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22.06.2017 | 00:08 | Raiffeisentag 

Genossenschaften sehen Licht am Ende des Tunnels

Berlin - „Die Zeichen stehen global und in der Europäischen Union auf Umbruch. Auch hierzulande werden zunehmend bewährte Konstellationen grundsätzlich in Frage gestellt."

Molkereigenossenschaften
(c) proplanta

„So z. B. vom Bundeskartellamt, das die Milchmarktkrise zum Anlass nahm, die Satzungsautonomie der Molkereigenossenschaften in Abrede zu stellen. Tierwohl, Düngung und Pflanzenschutz, das sind weitere Attacken, um der modernen landwirtschaftlichen Erzeugung und Vermarktung die Grundlagen zu entziehen. Diese Unwägbarkeiten verlangen den Unternehmen sehr viel ab."

„Doch für mich ist klar, das Konzept und Geschäftsmodell der Genossenschaften ist modern, anpassungsfähig und vor allem innovativ. Die Genossenschaften haben auch auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen die richtigen Antworten“, betonte Dr. Henning Ehlers, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), beim Raiffeisentag in Berlin.

„Insgesamt betrachtet, war das Geschäftsjahr 2016 eines der schwierigsten. Doch unsere Mitgliedsunternehmen werden mit Unterstützung des DRV als ihrem Kompetenz-Zentrum den steigenden Anforderungen weiterhin gerecht und setzen die richtigen Strategien um. Denn das WIR steht stets an erster Stelle. Und WIR im DRV stellen uns gemeinsam mit den 2.186 Genossenschaften und ihren 513.000 leistungsstarken Eigentümern sowie den 82.000 Mitarbeitern diesem schwierigen Umfeld“, so Dr. Ehlers.

Die DRV-Mitgliedsgenossenschaften erwirtschafteten 2016 einen Gesamtumsatz von 60,1 Mrd. Euro (Vorjahr 61,7 Mrd. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Erlösrückgang von 2,6 Prozent. Das Wirtschaftsjahr war von einschneidenden Preisrückgängen bei pflanzlichen und tierischen Agrarrohstoffen, bei landwirtschaftlichen Betriebsmitteln sowie Mineralölprodukten gekennzeichnet. Deutlich waren die Rückgänge in der Milchwirtschaft (-5,5 %), Warenwirtschaft (-2,2 %) und bei den Agrargenossenschaften (-7,4 %). Die übrigen Sparten erreichten stabile Erlöse auf Vorjahresniveau.

„Vor allem Preisvolatilität kennzeichnet die Agrarmärkte. Das erfordert eine vorausschauende Risikovorsorge. Ich sehe derzeit Licht am Ende des Tunnels, da sich die Notierungen für Milch und Milchprodukte sowie Schweinefleisch gefestigt haben“, führte der Hauptgeschäftsführer aus.

Ernte 2017 wird aktuell zum Wettermarkt



Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen, die einen baldigen Erntebeginn erwarten lassen, geht der DRV von einer Getreidemenge in Höhe von gut 45,8 Mio. t aus. Die Prognose liegt nur leicht über dem enttäuschenden Vorjahresergebnis von 45,3 Mio. t.

„Beim Weizen erwarte ich 25,2 Mio. t. Das Vorjahresergebnis wird damit um drei Prozent überschritten. Bei Wintergerste gehe ich von 8,7 Mio. t aus (-2,3 % zum Vj.). Beim Roggen wird aufgrund der geringeren Anbaufläche mit knapp drei Mio. t und bei der Sommergerstenernte mit 1,9 Mio. t gerechnet“, erläuterte Dr. Ehlers.

Weltweit zeichnet sich erneut eine Rekordgetreideernte von mehr als 2 Mrd. t ab. Allerdings soll die Menge erstmals seit 2013 unter dem stetig steigenden Verbrauch liegen. Dies ist in erster Linie auf die niedriger prognostizierte Maisernte als im Vorjahr zurückzuführen.

„Mit Sorge schaue ich auf die Hitzewelle in Deutschland, weiten Teilen Europas und den USA. Ich befürchte, dass insbesondere der Weizen in diesen Regionen nicht die erhofften Erträge liefern und die Versorgungsbilanz noch enger wird. Wir beobachten in den vergangenen Tagen einen „zunehmenden Wettermarkt“, der die Notierungen an den Warenterminbörsen sprunghaft hat ansteigen lassen“, so Dr. Ehlers.

Zuversichtlich ist der DRV, dass in absehbarer Zeit der hoch interessante chinesische Markt wieder für deutsches Getreide zugänglich sein wird. Für Weizen muss aufgrund chinesischer Vorgaben noch ein Monitoring auf Zwergsteinbrand durchgeführt werden, das 2018 abgeschlossen sein soll.

Kritik am geplanten staatlichen Tierwohl-Label



Die Veredelungswirtschaft ist das wichtigste Standbein der deutschen Agrarwirtschaft. Der Absatz von Schweinefleisch in Drittlandstaaten, vor allem China, sorgte 2016 für die dringend notwendige Preiserholung.

„Doch die Fokussierung auf das Reich der Mitte würde unsere exportorientierten Unternehmen in eine neue Abhängigkeit führen. Deshalb müssen alternative Absatzmärkte ausgelotet und vor allem mit Unterstützung der Politik sowie Administration geöffnet werden. Die Herausforderung besteht zugleich darin, die Wertigkeit von Schweinefleisch auf dem heimischen Markt zu stärken“, so Dr. Ehlers.

Zum Jahreswechsel 2016/2017 wurden die Weichen zur Fortführung der Initiative Tierwohl mit der aufgestockten Finanzierung des Lebensmitteleinzelhandels gestellt. Ab 2018 stehen für verbesserte Haltungsbedingungen jährlich rund 100 Mio. Euro zur Verfügung. Kein anderes Projekt, weder staatlich noch privatwirtschaftlich initiiert, bietet solche Rahmenbedingungen für die kontinuierliche Verbesserung der Nutztierhaltung in Deutschland.

„Deshalb setze ich ein großes Fragezeichen, ob mit einem staatlichen Tierwohl-Label Fortschritte in der Nutztierhaltung und für die Akzeptanz beim Verbraucher erzielt werden können. Vielmehr gilt es, Kapazitäten und Ressourcen zu koordinieren und zu bündeln“, erklärte der Hauptgeschäftsführer.
drv
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