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06.06.2019 | 03:22 | Getreidemarkt 

Getreidepreise 2019: Wie geht's weiter?

Schwäbisch Gmünd - Die Welt blickt auf eine solide Getreideversorgung. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit einem deutlichen Aufbau der Welt-Getreideendbestände auf ein Niveau von 650 Mio. t zum 30.06.2018 folgt mit 2018/19 erstmals wieder ein Getreidewirtschaftsjahr, in welchem die Weltgetreidebilanz ein leichtes Defizit aufweist.

Getreidemarkt 2019
(c) proplanta

Laut Maischätzung des USDA steht einer Erzeugung von 2.124 Mio. t ein Verbrauch von 2.138 Mio. t gegenüber. Entsprechend wird zum 30.06.2019 von einem leicht rückläufigen Endbestand auf 627 Mio. t ausgegangen. Aber schon in der kommenden Saison 2019/20 soll es wieder eine positive Getreidebilanz geben.

Derzeit wird die Ernte 2019/20 auf 2.203 Mio. t bei einem Verbrauch von 2.182 Mio. t geschätzt. Der aktuelle stock-to-use-ratio, also das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, beläuft sich für 2018/19 auf solide 29,3 %. Daran soll sich auch in der Saison 2019/20 praktisch nichts ändern.

Im Maibericht 2019 schätzt die EU-Kommission die EU-Getreideernte 2018 inzwischen auf 290,1 Mio. t. Der Verbrauch wird mit 287,4 Mio. t knapp darunter gesehen. Die Drittlandexporte werden auf nur 31,7 Mio. t beziffert und liegen damit weit unter den Spitzenjahren 2014/15 und 2015/16, als die EU mehr als 50 Mio. t Getreide exportierte.

Die Endbestände liegen mit 48,0 Mio. t etwa auf Vorjahresniveau (47,6). Aufgrund der extremen Trockenheit im nordeuropäischen Raum fiel die Ernte zwar deutlich unterdurchschnittlich aus, die aber eher schwachen Exporte aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks aus Russland (große Ernte) und den USA (Handelsstreit USA/China) führten dazu, dass in der EU die Knappheit an Getreide nur phasenweise zu spüren war.

Mit 29,4 Mio. t wird voraussichtlich nahezu genau so viel Getreide importiert, s dass die Endbestände sogar marginal wachsen werden. Und dies trotz eines knappen Selbstversorgungsgrades von 100,9 %.

Erste Schätzungen für das Jahr 2019/20 weisen deutlich optimistischere Zahlen aus. Die Kommission geht 2019 von einer EU-Getreideernte in Höhe von 311,4 Mio. t aus. Abzuwarten bleiben die weiteren Entwicklungen in Sachen Brexit. Ggf. werden die Zahlen in den nächsten Monaten entsprechend zu korrigieren sein.

Das 2. vorläufige Ergebnis der Ernte 2018, veröffentlicht durch das Statistische Bundesamt im Oktober, weist eine Getreideernte ohne Mais von nur 34,6 Mio. t (Vj. 41,0) aus. Mit Mais wird die Erntemenge auf 38,0 Mio. t (Vj.: 45,6) beziffert. In Summe bedeutet das, dass Deutschland bei einem Jahresverbrauch von 43 bis 44 Mio. t 2018/19 erstmals seit langem wieder Nettoimporteur von Getreide ist.

Erste Prognosen für 2019/20 skizzieren eine deutliche Erholung. In seiner dritten Schätzung vom Mai geht der DRV von einer Getreideernte in Höhe von 47,22 Mio. t aus.

Futtergerste



Entsprechend dem Trend an den Warenterminbörsen bei den Getreidenotierungen haben die Futtergerstenpreise seit Jahresbeginn deutlich verloren.

Die Nennungen liegen aktuell mit 17,20 €/dt knapp 1,50 €/dt unter dem Niveau von Anfang Februar. Im Moment ist eine leichte Befestigung der Preise auf diesem Niveau zu beobachten. Dies dürfte v.a. seine Ursache im Schweinemarkt haben. Dort haben die Preise für Ferkel und Schlachtschweine außergewöhnlich zulegen können, nachdem China aufgrund der grassierenden Afrikanischen Schweinpest am Weltmarkt massiv als Importeur für Schweinefleisch auftritt.

In Summe gilt weiter: Die Erntemenge in der EU lag nach den Maizahlen der EU-Kommission für 2018 mit 56,0 Mio. t deutlich unter den Ergebnissen der Spitzenjahre 2014/15 und 2015/16 mit jeweils mehr als 60 Mio. t. Gleichzeitig sind aber auch die Exporte auf 7,0 Mio. t eingebrochen, so dass die Endbestände im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht auf 6,2 Mio. t steigen werden. In den ersten Schätzungen für die Ernte 2019 wird von einer Gerstenernte von 60,7 Mio. t ausgegangen.

Für Deutschland bezifferte das Statistische Bundesamt in seiner 2. vorläufigen Schätzung im Oktober den Wintergerstenanbau 2018 auf 1,219 Mio. ha (Vj. 1,227) und die Erntemenge auf 7,395 Mio. t (Vj. 9,02). Allerdings soll sich dies in 2019 auch wieder ändern.

Der DRV geht in seiner Maischätzung davon aus, dass in Deutschland knapp 12 Mio. t Gerste (Vj. 9,6) gedroschen werden könnten. Bei dieser insgesamt nicht allzu angespannten Versorgung bleibt abzuwarten, wie nachhaltig sich der Aufschwung im Schweinmarkt auf die Gerstenpreise auszuwirken vermag.

Brotweizen



Weltweit wird die Weizenernte 2018/19 auf 731,6 Mio. t geschätzt (Vj. 762). Bei einem Verbrauch von 735,1 Mio. t werden damit die Endbestände zum 30.06.2019 voraussichtlich moderat auf 275 Mio. t (stock-to-use-ratio = 37,4 %) sinken. Für die EU taxierte die EU-Kommission die Weizenernte 2018 in ihrer Maischätzung auf 137,2 Mio. t, das sind 13,5 Mio. t weniger als im Vorjahr.

Zwar fiel damit die Weizenernte in der EU schwach aus. Aber auch die Exporte (22 Mio. t) waren rückläufig, während die Importe stiegen, sodass sich die Endbestände letztlich mit 13 Mio. t noch auf moderatem Niveau bewegen. Für die Ernte 2019 werden wieder 152,1 Mio. t Weizen, und damit eine deutliche Entspannung der Situation, erwartet.

In Deutschland wurde 2018 mit 20,26 Mio. t sehr wenig Weizen gedroschen (Vj. 24,48). Ursachen waren ungünstige Aussaatbedingungen (Nässe) im Herbst 2017 sowie die anhaltende Trockenheit, besonders ausgeprägt im Norden und Osten des Landes. Erste Prognosen zur Ernte 2019 deuten auf Entspannung hin. Der DRV erwartet mit 24,3 Mio. t ein zu 2017 vergleichbares Ergebnis.

Die Brotweizenpreise haben seit der Jahreswende, ähnlich wie andere Getreidearten, um rund 2 €/dt auf aktuell 16,50 €/dt nachgegeben und tendieren nun seit Wochen auf diesem Niveau seitwärts. A-Weizen erzielt Prämien um 0,30 bis 0,50 €/dt, E-Weizen um 0,50 bis 1 €/dt.

Terminmarkt Weizen



Der Frontmonat SEP19 in Paris notierte im 2. Halbjahr 2018 zwischen 190 und 200 €/t seitwärts. Die Spitze mit 200,75 €/t Anfang August war nicht zu halten. Die positiven Welt-Weizenbilanzen der vergangenen Jahre, umfangreiche Exporte vom Schwarzen Meer und geringere Weizenexporte der EU sowie die hohen Ernteerwartung für 2019 setzten die Weizenkurse seit Anfang Februar unter Druck.

Aktuell, geschürt von der Angst vor potentiellen Ernteeinbußen durch Trockenheit in Europa, sowie ungünstige und nasse Witterungsbedingungen in wichtigen US-Anbaugebieten, konnte sich der Kurs des SEP19 innerhalb von 2 Wochen von einem Tiefstand bei 168,75 €/t zwischenzeitlich wieder auf 182 €/t erholen.

Im Markt bestehen allerdings Befürchtungen, dass dieser Trend kaum Nachhaltigkeit besitzt. Zu groß sind die Erwartungen an die Welternte und auch witterungsbedingt stehen die Zeichen derzeit eher auf Entspannung. Zwar kann man Katastrophen nicht ausschließen, aber derzeit deuten sich solche auch nicht an. An der CBoT vollzog der Septemberweizen (SEP19) einen ähnlichen Verlauf wie an der MATIF. Innerhalb von 14 Tagen war eine Erholung von einem Tief knapp über 430 US-Cent/bushel auf inzwischen knapp 500 zu beobachten.

Braugerste



Die Sommergerstenernte brachte bundesweit betrachtet im Durchschnitt schwächere Ernteerträge (-10 bis -20 %), gute bis leicht erhöhte Eiweißwerte und ein Vollgerstenanteil von 88 - 92 %. In Summe wurde aber mit 2,2 Mio. t sogar mehr Sommergerste als im Durchschnitt der letzten 5 Jahre (2,16 Mio. t) eingefahren.

Die Versorgung in der EU stellte sich hingegen mit einer Gerstenernte von 56,0 Mio. t (Vorjahr: 58,3) deutlich enger dar als in den Vorjahren. Aus dem Norden, v.a. aus Dänemark, kam deutlich weniger Braugerste als erwartet, wohingegen Frankreich eine eher normale Ernte eingefahren hat.

Die Braugersten-Erzeugerpreise haben seit Jahresbeginn rund 3,50 €/dt eingebüßt. Dies ist nicht zuletzt den sehr schwachen Exportzahlen der EU geschuldet, woraus sich trotz schwacher Ernte sogar ein Anwachsen der Endbestände auf 6,2 Mio. t für das Jahr 2018/19 ergibt.

Auf Großhandelsebene zeigten sich zuletzt in KW 22 die Notierungen in Mannheim (franko Mannheim) mit 20,60 bis 21,30 €/dt sehr schwach. Gegenüber den Notierungen zu Jahresanfang liegen die Werte um gut 5 €/dt niedriger. Inzwischen wird sogar das Vorjahresniveau um rund 1,50 €/dt unterschritten.
LEL Schwäbisch Gmünd
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