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02.06.2021 | 01:30 | Wetterrückblick Frühling 2021 

Deutschlandwetter im Frühling 2021: So kalt wie seit acht Jahren nicht mehr

Offenbach - Der Frühling 2021 war deutlich zu kühl. Damit endete die seit 2013 andauernde Serie zu warmer Frühjahre in Deutschland. Vor allem kühle Nordwinde im April und der Zustrom frischer Meeresluft im Mai drückten das Temperaturniveau.

Frühlingswetter 2021
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Kältester Frühling seit 2013 - aber durchschnittlich sonnig. (c) proplanta

Es gab nur eine kurze Stippvisite des Sommers. Während die Niederschlagsmenge unter dem vieljährigen Mittel blieb, lag die Sonnenscheindauer geringfügig über ihrem Klimawert. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Einem milden März folgte ein deutlich unterkühlter April und Mai



Mit 7,2 Grad Celsius (°C) lag im Frühling 2021 der Temperaturdurchschnitt um 0,5 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zu aktuellen Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung -1,7 Grad. Ausschlaggebend für die negative Abweichung war der kälteste April seit 40 Jahren sowie der kühle Mai. Zuvor hatte der März ein häufiges Auf und Ab der Temperaturen gebracht.

Zum Muttertag am 9. Mai durften sich die Bundesbürger nur kurzzeitig über ein hochsommerliches Intermezzo erfreuen. Hierbei verzeichnete Waghäusel-Kirrlach, südwestlich von Heidelberg, mit 31,3 °C den ersten heißen Tag (> 30 °C) des Jahres 2021 sowie den bundesweit höchsten Frühlingswert. Am tiefsten sank die Temperatur dagegen am 6. April in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb mit -13,6 °C.

Im Nordosten wenig, im Süden viel Niederschlag



Bereits zum 8. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen: Mit rund 175 l/m² erreichte er 2021 nur 93 Prozent seines vieljährigen Durchschnitts. Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 erzielte das Frühjahr fast genau seinen Klimawert von 171 l/m². Insgesamt blieb es im März und April zu trocken, während im Mai im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viel Niederschlag fiel.

Im Frühling dominierten zumeist Tiefdruckgebiete, die besonders im Süden mehrfach größere Niederschlagsmengen brachten. So meldete Sankt Blasien-Menzenschwand im Südschwarzwald am 6. Mai mit 76,7 l/m² die bundesweit höchste Tagesmenge. Der insgesamt meiste Niederschlag fiel im Frühjahr 2021 im Schwarzwald sowie am unmittelbaren Alpenrand mit teilweise über 500 l/m².

Erheblich zu trocken verlief die Jahreszeit vor allem im Lee des Harzes, dem Thüringer Becken und der Uckermark, wo örtlich weniger als 75 l/m² zustande kamen. Vor allem im April und Mai entwickelten sich gebietsweise kräftige Gewitter. Am 25. Mai gab es in Borken-Weseke, an der niederländischen Grenze, sogar einen Tornado der Stärke F1.

Sonnenscheinbilanz leicht positiv



Mit rund 500 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer im Frühling ihr Soll von 467 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um 7 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 gab es eine negative Abweichung um gut 4 Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne auf der Ostseeinsel Arkona und in der Bodenseeregion mit teils über 620 Stunden, am wenigsten dagegen in Ostfriesland, im Teutoburger Wald und dem Sauerland mit örtlich weniger als 390 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Frühling 2021

(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Baden-Württemberg: Für das südwestlichste Bundesland ermittelten die DWD-Meteorologen eine Durchschnittstemperatur von 7,3 °C (7,6 °C). Der April war im Mittel mit 15 Frosttagen der frostreichste seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Am 6. April sank das Thermometer in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb auf eisige -13,6 °C und damit den tiefsten Frühlingswert.

In Waghäusel-Kirrlach, südwestlich von Heidelberg, wurde dagegen am 9. Mai mit 31,3 °C die bundesweit höchste Temperatur gemessen. Baden-Württemberg zählte im Frühling mit nahezu 200 l/m² (243 l/m²) zu den niederschlagsreichen sowie mit knapp 540 Stunden (457 Stunden) zu den sonnenscheinreichen Regionen. Im Schwarzwald summierte sich im Frühjahr 2021 mit örtlich über 500 l/m² der insgesamt meiste Niederschlag. Hier wurde am 6. Mai in Sankt Balsien-Menzenschwand mit 76,7 l/m² auch die größte Tagesmenge gemessen. Um den Bodensee zeigte sich die Sonne örtlich etwa 620 Stunden.

Bayern: Mit 6,8 °C (7,2 °C) war der Freistaat das zweitkühlste Bundesland. Im frostreichsten April seit 1938 sank das Thermometer im Mittel an fast 15 Tagen unter den Gefrierpunkt. Der Niederschlag lag bei gut 190 l/m² (223 l/m²), die Sonne schien annähernd 520 Stunden (466 Stunden). Am unmittelbaren Alpenrand gab es mit teils über 500 l/m² die meisten Niederschläge.

Berlin: Die Bundeshauptstadt war mit 8,2 °C (8,7 °C) und abgerundet 115 l/m² (132 l/m²) die wärmste und trockenste Region. Hier zeigte sich die Sonne über 500 Stunden (507 Stunden).

Brandenburg: Mit einer Niederschlagssumme von gut 125 l/m² (131 l/m²) gehörte Brandenburg zu den trockensten Gebieten. Dennoch verfehlte es nur knapp sein Soll. Die Uckermark war im Frühling mit teils weniger als 75 l/m² die niederschlagsärmste Region. Für Brandenburg errechneten die DWD-Klimaexpertinnen eine Mitteltemperatur von 7,6 °C (8,2 °C) sowie eine Sonnenscheindauer von nahezu 495 Stunden (507 Stunden). 

Bremen: Im Ländervergleich zählte die Hansestadt mit 7,8 °C (8,0 °C) zu den wärmsten sowie mit rund 465 Stunden (462 Stunden) zu den sonnenscheinärmsten Bundesländern. Bremen verzeichnete im Frühling eine Niederschlagsmenge von aufgerundet 170 l/m² (159 l/m²).

Hamburg: In der Hafenmetropole lag die durchschnittliche Temperatur bei 7,7 °C (8,0 °C). Mit gut 205 l/m² (163 l/m²) und annähernd 465 Stunden (470 Stunden) war Hamburg die niederschlagsreichste sowie eine sonnenscheinarme Region.

Hessen: Hier erreichte die Temperatur 7,2 °C (7,8 °C), die Niederschlagssumme fast 160 l/m² (191 l/m²) und die Sonnenscheindauer gut 500 Stunden (452 Stunden). In Hessen war es der kälteste April seit 1977.

Mecklenburg-Vorpommern: Im nordöstlichsten Bundesland erreichte die Mitteltemperatur im Frühling 7,1 °C (7,1 °C) und damit genau ihren Klimawert. Hier fielen knapp 130 l/m² (134 l/m²) Niederschlag und die Sonne lachte über 520 Stunden (516 Stunden). Im Frühling 2021 zeigte sie sich auf Arkona mit über 620 Sonnenstunden deutschlandweit am meisten.

Niedersachsen: Niedersachsen erreichte im Mittel 7,5 °C (7,9 °C), abgerundet 175 l/m² (168 l/m²). Der April 2021 war der kühlste seit 1977. Mit 455 Stunden (455 Stunden) war es das sonnenscheinärmste Land. In Ostfriesland schien die Sonne örtlich weniger als 380 Stunden.

Nordrhein-Westfalen: Hier lag die Mitteltemperatur bei 7,6 °C (8,3 °C), der Niederschlag summierte sich auf fast 190 l/m² (205 l/m²), die Sonne schien gut 470 Stunden (441 Stunden). Der April 2021 war der kühlste seit 1977. Am 25. Mai gab es in Borken-Weseke nahe der Niederlande einen Tornado der Stärke F1, der Dächer abdeckte und Bäume umstürzte.

Rheinland-Pfalz: Im Frühjahr 2021 war Rheinland-Pfalz mit nahezu 545 Stunden (455 Stunden) die zweitsonnenscheinreichste Region. Die Meteorologen errechneten eine Mitteltemperatur von 7,5 °C (8,1 °C) und eine Niederschlagsmenge von gut 165 l/m² (194 l/m²). Der April 2021 war der dort kälteste seit 1986, der diesjährige Mai der kühlste seit 1987.

Saarland: Das Saarland war mit 7,9 °C (8,4 °C) das zweitwärmste und mit gut 200 l/m² (222 l/m²) ebenso das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Dennoch ging der diesjährige Mai als kältester seit 1987 in die Geschichte ein. Mit annähernd 565 Stunden (468 Stunden) war es die sonnenscheinreichste Region.

Sachsen: Der Freistaat erreichte durchschnittlich 6,6 °C (7,6 °C) und war mit Thüringen das kälteste Bundesland. Darüber hinaus war es mit aufgerundet 465 Stunden (460 Stunden) das zweitsonnenscheinärmste Gebiet. Der Niederschlag akkumulierte sich auf nahezu 170 l/m² (171 l/m²) und erreichte damit fast genau seinen Klimawert.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt war mit knapp 125 l/m² (135 l/m²) nach Berlin das zweittrockenste Bundesland. Im Lee des Harzes fielen örtlich weniger als 75 l/m². Die durchschnittliche Temperatur lag bei 7,5 °C (8,1 °C) und die Sonne zeigte sich über 495 Stunden (468 Stunden). Hier war der April 2021 der kälteste seit 1977.

Schleswig-Holstein: Das nördlichste Bundesland erreichte mit 7,1 °C (7,1 °C) seinen Klimawert ganz genau, darüber hinaus zählte es zu den kühlsten Regionen. Mit fast 190 l/m² (155 l/m²) übertraf es hierbei deutlich sein Soll. Die Sonne schien nahezu 495 Stunden (492 Stunden).

Thüringen: Thüringen war zusammen mit Sachsen und ebenfalls 6,6 °C (7,1 °C) die kühlste Region Deutschlands. Außerdem war der April 2021 der kühlste seit 1980. Im Frühjahr reihte sich Thüringen mit 465 Stunden (448 Stunden) bei den sonnenscheinarmen Bundesländern ein. Der Niederschlag summierte sich auf fast 150 l/m² (154 l/m²).

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