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Montag, 27.09.2021
Gehalts-Check: Was verdient man im Agribusiness?

Seit über 50 Jahren durchlebt die deutsche Landwirtschaft einen grundlegenden Strukturwandel. Wachsende Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft sind die Ursache. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt innerhalb der Agrarbranche ist derzeit besser denn je. Der Fach- und Führungskräftemangel zeigt seine Wirkung und dreht den Personalbereich des Agribusiness vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt. Das aufstrebende Agribusiness bietet attraktive Berufschancen für gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte.

Der Mangel besteht vor allem an qualifizierten Mitarbeitern, die aufgrund der wachsenden Internationalisierung neben expliziten Fachkenntnissen auch zunehmend sowohl Sprach- als auch interkulturelle Kompetenzen mitbringen müssen. Im Kontakt mit Großkunden werden außerdem ein sicheres, verbindliches Auftreten und kommunikative Fähigkeiten erwartet. Da in wachsenden Unternehmen auch weitere Soft Skills wie Eigeninitiative und Konfliktfähigkeit gefordert werden, besteht in diesen Bereichen häufig Nachholbedarf. Bei diesen Forderungen wird im Zusammenhang mit dem Fach- und Führungskräftemangel eine Kluft zwischen Anforderung und Wirklichkeit deutlich.

Sowohl die Ausbildung des Nachwuchses als auch die Besetzung der Positionen mit fachfremdem Personal gewinnen an essentieller Bedeutung. Wie sich die derzeitige Marktlage auf die Gehälter im Agribusiness auswirkt, zeigt eine aktuelle Vergütungsstudie der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung.

Bei den dargestellten Gehältern handelt es sich ausschließlich um die fixen Bruttojahresgehälter – d.h. ohne mögliche variable Gehaltsbestandteile. Die Höhe des Bruttojahresgehalts ist in der Regel von mehreren Faktoren abhängig. Deshalb wurden die Gehälter der verschiedenen Positionen in Abhängigkeit von der jeweiligen Teilbranche des Agribusiness, der Berufserfahrung, der Unternehmensgröße und des Unternehmensumsatzes untersucht.

Ein Querschnitt durch die verschiedenen Positionen, unabhängig von der Branche und der Größe des Unternehmens, zeigt wohin die Reise geht: Die Spannbreite der Gehälter im Median ist erheblich. Die meisten Mitarbeitergehälter bewegen sich auf der Einstiegsstufe in einer Spanne zwischen 40.000 und 45.000 €. Mitarbeiter in Leitungspositionen verdienen zwischen 70.000 und 80.000 € pro Jahr. Der Gehaltsunterschied zwischen Mitarbeit und Leitung fällt in manchen Bereichen, wie in der Personalabteilung oder im Vertrieb, besonders hoch aus.
Einkommen Agraringenieur

Bruttojahresgehälter im Median; Quelle: Vergütungsstudie im Agribusiness, Dr. Schwerdtfeger Personalberatung


Geschäftsführer mittelständischer Agrarunternehmen dürfen sich über ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 110.000 € freuen. Der Vergleich zu anderen Branchen zeigt, dass sie in der Agrar- und Ernährungsbranche damit im unteren Mittelfeld liegen. Sie verdienen im Median besser als Geschäftsführer im Dienstleistungsbereich, allerdings schlechter als in der Automobilbranche, der Konsumgüterbranche, in Logistik und Transport sowie im Maschinen- und Anlagenbau.

Bei Tätigkeitsbereichen mit regelmäßigem Kundenkontakt, wie dem Vertrieb, gehören Zahlungen für Verkaufserfolge zur Gesamtvergütung dazu. Diese können im Schnitt ca. 20 bis 30 % des Gesamtjahresbruttogehaltes ausmachen.

Eine besondere Stellung im Unternehmen nimmt das Key Account Management ein. Es betreut Großkunden und hat damit einen wesentlichen Einfluss auf den Vertriebserfolg. Üblicherweise werden diese Positionen von erfahrenen Vertriebsmitarbeitern bekleidet. Vom Gehalt und von der Stellung her kann diese Position mit einer Leitungsposition verglichen werden.

Den Aufgabenbereich des Produktmanagements definiert jedes Unternehmen für sich selbst. Die Überschneidungen mit der Produktentwicklung, dem Vertrieb und dem Marketing sind hier fließend und tendieren mal stärker zu dem einen - mal stärker zu dem anderen Bereich. Von Produktmanagern werden deshalb besondere Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten gefordert. Auch hier finden sich meist Mitarbeiter, die über gute Vertriebserfahrungen „im Feld“ bzw. am Kunden verfügen. Abhängig vom Einsatzgebiet und Erfahrung verdient ein Mitarbeiter im Produktmanagement zwischen 27.600 und 75.000 € Bruttojahresgehalt. Im Median sind es 45.000 € pro Jahr. Im Vergleich zu einer Leitungsposition sind das im Mittel 42 % weniger Gehalt.

(c) Dr. Clemens Schwerdtfeger
Dr. Clemens Schwerdtfeger
 
Im Vergleich zur Vergütungsstudie 2012 für den Nordwesten sind die Gehälter insgesamt in einigen Positionen leicht gestiegen, wohingegen sie in anderen Positionen vereinzelt gesunken sind. Dabei können zusätzliche Vergütungsarten sowohl in Form von variablen Vereinbarungen, Provisionen und Tantiemen als auch in Form von Firmenwagen oder Sachbezügen diese Entwicklung beeinflussen.

Tantiemezahlungen sind überwiegend der Geschäftsführungsebene vorbehalten. Weit verbreitet sind inzwischen jedoch variable Vereinbarungen, die an die Erreichung persönlicher Ziele, sogenannter Zielvereinbarungen zwischen dem Unternehmen und dem Arbeitnehmer, gebunden sind. Zielvereinbarungsgespräche stellen den Mitarbeiter in die Selbstverantwortung und führen, wenn sie richtig gemacht sind, zur Motivation und verbunden damit auch zu höheren Leistungen.

Lohnzusatzleistungen – durch gezielte Mitarbeitermotivation das Unternehmen stärken

Neben den guten Arbeitsbedingungen und dem Betriebsklima ist die geldwerte Zusatzleistung ein Schlüssel zur Mitarbeitermotivation. Branchenübergreifende Untersuchungen beweisen, die 30 führenden Unternehmen sind auch führend bei Zusatzleistungen für ihre Mitarbeiter. Eine hohe Unternehmensbindung ist die Folge.

Für das Unternehmen ergeben sich durch diese Maßnahme bei geschickter Vorgehensweise keine höheren Arbeitgeberkosten und Mitarbeiter profitieren insofern, als bestimmte Kosten, die sie normalerweise von ihrem Nettogehalt zahlen müssten, vom Verzicht auf das Bruttogehalt gedeckt werden (bsp. Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge etc.).

Mehr Netto vom Brutto

Aufgrund stetig steigender Steuern und Sozialabgaben ist in den vergangenen Jahren für viele Unternehmen die Nutzung verschiedener steuerfreier oder pauschal versteuerter Vergütungsmöglichkeiten noch stärker in den Fokus gerückt.

Dazu zählen unter anderem Tankgutscheine, Warengutscheine, betriebliche Kommunikationsgeräte, Kindergartenzuschuss,  Vermögensbeteiligungen  oder andere Sachbezüge.

Die Tatsache, dass nach wie vor viele Agrarunternehmen in ländlichen Regionen angesiedelt sind, zeigt wie wichtig auch die Betrachtung der Lebenshaltungskosten für die Bewertung von Gehaltsstrukturen ist. In ländlichen Regionen sind die Lebenshaltungskosten bis zu 40 % günstiger. Für eine Familie mit Kindern ergibt sich mit 40.000 € Jahresgehalt hier oftmals mehr Lebensqualität als mit 50.000 € Jahresgehalt in Ballungszentren.

Die Standortattraktivität beim Arbeitnehmer wechselt oftmals mit den verschiedenen Lebensepochen. Neben all den finanziellen Forderungen darf jedoch ein wesentlicher Punkt nicht in Vergessenheit geraten: Nicht allein der monetäre Verdienst entscheidet über die Mitarbeiterzufriedenheit. Der gute Ruf eines Unternehmens, ausreichend Entscheidungsfähigkeit, die Möglichkeit zu Weiterbildungsangeboten sowie die Kompatibilität des Berufs mit dem Privatleben spielen am Ende des Tages eine viel entscheidendere Rolle. (Dr. Schwerdtfeger)

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