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15.10.2013 | 09:04 | Welternährung 

Hungerproblem lässt sich nicht durch Gentechnik und Exporte lösen

Berlin - Die Deutsche Welthungerhilfe hat längerfristige Strategien gegen Dürren, Fluten und andere Katastrophen in Entwicklungsländern gefordert.

Welternährung
(c) proplanta

Dazu gehörten etwa stabile Häuser, Deiche, ein gutes Straßennetz, Impfungen und bessere Anbaumethoden, sagte die Präsidentin der Organisation, Bärbel Dieckmann, am Montag bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2013 in Berlin. Eine gentechnische Weiterentwicklung von Pflanzen und mehr Nahrungsmittel-Exporte in Hunger-Regionen seien dagegen keine geeignete Lösung.

Gentechnik werde nicht bei der Reduzierung von Hunger helfen, sagte Dieckmann. Möglicherweise werde so vielmehr die Abhängigkeit der Kleinbauern von großen Konzernen gestärkt. Exporte aus Industrieländern halte sie «für einen ganz falschen Ansatz», weil die Menschen vor Ort kein Geld hätten, diese Lebensmittel zu kaufen.

Der eigene Anbau sei für viele Kleinbauern die einzige Einkommensquelle. Stattdessen müsse Nothilfe in akuten Krisen stärker mit Entwicklungszusammenarbeit verschränkt werden, um Regionen gegen die kommende Katastrophen zu wappnen.

Von einer neuen Bundesregierung forderte die Welthungerhilfe, das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht abzuschaffen, sondern «seine Kompetenzen in Fragen globaler Nachhaltigkeit zu stärken». Ministerien mit ähnlichen Zuständigkeiten müssten verstärkt zusammenarbeiten. «Das gilt auch für die EU-Ebene und das gilt auch für die UN-Ebene», sagte Dieckmann. Zudem müssten die Industriestaaten den Klimawandel bremsen. Er könne in den nächsten Jahren zur tiefgreifendsten Ursache für Hunger werden.

Dramatisch ist die Lage dem diesjährigen Welthunger-Index zufolge in den afrikanischen Ländern Burundi und Eritrea sowie auf den Komoren, einem Inselstaat bei Madagaskar. Diese Länder schneiden am schlechtesten ab. Auch in Syrien hungern wegen des Bürgerkriegs Millionen Menschen. «Nach den neuesten Zahlen sind vier Millionen Syrer auf Lebensmittelhilfen angewiesen», sagte Dieckmann. Jede vierte Familie habe an sieben Tagen im Monat nichts zu essen. Es gebe erste Berichte, wonach Kinder an Unterernährung gestorben seien.

Die Welthungerhilfe-Präsidentin verwies jedoch auch auf Fortschritte. Als Beispiele nannte sie Lateinamerika, Vietnam, Thailand, China und Ghana. Weltweit hat sich der Wert des Welthunger-Index seit 1990 um 34 Prozent verringert.

«Wir haben eine ganz stabile Spendensituation», sagte Dieckmann. Obwohl viele Deutsche nach dem Jahrhundert-Hochwasser Geld für die betroffenen Regionen im eigenen Land gegeben hätten, seien die Spenden für den Welthungerhilfe nicht zurückgegangen.

Der Welthunger-Index misst den Hunger weltweit anhand dreier Kriterien: Dem Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung, dem Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren und der Sterblichkeitsrate bei Unter-Fünf-Jährigen. Er untersucht nicht nur, wo Menschen hungern, sondern geht auch den Ursachen auf den Grund.

Für den Bericht 2013 berücksichtigten Forscher Daten aus den Jahren 2008 bis 2012. (dpa)
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