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07.10.2017 | 01:34 | Wasserkraftwerke 
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Wo der Netzausbau mal nach Plan läuft

Wilster - Tonstad und Wilster sind nicht gerade internationale Metropolen, aber unter Fans der Energiewende genießen das norwegische Dorf und das Städtchen in Schleswig-Holstein eine gewisse Bekanntheit.

Wasserkraft
Norwegens riesige Wasserkraftwerke sollen einspringen, wenn in Deutschland die Windräder still und die Sonnenkollektoren im Schatten stehen. Experten loben das Kabel Nordlink als Modell - auch für deutsche Stromautobahnen, die weniger zügig vorankommen. (c) proplanta

Von Tonstad nach Wilster führt das erste Kabel, das Norwegens Stromnetz mit dem deutschen verbindet. Zum beiderseitigen Gewinn, so ist das jedenfalls gedacht. An diesem Freitag wurde in Wilster das Richtfest gefeiert für die Konverterstation auf der deutschen Seite, wo Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wird.

Das 623 Kilometer lange, Tausende Tonnen schwere und rund zwei Milliarden Euro teure Kabel soll helfen, eines der größten Ökostrom-Probleme überhaupt zu lösen: Den Mangel an Stromspeichern. Strom aus Wind und Sonne ist je nach Wetter mal massig verfügbar, mal knapp, «Dunkelflaute» heißt das Worst-Case-Szenario.

Nordlink soll Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken nach Deutschland bringen, wenn hier die Windräder stillstehen. Mehr als 3,6 Millionen deutsche Haushalte wird die Super-Trasse mit erneuerbaren Energie versorgen können. Umgekehrt soll der deutsche Windstrom in Norwegen den Bedarf an Wasserkraft senken, das Wasser würde in den Speicherseen verbleiben.

Die Netzbetreiber Tennet und Statnett versprechen dadurch günstigere Strompreise. Denn bisher müssen Windräder im Norden abgeschaltet werden, wenn sie zu viel Strom produzieren - dafür fallen Entschädigungen für die Betreiber an, die auf die Strompreise umgelegt werden.

«Diese neue Stromautobahn ist ein gutes Beispiel für die Vorzüge einer engen europäischen Vernetzung», sagt der Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende, Patrick Graichen. Durch den Austausch wirke die Leitung «ähnlich wie ein riesiger Stromspeicher - seine Leistung ist in etwa so groß wie die eines Atomkraftwerks.» Graichen sieht in Nordlink auch einen Ausblick darauf, was die «Stromautobahnen» Südlink und Südostlink einmal bringen sollen: «Der Strom kann freier fließen und der Strommarkt insgesamt funktioniert besser.» Windstrom aus dem Norden komme im Süden an, wo nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2022 ein größerer Bedarf entstehe.

Nur: So rund wie bei der Nordlink-Verbindung, durch die wie geplant ab 2020 Strom fließen dürfte, läuft es bei den innerdeutschen Megatrassen nicht. Um deren Verlauf gibt es reichlich Ärger, Bürgerinitiativen wollen bestimmte Regionen kabelfrei halten. Und das, obwohl auf Wunsch Bayerns schon der allergrößte Teil unterirdisch verlegt werden soll, was länger dauert und teurer ist. Der Netzausbau ist neben den Stromspeichern der zweite Pferdefuß der Energiewende.

Aktuell gibt es unter anderem Streit zwischen Bauern und der Energiewirtschaft: Der Bauernverband fordert - mit der CSU im Rücken - jährliche Pachtzahlungen für Landwirte, auf deren Grundstücken Höchstspannungs-Leitungen verlegt werden. Die Unternehmen halten das für «völlig unangemessen», es gebe ja schon Entschädigungen. Im Fall von Nordlink ist das kein Problem: Nur 107 Kilometer verlaufen an Land, 516 Kilometer als Seekabel - da beschwert sich niemand.

«Klar mag niemand Stromnetze, kaum jemand findet eine Leitung in der Nähe seines Hauses toll» - Schleswig-Holsteins Energiewende-Minister Robert Habeck hat Verständnis für die Proteste. Es einfach zu lassen könne aber nicht die Antwort sein. Im Bundesvergleich sei sein Land so weit vorn, weil man die Sorgen ernst nehme: «Wir haben einen intensiven Dialog mit Bürgern und Verbänden geführt und Lösungen gefunden.»

So wollen es auch die Übertragungsnetz-Betreiber halten und planen für die Nord-Süd-Trassen viele Antragskonferenzen, auf denen Bürger, Kommunen und Verbände ihre Bedenken äußern können. Südlink und Südostlink müssen unter anderem Rücksicht auf Moore und Feldhamster nehmen. Eine Leitung quer durch die Nordsee hat es da leichter.
dpa
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Kommentare 
cource schrieb am 10.10.2017 08:50 Uhrzustimmen(6) widersprechen(51)
die lüge von dem erhöhten strombedarf und die klimaveränderungen wurden als vorwand für die erneuerbaren energien missbraucht nur um irgendein wachstum zu generieren--jetzt wird strom doppelt und dreifach produziert , weil das system ohne wachstum wie ein hefeteig zusammenfallen würde
Feststellung schrieb am 08.10.2017 08:57 Uhrzustimmen(52) widersprechen(39)
Das ist ja das gleiche Modell wie es bereits mit Österreich praktiziert wird und das Österreich einen super Strompreis beschert. Auch dort werden die Überschüsse die es an der Strombörse am sogenannten Spotmarkt fast kostenlos gibt „dankend“ genommen, damit wird dann das Wasser im Pumpspeicherkraftwerk hochgepumpt, und wenn Deutschland wieder zu wenig Strom hat, kann der gespeicherte Strom zu einem Horrorpreis wieder zurückgekauft werden. Während also diese Länder auf Grund ihrer Pumpspeicher profitieren, explodieren dagegen in Deutschland die Stromkosten und veranlassen unsere Industrie zu überlegen mit ihrer Produktion ins Nachbarland, das diese günstigen Strompreise anbietet, zu gehen. Es ist nun mal so, Überangebote, in diesem Fall also überschüssiger Windstrom, bringen keine Einnahmen, aber fehlender Strom im deutschen Stromnetz muss teuer bezahlt werden, das ist bei jeder gehandelten Ware so, ein Produkt, das in Massen vorhanden ist kostet nichts, ein Produkt das fehlt und dringend gebraucht wird führt zu Horrorpreisen.
Diese Stromregelung von fluktuierendem Strom könnte man mit Gaskraftwerken die sich dafür gut eignen vor Ort machen, und damit eine stabile sichere Versorgung für Deutschland aufbauen. Dann würden auch keine Überschüsse gebildet, das heißt diese ganzen Milliarden schweren Stromtrassen die Deutschland zusammen mit der verkorksten Energiepolitik in den Ruin treiben wären dann überflüssig. Noch etwas, den Vergleich Atomkraftwerk Speichersee kann man hier überhaupt nicht anwenden, denn das Atomkraftwerk läuft immer und deckt den Bedarf, wenn aber bei langer Windflaute der Pumpspeicher leer ist, woher kommt dann der Ersatzstrom? Also benötigt man eine andere Energie. Ich bin gespannt was Herr Graichen sagt wenn die 6 Atomkraftwerke die in Polen geplant sind in den Südostlink einspeisen. Über den Mann kann man nur den Kopf schütteln.
Noch schlimmer in der deutschen Energiepolitik ist sein Vorgänger bei Agora Rainer Baake der heute beamteter Staatssekretär für Energie im Wirtschaftsministerium ist, Rainer Baake war in früheren Jahren hauptamtlicher Politiker der Grünen, wenn man da ein wenig recherchiert dann kennt man die Zusammenhänge des Energiedesasters in Deutschland.
Wie lange lassen sich die Deutschen denn noch verschaukeln?
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