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26.02.2007 | 10:43 | Bioenergie 

Biogas hilft Umwelt schonen - FNR veröffentlicht Ökobilanz zu Biogasanlagen

Gülzow - Viehhalter, die eine Biogasanlage in ihren Betrieb integrieren,  sind ökologisch im Vorteil.

Biogasanlage
(c) proplanta
So das Ergebnis der neuesten Studie des Instituts für Energetik und Umwelt gGmbH (IE). Denn wer die Gülle energetisch nutzt, statt sie vor dem Ausbringen nur zu lagern, verringert Emissionen und kann fossil erzeugten Strom sparen. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. bietet die Studie jetzt unter www.fnr.de (PDF 372kb) zum Download an. 

Ist eine neue Biogasanlage in Planung, rümpft so mancher Anwohner die Nase. Biogasanlagen haben nicht unbedingt ein gutes Image. Dabei können von ihnen sehr positive Effekte auf die Umwelt ausgehen. Um Richtwerte für die ökologischen Folgen der Biogasnutzung zu ermitteln, hat das IE jetzt Ökobilanzierungen nach DIN ISO 14040 bis ISO 14043 durchgeführt.

Mit "ModelFarm" hatten die Wissenschaftler ein eigenes Computerprogramm an der Hand, das vielfältige Vergleiche und Auswertungen ermöglichte. Denn es ging ihnen nicht nur um die Einbindung der Biogasanlage in den Viehbetrieb, sondern auch um die Auswirkungen von Anbau und Nutzung von Energiepflanzen.

Das grundsätzliche Fazit: die Integration einer Biogasanlage in einen Viehbetrieb ist nur zu befürworten. Die Anlage liefert nicht nur Strom, der fossil erzeugten ersetzt, es entstehen außerdem weitaus weniger Treibhausgase. Auch versauernde und eutrophierende Emissionen lassen sich verringern. Denn der Gärrest verursacht diese weitaus weniger als die unvergorene Gülle. 

Wenngleich die Beimischung von nachwachsenden Rohstoffen zur Gülle den Ausstoß von Treibhausgasen wieder erhöht, ist sie in der Regel die wirtschaftlichste Variante. Die Biogasanlage lässt sich durch die Energiepflanzen nämlich deutlich besser auslasten, ohne dass hoher technischer Aufwand nötig ist. In Anbetracht der Energieerträge pro Flächeneinheit kommen die Autoren der Studie sogar zur Schlussfolgerung, dass es ökologisch am sinnvollsten ist, Mais- und Roggenganzpflanzensilage beizumischen. 

Den fossilen Konkurrenten ökologisch haushoch überlegen, macht die Stromgewinnung aus Biogas auch unter den regenerativen Optionen eine gute Figur. Im Primärenergieaufwand landet sie hinter Windkraft-, aber vor Photovoltaikanlagen. 

Was im Durchschnitt gilt, trifft aber längst nicht immer zu. Denn viele Anlagen könnten noch effektiver und somit auch ökologischer arbeiten. Anhaltspunkte bieten der Grad der Abwärmenutzung oder die Gestaltung des Gärrestlagers. Letzteres sollte beispielsweise unbedingt gasdicht abgedeckt werden, um das dort noch entstehende Gas zu nutzen und Emissionen zu vermeiden. Wer die Abwärme sinnvoll zum Heizen nutzt, kann außerdem Energie und Geld sparen.  (FNR)
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