Vorsprung durch Wissen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
31.01.2020 | 15:12 | Aktionen mit Traktoren 

Kritik an erneuten Bauernprotesten vor Privathäusern von Politikern

Hannover - Zum wiederholten Mal haben unzufriedene Bauern vor den Privathäusern von Politikern ihrem Ärger Luft gemacht. Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP im niedersächsischen Landtag kritisierten das Vorgehen.

Aktionen mit Traktoren
Bild vergrößern
(c) proplanta
«Aktionen mit Traktoren in Wohngebieten wirken wie Einschüchterungsversuche. Sie schaden den Anliegen, um die es den Protestierenden geht», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag. Zuvor waren einem Bericht von nord24.de zufolge rund 20 Landwirte mit einem Treckerkorso zu den Wohnsitzen der Landtagsabgeordneten Eva Viehoff (Grüne) und Oliver Lottke (SPD) sowie des Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt (SPD) gefahren.

Bereits im November hatten die Fraktionsspitzen der vier Parteien ähnliche Aktionen von Bauern kritisiert. Damals hatten sich rund 20 Landwirte sonntagmorgens mit einem Megafon vor dem Haus einer Kommunalpolitikerin Gehör verschafft. Eine ähnliche Aktion gab es vor dem Haus eines Journalisten.

«Wir haben großes Verständnis, dass gerade in der Landwirtschaft angesichts der anstehenden Veränderungen die Sorgen und Nöte groß sind», hieß es nun in der Erklärung der vier Fraktionschefs. «Protestaktionen vor Privatwohnungen oder gar auf den privaten Grundstücken, wie sie in jüngster Zeit wiederholt in Niedersachsen vorgekommen sind, gehen jedoch zu weit.»

Seit Monaten demonstrieren Tausende Bauern gegen Umweltauflagen für die Landwirtschaft. Dabei geht es unter anderem um eine Verringerung des Düngereinsatzes zum Schutz des Grundwassers sowie um Vorgaben zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
dpa/lni
Kommentieren Kommentare lesen ( 2 )
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


Kommentare 
retisa schrieb am 05.02.2020 05:23 Uhrzustimmen(3) widersprechen(0)
Volle Zustimmung zum obigen Kommentar. Hier hat man eindeutig den Rahmen des Anstandes verlassen. In Privatbereichen hat oeffentlicher Protest nichts zu suchen. Das stellt mehr oder weniger eine Bedrohung dar und ist voellig inakzeptabel.
Ulikum schrieb am 01.02.2020 12:14 Uhrzustimmen(8) widersprechen(6)
So etwas geht gar nicht.!

Noch leben wir in einem Rechtsstaat und da sollte ich mich auch an die Spielregeln halten. Einzelne Politiker anzugreifen ist einfach lächerlich. Wenn dann hätte man der Führungsriege des Bauernverbandes Feuer machen sollen. Da sitzen nämlich die Hauptschuldigen.
  Weitere Artikel zum Thema

 Landesbauernpräsident: Demos müssen nicht die letzten gewesen sein

 Vereinfachte Staatshilfen für Bauern länger möglich

 Landwirtschaft im Wandel - auf der Suche nach dem richtigen Antrieb

 Kanzlerrunde zur Landwirtschaft - Ringen um Entlastungen

 Mehrere Ermittlungen nach Bauernprotesten in Brandenburg

  Kommentierte Artikel

 Zahl der Bäckereien weiter rückläufig

 Wundermittel und Jahrhundertgift PFAS: Derselbe Circus - andere Clowns

 Deutsche Verbraucher offen für abgelaufene Lebensmittel

 Brandenburger Dackel wohl von Wolf angegriffen

 Tag des Wolfes - Bauern machen Druck für vereinfachten Abschuss

 Erleichterungen bei GAP-Anträgen und Hanfanbau

 In der Corona-Pandemie wurden zu oft Antibiotika verschrieben

 Jäger sehen dringenden Handlungsbedarf bei Umgang mit Wölfen

 Söder setzt sich gegen Verbrenner-Aus ab 2035 ein

 2023 war Jahr der Wetterextreme in Europa