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11.10.2021 | 04:07 | Artenschutz 

Vor Weltnaturkonferenz in China: Forderung nach energischem Artenschutz

Kunming - Von der UN-Weltnaturschutzkonferenz nächste Woche in China haben die deutsche Bundesregierung und Umweltverbände entschiedene Maßnahmen zum globalen Schutz der Artenvielfalt gefordert.

Artenvielfalt
Der massive Verlust der Artenvielfalt bedroht die Lebensgrundlagen der Menschen. Die UN-Biodiversitätskonferenz soll eine neue Strategie beraten. Aber reicht der politische Wille für ehrgeizige Ziele? (c) proplanta
Alle Staaten müssten «mehr Ehrgeiz und politischen Willen» zeigen, sagte Florian Titze vom World Wide Fund For Nature (WWF). Die angestrebten Ziele «müssen den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 stoppen und umkehren können». So warnt der Weltbiodiversitätsrat vor dem Aussterben von einer Million Arten schon in den nächsten zehn Jahren.

Die knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention für die biologische Vielfalt (CBD) kommen von Montag bis Freitag im chinesischen Kunming online zu einem Treffen (Cop15) mit Teilnehmern aus China vor Ort zusammen. Sie wollen über ein neues Rahmenabkommen beraten - vergleichbar mit dem Pariser Klimaabkommen.

Die Konferenz war schon im Oktober 2020 geplant, wurde aber wegen der Pandemie verschoben und aufgeteilt. Im Januar folgen weitere Verhandlungen, bevor die Strategie bei einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai in Kunming verabschiedet werden soll.

Die Weltgemeinschaft müsse endlich an einem Strang ziehen, forderte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. «In den kommenden Monaten muss ein Durchbruch beim Artenschutz gelingen wie beim Pariser Klimaabkommen für den Klimaschutz», sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Denn wir haben keine Zeit zu verlieren.» Er erwarte von China als Gastgeber eine Führungsrolle.

Der Artenschutz ist nach seinen Worten auch Vorbeugung gegen neue Pandemien: «Je mehr natürliche Lebensräume vernichtet werden, umso größer wird auch die Gefahr, dass weitere Viren vom Tier auf den Menschen überspringen und schwere Krankheiten auslösen.» Nötig sei, 30 Prozent der Land- und der Meeresflächen unter Schutz zu stellen. «Davon sind wir aber meilenweit entfernt: Bislang sind erst acht Prozent der Meeres- und 17 Prozent aller Landflächen geschützt.»

Die Industrieländer sollten ihre Mittel zum Erhalt der Biodiversität in ärmeren Ländern verdoppeln, forderte Müller. Mit der Welthandelsorganisation (WTO) müssten zudem Mindeststandards für «entwaldungsfreie Lieferketten» verankert werden. «In Rotterdam oder Hamburg darf kein Schiff mehr anlegen, das Palmöl- und Sojaprodukte aus nicht zertifizierter Produktion zu uns bringt.»

Umweltverbände forderten die Bundesregierung auf, ihre eigene Finanzhilfe auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Global klaffe eine gewaltige Finanzierungslücke von geschätzten 700 Milliarden Euro, um den dramatischen Artenverlust und die rasante Zerstörung der Natur aufzuhalten, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Aktuell beteiligt sich Deutschland jährlich mit 800 Millionen Euro. Dem stünden rund 67 Milliarden Euro für schädliche Subventionen in Landwirtschaft und Fischerei gegenüber.

Klimawandel und Artensterben bedrohten beide die Lebensgrundlagen. «Beide Krisen sind menschengemacht, befeuern sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden», so die Verbände. «Gesunde, artenreiche Lebensräume seien Verbündete im Kampf gegen die Erderhitzung.

«Gesunde Ökosysteme und biologische Vielfalt sind systemrelevant», mahnte WWF-Experte Titze. «Sie sind Basis für unseren Wohlstand, unser Wohlergehen, unsere Ernährung und unsere Gesundheit.» Sie garantierten saubere Luft, Trinkwasser, ertragreiche Böden, ein stabiles Klima und Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen.

Die Konvention sei von «entscheidender Bedeutung», sagte Morgan Gillespy vom Resources Institute. «Wir sind auf die biologische Vielfalt angewiesen, um die Umwelt zu regulieren und einen bewohnbaren Planeten zu erhalten.» Das Treffen sei zwar weitgehend zeremoniell, doch legten die Staats- und Regierungschefs hier die Ziele und die Finanzierung für das nächste Jahrzehnt fest. «Wir brauchen ein starkes globales Regelwerk.»

Das Cop15-Treffen ist die erste große UN-Veranstaltung seit der Weltfrauenkonferenz 1995, bei der China wieder die Präsidentschaft innehat. Als einziges konkretes Resultat soll eine «Erklärung von Kunming» verabschiedet werden.
dpa
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