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30.05.2014 | 07:50 | Hanfkonferenz 
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Hanfindustrie wächst weltweit

Wesseling - Es war die weltweit größte Hanfkonferenz seit 20 Jahren.

Hanf
(c) proplanta

Mehr als 200 führende Experten aus Hanfforschung und -industrie aus 39 Ländern - von Investoren, Landwirten bis zu Produzenten von Endprodukten - zelebrierten am 21. und 22. Mai gemeinsam die „11th International Conference of the European Industrial Hemp Association (EIHA)“ in Wesseling am Rhein. Die Rekordbeteiligung steht dabei im Einklang mit dem Wachstum der Industrie.

Die weltweite Anbaufläche erreichte im Jahr 2011 etwa 85.000 ha, davon ca. 60.000 ha für Fasern (vor allem China und Europa) und 25.000 ha für Samen (vor allem Kanada, China und Europa).

Im laufenden Jahr 2014 werden in der EU ca. 17.000 ha Nutzhanf angebaut, die größte Anbaufläche seit 10 Jahren, mit einem steigenden Anteil für die Samenproduktion. Nutzhanf wächst heute in mindestens 13 Mitgliedsstaaten.

Der Industriehanf wird für seine starken Fasern geschätzt. Sie finden zunehmend Verwendung in der europäischen Automobilindustrie zur Verstärkung von Kunststoffteilen im Fahrzeuginneren, als umweltfreundliches Dämmmaterial im Hausbau und als Anzuchtvlies für Kresse. Hanffaser-Zellulose wird seit vielen Jahrzehnten wegen seiner Nass-Reißfestigkeit für Zigarettenpapier genutzt. Hanfschäben, der verholzte Kern des Hanfstängels, werden als Tiereinstreu, Gartenmulch und in Verbindung mit Kalk als Baumaterial sowie für leichte Spanplatten eingesetzt.

Hanfsamen und -öl stellen hochwertige Lebensmittel dar, reich an wichtigen Mineralien und Vitaminen und mit einem für Menschen und Tiere außergewöhnlich hochwertigem Fettsäurespektrum (90% mehrfach ungesättigte Fettsäuren); sein Protein ist ausgewogen und leicht verdaulich. Die Nährstoffzusammensetzung entspricht den aktuellen Trends in der Lebensmittelwissenschaft und -vermarktung.

Die Samenproduktion für den Lebens- und Futtermittelmarkt zeigt weltweit das stärkste Wachstum: In Kanada werden im Jahr 2014 36.000 ha (+25%) Hanf für die Samenproduktion angebaut und für 2015 werden sogar 50.000 ha (+28%) erwartet. 95% der 18.000 t Samen (Ernte 2014) gehen in den Lebensmittelmarkt, vor allem in die USA.

Aber auch in Europa wurde mit 9.000 t im Jahr 2013 eine neue Rekordproduktionsmarke erreicht. Zusammen mit den Importen aus China erreichte auch der Verbrauch in Europa mit 17.900 t einen neuen Rekord. Im Gegensatz zu Nordamerika werden 80% der Hanfsamen als Fisch- und Vogelfutter genutzt und nur 20% gehen in den Lebensmittelsektor.

Mit der beginnenden Hanffaserproduktion in Kanada und den USA, wo nach und nach in allen Bundesstaaten der Nutzhanfanbau legalisiert wird, werden in den nächsten Jahren neue Rekorde erwartet - für Hanfsamen wie auch für Hanffasern.

Sobald Hanffasern global verfügbar sein werden - in Europa, China und Nordamerika - werden sie immer attraktiver für die global agierende Automobilindustrie. Zudem werden europäische Hanffasern vermutlich die ersten Naturfasern weltweit sein, die eine Nachhaltigkeitszertifizierung aufweisen können. Vorstand und Mitgliederversammlung der „European Industrial Hemp Association (EIHA)“ beschlossen eine Zertifizierung nach dem gut etablierten ISCC PLUS Schema so bald wie möglich durchzuführen.

Neben den Fasern, Schäben und Samen kommt in diesem Jahr ein weiteres Thema hinzu: Cannabidiol (CBD), ein Nebenprodukt des Industriehanfs weist ein hohes therapeutisches und finanzielles Potenzial ohne relevante Nebenwirkungen auf

Das wohl bekannteste Cannabinoid THC, welches für psychotrope und mehrere pharmazeutische Wirkungen verantwortlich ist, ist in nur sehr geringen Konzentrationen in Industriehanf vorhanden (<0,2%). In den letzten Jahren stieg jedoch das Interesse am therapeutischen Potenzial eines anderen Cannabinoids, das keine psychotropen Wirkungen hat und selbst in hohen Dosen keine relevanten Nebenwirkungen verursacht: Cannabidiol (CBD) ist das wichtigste Cannabinoid des Industriehanfs und kommt in Konzentrationen im Bereich von 0,5 bis 2% im oberen Drittel der Pflanze vor.

Es birgt Potenzial für die therapeutische Anwendung bei einer Vielzahl von Krankheiten und Symptomen, wie etwa Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Psychosen, Epilepsie, Dystonie, Diabetes, Krebs, Entzündungserkrankungen, Alzheimer, Hauterkrankungen, Hepatitis, Fettsucht sowie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätssyndrom). CBD kann parallel zu den Hanffasern und -schäben genutzt werden, was somit ein zusätzliches Einkommen bedeutet.

Viele Wissenschaftler, Unternehmen und Landwirte zeigen zunehmendes Interesse am medizinischen und finanziellen Wert dieses Cannabinoids. Wenige Eckdaten zeigen, warum CBD so interessant ist und die Phantasie von Investoren und Landwirten beflügelt: Als Nebenprodukt der industriellen Nutzung von Hanf für Fasern und Samen können etwa 3 kg CBD pro Hektar aus den Blüten, Blättern und Stängeln extrahiert werden. Der Marktpreis von CBD liegt heute zwischen 20.000 und 30.000 €/kg. Auch mit Kosten für die Ernte, das Trocknen und die Extraktion verbleiben attraktive zusätzliche Einnahmen für den Hanfbauern. (Pd)
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Kommentare 
Markus schrieb am 02.06.2018 10:19 Uhrzustimmen(15) widersprechen(9)
Guter Artikel. Hätte einen Vorschlag: Man müsste nur einen Claas Lexion 780 terra trac etwas ummodifizierten. Ein Geringhoff Maispflücker vorne und ein Förderband durch die Maschine installieren und den Hexler hinten ausbauen. Dann könnte man die volle Länge der Hanffasern und die wertvollen Samen gleichzeitig an einem hinter dem Ernter angeschlossenen Ladewagen einsammeln, und den Ladewagen auf den Hof fahren. Mit einer stationären Dreschmaschine könnten dann die Hanfsamen gewonnen werden und die 6-8 Meter langen Hanffasern könnten dann weiterverarbeitet werden zu Tuch, Motorhaubendämmung, Seilen und vielen weiteren Produkten. Weil der Industriehanf momentan gehexelt wird, müssen heutzutage Baumwollfasern dazugefügt werden, damit man Tuch spinnen kann oder Dammmaterial damit herstellt.
Proplanta schrieb am 27.08.2015 18:53 Uhrzustimmen(148) widersprechen(85)
Weitere Infos: http://news.bio-based.eu/eiha-2014/
Blackmonday schrieb am 26.08.2015 10:58 Uhrzustimmen(120) widersprechen(119)
Guter Artikel. Können Sie mir bitte Ihre Quellen für die Zahlen über die Anbaufläche 2014 nennen? MFG
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