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27.06.2011 | 11:00
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Die Haut vergisst nie
Karlsruhe/Hohenheim - Die Aufklärung über Hautkrebsrisiken, die Früherkennung und die Vorsorge fanden im Mai 2011 auf der Euro-Melanomawoche in zahlreichen Hautarztpraxen und klinischen Einrichtungen statt.

Richtiger UV-Schutz ist wichtig (Foto: Albix - Fotolia.com)

Es handelt sich um eine europaweite Kampagne unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie. Vor allem das Hautkrebsscreening, das die Krankenkassen jedem Versicherten ab dem 35. Lebensjahr anbieten, soll durch diese Aktionswoche noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden.

Laut dem Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung, Professor Eggert Stockfleth, ist das deutsche Hautkrebsscreening weltweit einzigartig, mit einer Teilnahmerate von zurzeit etwa 35 Prozent der berechtigten Personen. 

Bei den Solarien (siehe Proplanta: Aus für künstliche Bräune ?) hat sich inzwischen etwas bewegt. So sind die Münzsolarien weitgehend durch zertifizierte Einrichtungen ersetzt worden.

Ob Solarium oder Sonne, ganz wichtig zu wissen ist, dass der Mensch im Laufe des Lebens sein persönliches UV-Konto aufbaut, das, im Gegensatz zu manchem Bankkonto, nie abnimmt, denn, was einmal drauf ist, bleibt auch drauf. Somit kommt dem Sonnenschutz, gerade auch in der Kindheit und Jugend, eine besondere Bedeutung zu (siehe Proplanta: Sommer, Sonne, Haut).

Oft fehlt auch das Faktenwissen zur Sonnenstrahlung. Z.B. bietet ein weißes, nasses T-Shirt keinerlei Schutz vor UV-Strahlung. Notwendig sind vor UV-Licht schützende Badesachen, die in kürzester Zeit abtrocknen und deshalb einen guten Schutz gewähren.

Wissen muss man auch, dass zwischen 11 und 15 Uhr die UV-Strahlung der Sonne am stärksten ist. Spielen die Kinder während dieser Zeit nicht in der Sonne, so wird die Sonnenexposition, allein durch diese Maßnahme, um 75 % reduziert.

Sonnenbrände, vor allem bei Kindern, steigern das Risiko an Hautkrebs zu erkranken erheblich, wie Prof. Abeck aus München bei der Tagung betonte. Daher ist bis zum Alter von zehn Jahren konsequenter Sonnenschutz äußerst wichtig.

Für Sonnencreme empfiehlt Prof. Stockfleth einen Lichtschutzfaktor von mindestens 25, besser noch höher. Allerdings ist die Compliance (regelmäßige Anwendung) bei der Verwendung von Sonnencremes schlecht, vor allem weil übliche Cremes als fettig und klebrig empfunden werden und mehrfach aufgetragen werden müssen. Besser akzeptiert wird eine liposomale Zubereitung, die in die Haut rasch einzieht und wegen der längeren Wirksamkeit nur ein Mal täglich aufzutragen ist.

Häufig werden die Sonnenschutzcremes, aus Unkenntnis wie viel tatsächlich gebraucht wird, zu dünn aufgetragen. Um den erforderlichen Sonnenschutz zu erreichen, wird eine Schichtdicke von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter auf der Haut benötigt, was aber in der Praxis selten erreicht wird.

Mit einem Dosierspender (Kinder Daylong Kids® SPF 50; Fa. Spirig Pharma) und einer Dosiertabelle, bezogen auf Alter-, Körper- und Kleidergröße, lässt sich die richtige Menge des Mittels für jeden Körperteil ablesen und gibt somit den Eltern Sicherheit beim Sonnenschutz ihres Kindes.

 

Dosiertabelle für SonnencremesBild vergrößern
Dosiertabelle: Der richtige Sonnenschutz richtet sich nach Alter-, Körper- und Kleidergröße. (Foto: Spirig Pharma)


Oft wird nur an den Hautschutz gedacht, wobei die Augen mit ihrer empfindlichen Netzhaut auch unbedingt vor UV-Strahlung geschützt werden müssen. (siehe Proplanta: Richtiger Sonnenschutz wichtig fürs Auge).

Anzumerken ist aber auch, dass das Sonnenlicht für den menschlichen Organismus wichtig ist. Im Sommer gibt es deutlich weniger Depressionen, die Stimmung der Menschen ist besser und Vitamin D, das für bestimmte Stoffwechselvorgänge notwendig ist (z.B. beim Knochenaufbau), wird in der Haut mit Hilfe des Sonnenlichts gebildet. So haben oft alte Menschen durch zu wenig Sonne einen Mangel an diesem lebenswichtigen Vitamin, weil sie ihre Wohnung oder das Altenheim nicht verlassen. Bereits 10 - 15 Minuten täglich, mit offenem Hemdkragen, ohne Kopfbedeckung und freien Armen genügen um den Bedarf zu decken.


Fazit:

Eine Vorsorgeuntersuchung der Haut steht jedem Krankenversicherten ab dem 35. Lebensjahr kostenlos zu. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte die Sonne gemieden werden. Als Hautsonnenschutz ist für Erwachsene ist eine liposomale Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 25 oder mehr empfehlenswert. Kinder, vor allem bis 10 Jahre, müssen, besonders vor intensiver UV-Strahlung geschützt werden. Auch die Augen benötigen entsprechende Filtergläser zum Schutz vor UV-Strahlung. Und last not least gibt es auch Personengruppen, die zu wenig Sonne haben, was ebenfalls nicht gut ist, denn - wie so oft im Leben - gilt auch hier, der inzwischen schon legendäre Paracelsussatz, "Allein die Dosis macht das Gift" (siehe: Proplanta Rotwein-Mythos - Was ist dran?). (Hr)



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Gerne steht Ihnen Herr Dr. med. H. Rüdinger, Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin, Rede und Antwort.


Dr. med. Heimfried Rüdinger

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