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26.01.2018 | 11:07 | Ernährungsgüter-Import 
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In Deutschland verbrauchte Lebensmittel größtenteils aus dem Ausland

Wiesbaden - Um die in Deutschland im Jahr 2015 verbrauchten Ernährungsgüter zu produzieren, wurde eine Anbaufläche (ohne landwirtschaftliche Betriebsflächen) von gut 19,4 Millionen Hektar benötigt.

Agrarimporte
(c) proplanta

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Grünen Woche 2018 in Berlin weiter mitteilt, war das mehr als die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche Deutschlands von 16,7 Millionen Hektar.

Nach Deutschland importierte Ernährungsgüter belegten in den Herkunftsländern eine Fläche von 12,5 Millionen Hektar. Somit machten die Importe 64 % der insgesamt benötigten Flächen für den Inlandsverbrauch von Ernährungsgütern aus. Im Jahr 2008 hatte der Anteil noch bei 60 % gelegen. Dies ist das Ergebnis einer Berechnung des Statistischen Bundesamts (Destatis) zur Flächenbelegung von Ernährungsgütern in Verbindung mit dem Inlandsverbrauch sowie den Importen und Exporten von Erzeugnissen pflanzlichen und tierischen Ursprungs für den Zeitraum 2008 bis 2015. Die Berechnung wurde im Rahmen einer Studie zur „Globalen Umweltbelastung durch Produktion, Konsum und Importe“ vom Umweltbundesamt gefördert.

Besonders hoher Importanteil bei pflanzlichen Erzeugnissen für Ernährungszwecke



Ein besonders hoher Importanteil des Inlandsverbrauchs zeigt sich bei den pflanzlichen Erzeugnissen für Ernährungszwecke (ohne Futtermittel), der im Jahr 2015 rund 81 % (7,0 Millionen Hektar) betrug. Im Jahr 2008 hatte er noch bei 73 % gelegen. Ein großer Teil der Importe entfällt auf Genussmittel wie Kaffee, Kakao, Nüsse, Wein und exotische Früchte. Ihr Anbau beanspruchte im Jahr 2015 mit mehr als 2,5 Millionen Hektar gut ein Drittel der gesamten Flächenbelegung von Importwaren pflanzlichen Ursprungs. Genussmittel benötigen gemessen an den Mengen eine überdurchschnittlich hohe Anbaufläche.

Bei den Produkten tierischen Ursprungs für den Inlandsverbrauch betrug 2015 der Importanteil bei den Flächen knapp 51 % (5,5 Millionen Hektar). Der Importanteil stieg bei den Produkten tierischen Ursprungs gegenüber 2008 (47,9 %) weniger stark an als bei den pflanzlichen Erzeugnissen.

Der starke Anstieg der Importanteile für den Inlandsverbrauch von Ernährungsgütern, insbesondere bei den Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, hängt zum Teil mit dem Rückgang der inländischen Flächen zusammen, die für den Inlandsverbrauch für Ernährungszwecke zur Verfügung stehen. Diese haben sich wegen eines hohen Anstiegs der Flächen für den Anbau von Energiepflanzen sowie der Flächen für Exportwaren erheblich verringert.

Für Energiepflanzen wurden im Jahr 2015 fast 0,6 Millionen Hektar mehr an Fläche benötigt als im Jahr 2008. Für die Exporte betrug der Anstieg bei der inländischen Fläche gut 0,4 Millionen Hektar. Zusammen standen damit rund 1,0 Millionen Hektar nicht mehr für die inländische Ernährung zur Verfügung. Diese Lücke wurde – bei einer insgesamt rückläufigen Flächenbelegung – zum Teil durch verstärkte Importe ausgeglichen.

Der stärkste Faktor für den Anstieg der Importflächen war jedoch nicht der Inlandsverbrauch von Ernährungsgütern, sondern der hohe Anstieg bei den Exporten. Im Jahr 2015 wurden zur Herstellung der Exporte insgesamt 12,0 Millionen Hektar benötigt (+ 14 % gegenüber 2008). Davon entfielen 4,8 Millionen Hektar auf den Export vorher importierter Güter, ein Plus von 28 %.
destatis
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Flächenbelegung von Ernährungsgütern
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Kommentare 
adama schrieb am 11.03.2022 16:31 Uhrzustimmen(2) widersprechen(2)
Aus dem Artikel geht eindeutig hervor, dass Deutschland mehr Lebensmittel verbraucht als es selber herstellen kann. Mit der konventionellen Landwirtschaft könnten wir bestenfalls 80% unseres derzeitigen Verbrauch decken. Bestenfalls, wenn wir alle ladwirtschaftlichen Flächen 1:1 ersetzen können. Doch das können wir nicht. Dort wo man Wein anbaut, kann man keinen Weizen pflanzen. Dort wo man Gräser für Tierfutter erntet, kann man keine hochwertigen Lebensmittel produzieren. Schon gar nicht biologisch. Würde man die Landwirtscahf tzusätzlich auf Bio umstellen, würde die Produktivität zusätzlich um 30-50% zurück gehen. Nur wer einen Massenmord plant um damit der Überbevölkerung entgegen zu wirken, der handelt klug.
Zusätzlich muss man die Menge, nicht den Wert, der importierten Güter berücksichtigen. Abgesehen von Milchprodukten, die wir ja bei Umstellung der Lanwirtschaft quasi abschaffen wollen, würde auch hier die Menge drastisch zurück gehen. Aber auch berücksichtigen muss man die Jahreszeiten. Wir importieren im Winter mehr als im Sommer, und exportieren im Sommer mehr als im Winter. Wenn wir im Winter Mangel haben, dann importieren wir aus Ländern wo man noch ernten kann und im Sommer exportieren wir in Länder, wo man Magel hat. Eine naive Umstelleung der Landwirtschaft würde auch diese globale Arbeitsteilung vernichten. Bitte, lasst keine Ideologen unsere Landwirtschaft organisieren. Kein Prepper kann für diese Katastrophe ausreichend Vorrat anlegen.
adiabo schrieb am 31.01.2018 10:50 Uhrzustimmen(17) widersprechen(13)
Eine Neupositionierung der Landwirtschaft in dieser Weise wird seit Jahrzehnten teils mit Vehemenz gefordert.
gast schrieb am 27.01.2018 14:42 Uhrzustimmen(19) widersprechen(12)
,, Der Mensch hat damit seinen Anspruch auf die Fähigkeit zu Denken wiederlegt,, Genau cource, da hast du recht. Du bist der Lebende Beweis dafür.
jogie schrieb am 27.01.2018 09:13 Uhrzustimmen(15) widersprechen(11)
Bingo! Genau so ist es! Schauen sie mal das Video von Michael Horsch an. Er sagt wohin die Reise mit der Landwirstschaft in Zukunft geht!
https://www.youtube.com/watch?v=YsWmmXWg-jo
cource schrieb am 26.01.2018 11:59 Uhrzustimmen(34) widersprechen(15)
mit anderen worten deutschland importiert billiges futter für die massentierhaltung um dann das fleisch unter wert verkaufen zu können/überhaupt erst los zu werden----und mutter natur versucht dann mit vogel-/schweinegrippe diesem irrsinn/überproduktion auszugleichen---der mensch hat damit seinen anspruch auf die fähigkeit zu denken widerlegt
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