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18.09.2008 | 03:29 | Holzwirtschaft 

Preise auf den Holzmärkten zurzeit unter Druck

Bonn - Der Holzmarkt in Deutschland ist sehr stark von der wirtschaftlichen Konjunktur im In- und Ausland abhängig, ganz besonders aber von der Lage im Baugewerbe.

Preise auf den Holzmärkten zurzeit unter Druck
Zu dieser Einschätzung kamen Wolf-Gernot Bitter und Ralf Dümmer, Holzmarktexperten der ZMP, im Rahmen eines Pressegespräches in Berlin.

Verschiedene Wirtschaftsinstitute gehen inzwischen davon aus, dass sich die Konjunktur im Jahr 2008 verlangsamen wird. Das wiederum dürfte einen direkten Einfluss auf den Wohnungsbau und somit auf den Holzmarkt haben. Die ZMP-Experten stützen sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach die Anzahl der Baugenehmigungen in Deutschland stagniere und sich im ersten Halbjahr 2008 mit fast 88.000 Wohnungen auf dem niedrigen Vorjahresniveau befände.

Der Umsatz der heimischen Sägeindustrie (nur Betriebe ab 50 Mitarbeiter) ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2008 gegenüber Vorjahr um mehr als 9 Prozent auf 1,73 Mrd. Euro gesunken. Mit rund 1,02 Mrd. Euro war der Umsatz auf dem deutschen Markt sogar um knapp 12 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz im Ausland ging um 6 Prozent auf knapp 703 Mio. Euro zurück. Die Verkaufspreise für Nadelschnittholz der Holzindustrie stehen innerhalb Deutschlands weiter unter Druck. Das vorjährige Preisniveau wurde zuletzt um knapp 10 Prozent unterschritten, so die Berechnung des Statistischen Bundesamtes auf Basis eines Erzeugerpreisindex. Auch die Preise von Einfuhrware zeigten zuletzt eine weiter rückläufige Tendenz. Das vorjährige Niveau wurde um rund 15 Prozent unterschritten.

Für das zweite Halbjahr 2008 zeichnet sich gegenwärtig keine grundlegende Nachfragesteigerung nach Nadelschnittholz ab, so ein Fazit der ZMP. Eine Reihe von Absatzmärkten deutscher Anbieter im Ausland ist gut versorgt. In Großbritannien, Spanien und Irland sinkt zudem die Bauaktivität. Der Bedarf an Nadelschnittholz in Italien und Frankreich dürfte eher stagnieren. Dazu kommen die schwachen Immobilienmärkte in den USA. Lediglich der japanische Markt könnte sich wieder etwas erholen, so die ZMP-Experten. Problematisch sind hierzulande die umfangreichen Lagervorräte bei vielen Unternehmen, die für den Preisdruck mit verantwortlich sind. Produktionsdrosselungen der Nadelschnittholzproduzenten in Euroopa und Nordamerika könnten helfen, den Markt mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Die langfristige Betrachtung des Marktes, so die ZMP-Fachleute, lasse jedoch den Rückschluss zu, dass der Rohstoff Holz weiter im Trend der Zeit liege und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten günstige Perspektiven bieten. Auch der anhaltende Bauboom in Teilen Osteuropas und des Nahen Ostens kann helfen, den Holzexport zu beleben. (zmp)
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