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27.01.2013 | 14:53 | Heilpflanzen-Steckbrief 

Baldrian - Beruhigungsmittel aus der Natur

Stuttgart/Hohenheim - Baldrian zählt zu den bekanntesten Heilkräutern. Die Pflanze selbst, die in ganz Europa bevorzugt an feuchten Standorten wächst, ist jedoch wenig bekannt.

Baldrian - Beruhigungsmittel aus der Natur
Echter Baldrian (Valeriana officinalis L.) (c) mane82 - fotolia.com

Baldrian (Valeriana officinalis L.) ist eine kräftige, ausdauernde Pflanze, die über einen Meter hoch werden kann. Der kantige Stängel ist hohl, die Blätter gefiedert und auf der Oberfläche behaart. Von Juni bis August entwickeln sich die doldenartig angeordneten Blüten, die weiß bis rosa gefärbt sind. Die Wurzeln sind walzenförmig und gelblich-braun.

Bereits seit langem wird Baldrian in der Heilkunde geschätzt. Die Hippokratiker setzten ihn schon im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. gegen Frauenleiden ein. Danach fehlte er in keinem Kräuterbuch. Die Wirkung dieser Heilpflanze ist mittlerweile auch belegt. Sie ist nicht nur auf einen bestimmten Wirkstoff zurückzuführen, sondern nur durch die Gesamtheit aller Inhaltsstoffe zu erreichen.

Die Wurzel besteht aus 0,3 - 0,8 % ätherischem Öl, das sich aus Monoterpenen (Borneol, Kampfer) und Sesquiterpenen (ß-Bisabolen) zusammensetzt. Außerdem sind 0,5 - 2 % Valepotriate enthalten, insbesondere Valtrat sowie dessen Abbauprodukt Baldrinal.

In der Volksmedizin ist Baldrian als Nerven- und Beruhigungsmittel (Schlafmittel) bekannt. Baldrian wird oft in Kombination mit Hopfen oder Melisse eingesetzt.

Auch in der Tiermedizin hat die Heilpflanze sich bewährt. Hunde kann man in besonderen Stresssituationen, z. B. an Silvester, Baldrian-Tropfen verabreichen oder die getrocknete Wurzel unter das Futter mischen. Die Dosierung sollte jeoch am besten mit einem Tierarzt abgesprochen werden, da sie von der Rasse, dem Körpergewicht etc. abhängig ist. Auch sollte das Mittel nicht dauerhaft gegeben werden. Besser ist es, die Tiere allmählich an Stress-Situationen zu gewöhnen.

Auf Katzen wirkt Baldrian dagegen ganz und gar nicht beruhigend. Baldrian übt auf die meisten Stubentiger einen schier unwiderstehlichen Duft aus, vergleichbar mit einem verlockenden Aphrodisiakum. Vermutlich wirken die in der Pflanze enthaltenen Alkaloide auf Katzen beiderlei Geschlechts wie Sexuallockstoffe. Manche Katzenbesitzer beträufeln daher gerne das Spielzeug ihrer Tiere mit Baldrian-Tinktur (ohne Alkohol!). Dem Stress des daraus resultierenden rauschähnlichen Zustands sollte man sein Tier jedoch nicht allzu häufig aussetzen. Auch ein Verzehr der Pflanze ist zu vermeiden, da sie für Katzen giftig ist.

Wichtigste Inhaltsstoffe
Ätherische Öle (Valeriansäure), Alkaloide, Harze, Tannine

Ernte
Verwendet werden von Baldrian nur die Wurzeln, wobei zweijährige Pflanzen die meisten Wirkstoffe enthalten. Die Wurzeln werden im Herbst oder Frühjahr ausgegraben, gewaschen und mit einem groben Kamm von kleinen Wurzelfasern befreit. Anschließend zum Trocknen aufhängen. Dabei entwickeln die Wurzeln den typischen Baldrian-Geruch.

Heilwirkung
Baldrian wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Er löst Krämpfe, wirkt antineuralgisch und leicht hypnotisch. Eingesetzt wird er daher bei nervösen Störungen, Angstzuständen (Prüfungsängsten), Herzklopfen und Hypernervosität. Zudem hilft er bei nächtlicher Schlaflosigkeit, bei Störungen in der Menopause sowie bei leichten Bauchkrämpfen. Wer unter nervöser Unruhe leidet, fühlt sich nach der Einnahme von Baldrian nicht müde, sondern eher erfrischt. Baldrianpräparate erleichtern nicht nur das Einschlafen, sondern verbessern auch das Durchschlafvermögen. Bei leichten Schlafstörungen zählt Baldrian zu den beliebtesten pflanzlichen Hausmitteln. Äußerlich wird Baldrian zudem bei Prellungen, Neuralgien und Muskelschmerzen eingesetzt.

Anwendung
Bei den Hausmitteln können die Wirkstoffe leicht zerstört werden, so dass sich eine Anwendung vor allem in Pulver- oder Saftform sowie als Baldriantinktur bzw. Baldriantropfen bewährt hat. Wer Baldrian-Tee selbst zubereiten möchte, übergießt 2 TL zerkleinerte Wurzeln mit 1/4 Liter kaltem Wasser und lässt den Ansatz 10 bis 12 Stunden ziehen. Davon trinkt man nach Bedarf 2-3 mal täglich eine Tasse. Als Aufguss übergießt man 2 TL Baldrianwurzel mit 1/2 Liter kochendem Wasser und lässt dies 10 Minuten ziehen. Dieser Tee sollte jeweils frisch zubereitet werden.

Für ein schlafförderndes Baldrian-Bad setzt man 100 g der Wurzel mit 2 Liter kaltem Wasser an, kocht die Mischung auf und seiht nach 10 Minuten ab. Der Tee wird einfach dem Badewasser zugegeben.

Für die äußerliche Anwendung werden 10 g Baldrianwurzel auf 100 ml Wasser abgekocht. Damit getränkte Kompressen werden auf die betroffenen Stellen aufgelegt.

Ein positiver Effekt auf den Schlaf stellt sich meist nicht sofort nach der ersten Einnahme ein, sondern oft dauert es bis zu zwei Wochen. Im Gegensatz zu vielen chemischen Schlafmitteln bewirkt die Anwendung von Baldrian üblicherweise keine Tagesmüdigkeit. Baldrian sollte nicht gemeinsam mit anderen Beruhigungs-/Schlafmitteln sowie Alkohol eingenommen werden.

Gegenanzeigen
Nebenwirkungen beim Menschen sind nicht bekannt. Bei Hunden wird bisweilen von Durchfall oder Übelkeit durch Baldrian berichtet. Für Katzen ist ein Verzehr der Baldrianwurzel sogar lebensbedrohlich.


Allgemeine Warnhinweise
1. Die hier vorgestellten Rezepte und Hinweise entbinden nicht davon, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
2. Dies gilt insbesondere für akute Krisenfälle, in denen unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden muss, und für länger andauernde Beschwerden.
3. Vor einer Dauerbehandlung mit Heilpflanzen ist unbedingt fachkundige Beratung nötig.
4. Vorsicht bei Allergien - sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.
5. Die vorgestellten Kräuterarten nicht im Übermaß verzehren. Halten Sie sich bei der Einnahme an die angegebene Dosierung.
6. Das Sammeln in freier Natur sollten Sie fachkundigen Personen überlassen. Wenn eine Pflanze nicht eindeutig identifizierbar ist, darf sie nicht als Heilpflanze oder Lebensmittel verwendet werden.
7. Kräuter aus der freien Natur können Verunreinigungen aufweisen. Im Zweifelsfall lieber in der Apotheke kaufen. (proplanta)

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