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23.08.2012 | 12:30 | Ernte 2012 
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Getreideernte 2012 beläuft sich auf insgesamt 43,3 Mio. t

Berlin - Die deutschen Landwirte haben in diesem Jahr eine Getreideernte von 43,8 Millionen Tonnen und eine Rapsernte von 4,4 Millionen Tonnen eingefahren.

Getreideernte 2012
(c) proplanta

Die Getreideernte des Jahres 2012 liege damit knapp 5 Prozent oberhalb der Vorjahresernte, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner abschließenden Erntebilanz mit.

Auch beim Raps konnte das niedrige Vorjahresergebnis um fast 15 Prozent gesteigert werden. Im längerfristigen Vergleich liegt die Ernte von Getreide und Raps allerdings noch leicht unter den durchschnittlichen Ernten.

Angesichts der durch Hitze und Trockenheit massiven Ernteeinbußen in den USA und der Schwarzmeerregion zeigen die Preise für Agrarrohstoffe in den vergangenen Wochen äußerst feste Tendenzen, berichtete Rukwied.

Auf Erzeugerebene ließen sich aktuell 210 Euro bis 240 Euro pro Tonne Brotweizen erzielen. Die Rapspreise bewegten sich zurzeit im Bereich von 470 Euro bis 500 Euro pro Tonne. Da viele Bauern oftmals über Vorkontrakte die Ernte vermarkten, konnten sie teilweise nicht von den jüngsten Preissteigerungen profitieren.

Insgesamt sei das Erzeugerpreisniveau derzeit ordentlich, zumal auch weiterhin von einer stabilen Preisentwicklung auszugehen sei. Dieses Preisniveau sei, so die Einschätzung Rukwieds, für die Ackerbaubetriebe allerdings dringend erforderlich, da nur so die gestiegenen Kosten für Energie und andere Betriebsmittel kompensiert werden könnten

Nicht zu vergessen sei ferner, dass vielen Betrieben erhebliche Kosten durch Umbruch des Wintergetreides und anschließender Neuansaat der Sommerkulturen entstanden seien. Auch teils massive Mindererträge in den von Auswinterung betroffenen Regionen wirkten sich negativ auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis aus.


Nach Einschätzung des DBV erzielten die einzelnen Kulturen die folgenden Ernteergebnisse:

Winterweizen ist mit einer Anbaufläche von knapp 2,9 Millionen Hektar die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. Die gebietsweise massiven Auswinterungsschäden haben die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr jedoch um knapp 9 Prozent verringert.

Da Winterweizen naturgemäß später geerntet wird als das übrige Getreide, konnte die Weizenernte noch nicht gänzlich abgeschlossen werden. Nach den bisherigen Ernteergebnissen ist eine Weizenernte von 21 Millionen Tonnen zu erwarten.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem um gut 6 Prozent bzw. um 1,4 Millionen Tonnen schlechteren Ergebnis. Da die Erntebedingungen in den vergangenen Tagen überwiegend gut waren, konnte Winterweizen vielfach mit zufriedenstellenden Feuchtegehalten gedroschen werden.

Eine intensive Trocknung werde überflüssig. Durch den zügigen Fortgang der Ernte halten sich die Fallzahlen bis jetzt im für die Backqualität erforderlichen Bereich. Auch die Rohproteingehalte bewegen sich zum großen Teil in den geforderten Bereichen, fallen jedoch in einigen Regionen, u. a. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein zu niedrig aus.

Die Erntemenge der Wintergerste beträgt in diesem Jahr 6,7 Millionen Tonnen. Damit liegt das Ernteergebnis knapp 7 Prozent oberhalb des Vorjahresergebnisses. Allerdings konnte auch bei nahezu durchschnittlichen Erträgen von gut 6,1 Tonnen pro Hektar das langjährige Mittel von 8,6 Millionen Tonnen nicht erreicht werden. Ursächlich hierfür ist der auswinterungsbedingte Rückgang der Anbaufläche um gut 7 Prozent auf weniger als 1,1 Millionen Hektar.

Die infolge des Umbruchs von Winterweizen und Wintergerste verringerte Wintergetreidefläche hat zu einer Verschiebung der Anbauverhältnisse zugunsten der Sommerungen geführt. So wurde die Fläche von Sommergerste um 40 Prozent auf 590.000 Hektar, die Fläche von Sommerweizen sogar um das anderthalbfache auf knapp 153.000 Hektar ausgeweitet.

Die in etwa durchschnittlichen Erträge des Vorjahres konnten im Falle von Sommergerste um knapp 8 Prozent, bei Sommerweizen sogar um fast 13 Prozent übertroffen werden. Unter Berücksichtigung der Flächenausweitung ergibt sich eine Erntemenge von 3,1 Millionen Tonnen Sommergerste (Vorjahr: 2,06 Millionen Tonnen) und von 901.000 Tonnen Sommerweizen (Vorjahr: 313.900 Tonnen).

Erfreulich sind neben der positiven Ertragsentwicklung der Sommerungen auch die überwiegend guten Qualitäten der Sommergerste, die als Futter- und Braugerste Verwendung findet. Die für Braugerste geforderten Eiweißgehalte von weniger als 11,5 Prozent werden vielfach eingehalten.

Auch beim Winterroggen wurde die Anbaufläche um knapp 16 Prozent auf fast 710.000 Hektar ausgedehnt. Ursächlich hierfür ist sicherlich, dass im vergangenen Wirtschaftsjahr für Brotroggen deutlich bessere Preise erzielt werden konnten als beispielsweise für Brotweizen.

Weiterhin konnten nach den deutlichen Ertragseinbußen des vergangenen Jahres vielfach wieder durchschnittliche, teils sogar überdurchschnittliche Erträge erzielt werden - im Bundesdurchschnitt liegen die Erträge in etwa bei 5,1 Tonnen pro Hektar und damit nahezu 25 Prozent über den Vorjahreserträgen.

Insbesondere durch die deutliche Flächenausweitung, aber auch die gute Ertragslage in den wichtigen Roggenanbaugebieten Brandenburg (+ 39 Prozent Ertragszuwachs gegenüber 2011) und Niedersachsen (+ 29 Prozent über Vorjahresertrag) beträgt die diesjährige Roggenernte 3,6 Millionen Tonnen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahresergebnis von 2,52 Millionen Tonnen einer Steigerung von fast 45 Prozent.

In diesem Jahr konnte mit 4,4 Millionen Tonnen eine um 15 Prozent bessere Rapsernte eingefahren werden als in dem äußerst schwierigen Rapserntejahr 2011. Zurückzuführen ist dies ausschließlich auf die besseren Hektarerträge, die mit 3,4 Tonnen pro Hektar die Vorjahreserträge um 15 Prozent übersteigen.

Die Anbaufläche ist mit 1,3 Millionen Hektar auf dem recht niedrigen Vorjahresniveau verblieben. Grund hierfür waren die viel zu nassen Aussaatbedingungen im Herbst 2011 in den wichtigen Rapsanbaugebieten Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Die Qualität der diesjährigen Rapsernte ist mit Ölgehalten von 40 bis 46 Prozent gut, teilweise sogar sehr gut.

Die Maisbestände konnten die gute Wasserversorgung im Juni und Juli sowie die sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage gut nutzen und präsentieren sich derzeit in einem guten Entwicklungsstand.

Auch für die Zuckerrübenbestände waren die Vegetationsbedingungen bisher überwiegend vorteilhaft. Nach den extrem hohen Temperaturen der vergangenen Tage sind nun jedoch weitere Niederschläge erforderlich, um die bisher hohen Ertragserwartungen bei Mais und Zuckerrüben abzusichern. (dbv)
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Kommentare 
Hunsrückbauer schrieb am 23.08.2012 15:46 Uhrzustimmen(144) widersprechen(158)
Ihr Schreibt schon wieviel wir geernted haben, dabei steht noch einiges im Acker.
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