrhagische-Escherichia-coli (Foto: Niedersächsisches Gesundheitsamt)
Seit Anfang der 90er Jahre ist EHEC im Visier der deutschen Gesundheitsforscher. Die Ursachen für die Infektionen blieben aber oft unklar. Seit 2001 ist es Pflicht, EHEC dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) zu melden.

1977: Der EHEC-Erreger wird das erste Mal international beschrieben. In den USA lassen sich mehr als die Hälfte der Ausbrüche auf Lebensmittel zurückführen, darunter Rinderhackfleisch in Hamburgern. Auch Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisierter Apfelsaft und roh verzehrtes grünes Blattgemüse wie Sprossen und Spinat sind im Ausland für Erkrankungswellen verantwortlich.

1988: Eine der EHEC-Varianten, die für schwere Krankheitsverläufe wie HUS verantwortlich sind (E. coli O157), wird erstmals in Bayern entdeckt und beschrieben. Sie trifft vor allem Kinder. Es findet sich aber keine gemeinsame Infektionsquelle. Der Buchstabe O von O157 steht für Oberflächenantigen.

1995/96: In Bayern häufen sich erneut HUS-Fälle bei Kindern.

1999: Bei einem bayerischen Kleinkind wird die Quelle einer EHEC-Infektion gefunden. Der Junge hatte regelmäßig die kleinen Pferde der Nachbarn gestreichelt. In deren Kot fand sich der gleiche Erregerstamm. Inzwischen gelten für Streichelzoos und Bauernhöfe mit Publikumsverkehr spezielle Empfehlungen. Kinder sollen sich nach einem Besuch sofort die Hände gründlich mit warmen Wasser und Seife waschen. Essen und trinken sollten sie nur fern der Tierställe.

2001: EHEC taucht erstmals gleichzeitig in mehreren Bundesländern auf, darunter in einer Mutter-Kind-Kurklinik, einem Krankenhaus und drei Kitas. Forscher finden keine klare Ursache, halten aber ein überregional vertriebenes Lebensmittel für wahrscheinlich. Die Gründe für die Zunahme der EHEC-Fälle vermuten Experten in Veränderungen bei der Lebensmittelindustrie und in weiträumigeren Handelsstrukturen.

2002: Aus Niedersachsen und Bayern werden EHEC-Infektionen bei zehn Kindern gemeldet, bei sechs Patienten kommt es zu HUS-Komplikationen. Ein Kind stirbt an den Folgen der Infektion. Einen Hinweis auf eine gemeinsame Ansteckungsquelle gibt es trotz langer Suche nicht.

2003: In Süddeutschland wird eine ungewöhnliche Zunahme von EHEC-Erkrankungen registriert. Bei 48 Menschen wird HUS diagnostiziert, sechs sterben. Die Ursache bleibt Forschern ein Rätsel.

2006: In einem niedersächsischem Ferienlager bekommen 110 Kinder und
10 Betreuer schwere EHEC-Durchfallerkrankungen. Alle hatten Rohmilch von einem nahen Bauernhof getrunken. Heute gibt es die Empfehlung, Milch nicht roh, sondern nur wärmebehandelt zu trinken. Die Abgabe von Rohmilch und Rohrahm oder nicht ausreichend erhitzter Milch ist in Gemeinschaftseinrichtungen untersagt.

2010: Dem RKI werden insgesamt 65 HUS-Fälle übermittelt, zwei Patienten sterben. Nur 6 Betroffene waren älter als 18 Jahre.

Mai 2011: Seit der zweiten Maiwoche erkranken ungewöhnlich viele Menschen in Deutschland an schweren EHEC-Formen. Betroffen sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen. Auch das gilt als untypisch. (dpa)
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