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12.07.2020 | 06:33 | Insektenfreundlichkeit 
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Lässt die EU-Politik wildlebende Bestäuber im Stich?

Luxemburg - Der Schutz für Wildbienen, Schmetterlinge und andere wildlebende Bestäuber läuft aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs zum Großteil ins Leere.

Insektenfreundlichkeit
Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer sind wichtig für unsere Nahrungsmittel. Doch seit Jahren gibt es immer weniger von diesen sogenannten wilden Bestäubern. Auf die Hilfe der EU können sie laut einem Bericht nicht setzen. (c) proplanta

«Die bisherigen EU-Initiativen zum Schutz wilder Bestäuber waren leider so schwach, dass sie keine Früchte trugen», erklärte der zuständige EU-Rechnungsprüfer Samo Jereb am Donnerstag in Luxemburg. Der Rechnungshof forderte die EU-Kommission zum Nachsteuern auf.

Die Maßnahmen in der Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020 hielten den Rückgang von wilden Bestäubern kaum auf, wie die Prüfer feststellten. Dabei ist ein Ziel der Strategie, den Verlust von biologischer Vielfalt zu stoppen. Vorgaben wie die Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen sollten auch den wilden Bestäubern zugutekommen. Bereits im Jahr 2015 ermittelte die Kommission allerdings, dass es dabei nur sehr langsam beziehungsweise kaum Fortschritte gab.

Die Rechnungsprüfer unterscheiden in ihrem Bericht zwischen wildlebenden Bestäubern und bewirtschafteten Honigbienen. Auch eine Initiative für Bestäuber im Jahr 2018 veränderte dem Bericht zufolge wichtige politische Maßnahmen nicht. Aus dieser Mitteilung der Kommission damals resultierten keine Gesetze zum Schutz wilder Bestäuber oder entsprechende Gelder dafür.

Den Prüfern fiel außerdem auf, dass EU-Länder weiterhin Pestizide einsetzen dürfen, von denen angenommen wird, dass sie für das Bienen-Sterben verantwortlich sind. So wurde die Verwendung dreier Stoffe zwar im Jahr 2013 beschränkt, jedoch wurden im selben Jahr und auch im vergangenen Jahr sogenannte Notfallzulassungen erteilt.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kritisiert das. «Das Zulassungsverfahren von Pestiziden muss reformiert werden», erklärte der Umweltverband. Bestäuber-Arten müssten ein fester Bestandteil im Prüfverfahren werden, wenn es um die Zulassung von Pestiziden geht.

Wilde Bestäuber wie Bienen, Wespen oder Schmetterlinge spielen eine wichtige Rolle bei der Befruchtung von Pflanzen, weil sie Pollen von den männlichen auf die weiblichen Blütenteile übertragen - auch zwischen zwei Pflanzen einer Art. Damit tragen sie zur Vermehrung der Pflanzen bei und beeinflussen am Ende Menge und Qualität von Nahrungsmitteln. Durch den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln in der Landwirtschaft gibt es seit Jahren immer weniger von ihnen.

Um die Insekten in Zukunft besser zu schützen, empfehlen die Experten der EU-Kommission unter anderem, darüber nachzudenken, spezielle Maßnahmen in die Biodiversitätsstrategie bis 2030 aufzunehmen. Sie sollte außerdem deren Schutz besser in die EU-Politik integrieren und diesen auch bei der Risikobewertung von Pestiziden verbessern. Die Schutzmaßnahmen bei Pestiziden sollten mit denen für Honigbienen vergleichbar sein und Mitgliedstaaten zur Begründung von Notfallzulassungen verpflichtet werden.

Diesen Empfehlungen stimmte die Kommission zu, wie aus ihrer Antwort auf den Bericht des EU-Rechnungshofes hervorgeht. Bis Ende 2020 wolle sie etwa die EU-Initiative für Bestäuber und 2021 dann weitere Maßnahmen prüfen.
dpa
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agricola pro agricolas schrieb am 12.07.2020 08:57 Uhrzustimmen(17) widersprechen(3)
In Deutschland gibt es viele Gemeinden, die im heurigen Frühjahr auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners verzichtet haben; bereits infolge der Trockenheit vorgeschädigte Bäume bekommen nun seitens des Eichenprozessionsspinners, des Buchdruckers & Co. vollends den Rest. - Tosender Applaus!!!

Unsere ideologisch angehauchte Insektenschützerfraktion, die jedes biologische Gleichgewicht -dieses berühmte Pendel- zwischenzeitlich einseitig außer Kraft setzen möchte, sollte sich zwingend mithin auch der Agenda widmen, welche Bäume kurz- bis mittelfristig in Deutschland überhaupt noch eine Überlebenschance haben können.

Das Beispiel des Rapsglanzkäfers zeigt im übrigen, dass der Name nicht ausschließlich Programm ist - vor dieser Gattung ist keine blühende Pflanze sicher.

Was man augenscheinlich geflissentlich noch immer nicht zur Kenntnis nehmen möchte, ist das sprichwörtliche PENDEL der NATUR u. dessen Ausschläge. Man übt sich von menschlicher Hand gesteuert in brutalen Eingriffen, die ein solches nicht selten erst erheblich aus dem Gleichgewicht bringen.

So ist generell festzustellen, dass marktkonform u. vermarktungsfähig im Nahrungsmittelumfeld nur ist, was selbst auch obige Expertengremien in ihren Cerebra zulassen möchten, jeder kreative Bauer, der sich an den Bedürfnissen von Mensch, Tier und Natur vornehmlich orientiert und dabei mit vorstehender Interessenlage kollidiert, ist quasi bereits gescheitert. Zündende Ideen zünden nur, wenn die richtigen Dagoberts ihre Schatzkammern befüllen dürfen. - Shame on you! Scheinheiliger geht‘s anscheinend noch immer!

Wenn im übrigen unsere heimischen Bestäuber brav hochaktiv für eine Apfelernte sorgen wie vor zwei Jahren, dabei die Bäume unter der Last ihrer Früchte förmlichst zusammenbrechen, wo war da obige Expertise!? Die Früchte verfaulten am Ast, weil diese grandiosen Mengen niemand haben wollte.

Noch immer übt man sich zwanghaft, alleine die Vielfalt im Monokulturenanbau suchen zu müssen. Schon zu früheren Zeiten baute man Mischkulturen an -z.B. Getreide und Blühpflanzen (Wind- und Blühbestäuber) in einer Kultur. Getreide mit Erbsen oder Bohnen, Mais und Sonnenblumen -Reihe an Reihe- ... und gleich läuft die Maschinerie der filigran durchsetzungsfreudigen Verhinderungsmechanismen auf Hochtouren, Cross Compliance sieht dahingehend überhaupt keine Anwendungsformen vor. Mutterkorn in Getreide z.B. löst allerdings Mal um Mal welche Horrorszenarien unter den Bauern aus!? Roggen und Hafer als Mischkultur könnte hier vielleicht auf natürlichem Wege Barrieren errichten. Wer aber öffnet sich endlich solchen Gedankengängen!? - NIEMAND!!!

Man belässt es also selbst in obigen Reihen bei bloßen Lippenbekenntnissen, übt grandiosen Druck und Zwänge auf die NOCH(!!!) überlebenswilligen Bauern aus. Glaubt man denn wirklich, dass in nicht ferner Zukunft, wenn nur noch agrarindustrielle Strukturen überhaupt noch eine Ökonomie, wie auch immer geartet, gestatten, die Produkte, die damit auf den Verbrauchertellern landen, weitaus gesünder, vorzüglicherer Qualitätsstandards sind!? Agrarindustrielle Biobetriebe - und dann!? Schon heute eliminieren die Biobetriebe mit ihrer mechanischen Bodenbearbeitung bei unzähligen Überfahrten weitaus mehr Insekten, als dies jeder konventionelle Bauer vermag. Strategien, die eine Distelvielfalt auf solchen Flächen wahrlich geradezu explodieren lässt. Nun, unsere Altvorderen unkten schon „in jeder Distel versteckt sich ein Butterlein“; müssen wir uns also die durchaus wertvollen Distelöle auf unseren täglichen Speiseplan holen.

„Auch wenn man die Disteln ins Paradies verpflanzt, werden sie keine Rosen“, sagen die Deutschen. Die Schotten sehen das ganz anders...

Die Beurteilung sehr vieler Dinge liegt ausschließlich in der jeweiligen Sicht des Betrachters, dennoch sollten wir narzisstisch veranlagten Menschenkinder es uns wieder verstärkt zu Eigen machen, unserer Mutter Natur nicht ständig ins Handwerk pfuschen zu wollen, um extreme Pendelausschläge in die eine oder andere Richtung zu initiieren - das geht dauerhaft niemals gut!!!
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