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01.06.2019 | 14:18 | Wetterrückblick Mai 2019 

Deutschlandwetter im Mai 2019: Nach 13 zu warmen Monaten erstmals wieder zu kühl

Offenbach - Nachdem der Sommer auch 2019 bereits im April ein Gastspiel gegeben hatte, schlug der Mai eine völlig andere Richtung ein. Besonders in der ersten Monatshälfte wehte immer wieder kühle Luft von Nordwesten und Norden heran.

Wetter im Mai 2019
(c) proplanta

Hoher Luftdruck brachte dabei an manchen Tagen sonniges Wetter, aber nochmals verbreitet Nachtfröste. Ansonsten sorgten Tiefdruckgebiete vor allem im Süden für reichlich Niederschlag, der sogar teilweise bis ins Flachland vorübergehend als Schnee fiel.

Insgesamt verlief der Mai nach 13 Monaten in Folge erstmals zu kühl. Er war nass bei unterdurchschnittlichem Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen.

Nach 13 Monaten: seit März 2018 erstmals wieder zu kühl



Mit 10,9 Grad Celsius (°C) lag im Mai der Temperaturdurchschnitt um 1,2 Grad unter dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 - damit erstmals seit März 2018. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach unten 2,1 Grad.

Vor alIem die erste Monatshälfte verlief ungewohnt kühl. Sie lag in manchen Orten um 5 Grad unter dem vieljährigen Mittel. Die Maxima blieben häufig unter 15 °C, in klaren Nächten trat verbreitet Frost auf. Dadurch geriet die bereits weit fortgeschrittene Vegetation wieder ins Stocken.

Bundesweit am tiefsten sank das Quecksilber am 7. in Oberstdorf mit -5,4 °C. In der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen zwar deutlich an, doch sie erreichten nicht wieder das Niveau vom Vormonat. In Kahl nordwestlich von Aschaffenburg, in Waghäusel-Kirrlach südöstlich von Speyer und in Worms am Rhein, wo im April noch jeweils 6 Sommertage ( 25 °C) aufgetreten waren, konnte man im Mai überhaupt keine zählen. Auch der Höchstwert des Monats lag nur bei 27,6 °C; er wurde am 19. in Lingen im Emsland gemessen.

Im Süden viel Regen, im Nordwesten trocken



Der Mai übertraf sein Soll von 71 Litern pro Quadratmeter (l/m²) mit gut 80 l/m² um 16 Prozent. Damit blieb die nach dem niederschlagsarmen April befürchtete große Trockenheit vorerst noch aus. Tiefdruckgebiete verschonten im Mai besonders den Nordwesten Deutschlands, wo im Emsland örtlich nur um 10 l/m² zustande kamen.

Ansonsten versorgten sie die meisten Regionen mit reichlich kostbarem Regen. Dieser ging am 4. und 5. teilweise bis ins Flachland in Schnee über, so dass sich einige Gegenden für kurze Zeit in Weiß präsentierten. Tief „Axel“ brachte vom 19. bis zum 21., erst durch heftige Gewitter und später durch Dauerregen, verbreitet riesige Niederschlagsmengen: 72-stündig fielen in Jachenau-Tannern bei Bad Tölz 231,4 l/m². Der Alpenrand erhielt im Mai mit insgesamt teils über 400 l/m² auch den meisten Niederschlag.

Sonnenschein blieb unter seinem Soll



Der Sonnenschein blieb mit rund 175 Stunden um zehn Prozent unter seinem Soll von 196 Stunden. Begünstigt waren dabei die Küsten von Nord- und Ostsee mit teils mehr als 225 Stunden. In Südbayern kamen örtlich weniger als 120 Stunden zusammen.

Das Wetter in den Bundesländern im Mai 2019

(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Schleswig-Holstein verzeichnete 10,9 °C (11,5 °C), gut 55 l/m² (54 l/m²) und war mit etwa 205 Stunden (223 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland. Hamburg erreichte 11,3 °C (12,4 °C), rund 75 l/m² (58 l/m²) und knapp 190 Sonnenstunden (213 Stunden).

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen kam auf 11,2 °C (12,3 °C), etwa 45 l/m² (61 l/m²) und knapp 185 Sonnenstunden (202 Stunden).

Bremen war mit 11,5 °C (12,4 °C) ein verhältnismäßig warmes und mit rund 30 l/m² (60 l/m²) das trockenste Bundesland. Die Sonne zeigte sich etwa 200 Stunden (205 Stunden). Faßberg in der Lüneburger Heide meldete vom 4. bis zum 8. jede Nacht Frost und am 5. sank das Quecksilber auf -4 °C.

Der wärmste Ort des Monats lag diesmal ebenfalls im Nordwesten Deutschlands: In Lingen im Emsland kletterte die Temperatur am 19. bis auf 27,6 °C. Das Emsland blieb im Mai mit teils nur 10 l/m² bundesweit auch am trockensten.

In Bodenfelde-Amelith, im äußersten Süden von Niedersachsen, fielen dagegen allein am 20. 78,5 l/m². In Helmstedt stürzte aufgrund des vielen Regens an diesem Tag die Decke einer Klinik teilweise ein.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern war im Mai 2019 mit 11,5 °C (11,9 °C) ein vergleichsweise warmes, mit etwa 40 l/m² (51 l/m²) ein trockenes und mit rund 205 Stunden (236 Stunden) das sonnenscheinreichste Bundesland.

Brandenburg und Berlin: Brandenburg war mit 12,3 °C (13,1 °C) das zweitwärmste, mit gut 35 l/m² (54 l/m²) ein niederschlagarmes und mit fast 205 Stunden (224 Stunden) ein sonnenscheinreiches Bundesland. Berlin zeigte sich mit 13,0 °C (13,6 °C) als wärmstes und mit knapp 35 l/m² (54 l/m²) als zweittrockenstes Bundesland. Die Sonne schien rund 200 Stunden (226 Stunden).

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt gehörte im Mai mit 11,8 °C (12,8 °C) zu den eher warmen Bundesländern. Die Niederschlagsmenge betrug rund 50 l/m² (52 l/m²) und die Sonnenscheindauer etwa 195 Stunden (206 Stunden).

Sachsen: Sachsen kam im Mai 2019 auf 11,0 °C (12,3 °C), etwa 65 l/m² (67 l/m²) und aufgerundet 185 Sonnenstunden (201 Stunden).

Thüringen: Im Mai 2019 zählte Thüringen mit 10,7 °C (11,7 °C) zu den kühlen und mit weniger als 170 Stunden (195 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.  Der Niederschlag erreichte nahezu 90 l/m² (66 l/m²).

Heftige Gewitter trafen am 19. vor allem den Ilmkreis südwestlich von Erfurt. Anschließend lag der Hagel zwischen Plaue und Neusiß bis zu einem halben Meter hoch. Einige Kilometer weiter nördlich schlug in Apfelstädt der Blitz in eine Scheune ein, die in Flammen aufging. Am 20. fielen in Birx in der Rhön 93,2 l/m².

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen erreichte 10,9 °C (12,4 °C) und etwa 65 l/m² (72 l/m²). Mit rund 160 Stunden (190 Stunden) war Nordrhein-Westfalen das sonnenscheinärmste Bundesland. Am 20. fielen in Nieheim im Weserbergland 91,3 l/m².

Hessen: Im Mai 2019 war Hessen mit 10,8 °C (12,1 °C) ein kühles und mit beinahe 100 l/m² (71 l/m²) ein niederschlagreiches Bundesland. Die Sonne schien etwa 180 Stunden (194 Stunden). Schwere Gewitter mit anschließendem intensivem Dauerregen suchten Ende der zweiten Monatsdekade vor allem Osthessen heim.

Am 19. fielen in Lieblos, nordöstlich von Hanau, Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle. Diese lagen noch Stunden später auf den Wiesen. Schotten im Vogelsberg meldete am 20. eine Tagessumme von 91 l/m², Hessisch- Lichtenau in Nordhessen und Schlüchtern im Südosten sogar jeweils 95 l/m².

Rheinland-Pfalz: Im Mai notierten die Meteorologen für Rheinland- Pfalz 11,0 °C (12,2 °C), mehr als 80 l/m² (70 l/m²) und etwa 190 Sonnenstunden (191 Stunden). In der ersten Maihälfte lagen die durchschnittlichen Höchstwerte z.B. in Kaiserslautern mit 14,2 °C um mehr als ein Grad niedriger als in der zweiten Februarhälfte mit 15,5 °C.

Saarland: Das Saarland verzeichnete im Mai 11,1 °C (12,5 °C), fast 85 l/m² (79 l/m²) und war mit etwa 210 Stunden (199 Stunden) ein sonniges Bundesland. Vom 1. bis zum 22. erreichte die Temperatur in Saarbrücken-Ensheim nicht die 20-Grad-Marke.

Baden-Württemberg: Baden-Württemberg war mit 10,4 °C (11,9 °C) das zweitkühlste, mit fast 125 l/m² (96 l/m²) das zweitnasseste und mit etwa 180 Stunden (189 Stunden) ein sonnenarmes Bundesland. Am 20. fielen in Baiersbronn-Ruhestein 93,3 l/m².

Bayern: Bayern präsentierte sich im Mai mit 10,2 °C (11,7 °C) als das kühlste, mit annähernd 130 l/m² (90 l/m²) als das niederschlagsreichste und mit etwa 160 Stunden (194 Stunden) als das zweitsonnenärmste Bundesland. In der ersten Maihälfte zeigte sich vielerorts noch einmal der Winter. So lagen am 5. in Oy-Mittelberg- Petersthal im Oberallgäu 9 cm, am 6. in Ettal-Graswang, nördlich von Garmisch-Partenkirchen sogar 27 cm Schnee.

Die bundesweit tiefste Temperatur des Monats meldete Oberstdorf am 7. mit -5,4 °C. Dort traten mit 10 auch die meisten Frosttage auf. In Bamberg sank das Quecksilber vom 4. bis zum 8. jede Nacht unter den Gefrierpunkt. Am 21. tobten schwere Gewitter vor allem in Oberfranken. In Wirsberg, nördlich von Bayreuth ereignete sich dabei sogar ein kleiner Tornado.

Vom 19. bis zum 21. führte sintflutartiger Dauerregen im südlichen Schwaben und in großen Teilen Oberbayerns zu enormen Niederschlagsmengen. Innerhalb von 48 Stunden kamen in Balderschwang im Oberallgäu 220,1 l/m², in Jachenau-Tannern bei Bad Tölz in 72 Stunden sogar 231,4 l/m² zusammen. Zahlreiche Flüsse und auch Seen traten über ihre Ufer. Die Zugspitze erreichte am 29. mit 640 cm die höchste Schneedecke seit Februar 1981.

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