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30.05.2013 | 09:32 | Wetterrückblick 

Österreich: Wetterrückblick Mai 2013

Wien - Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zieht eine erste Frühlingsbilanz. Die Temperatur im Frühling lag nur um 0,4° C unter dem vieljährigen Mittel.

Frühling 2013
(c) proplanta

Aber es war immerhin der kühlste Frühling seit dem Jahr 2006. Sehr ungewöhnlich waren die Regen- und Schneemengen. Sie brachten den Frühling unter die sieben niederschlagsreichsten seit dem Jahr 1858. Beachtlich auch die wenigen Sonnenstunden. Es war österreichweit gesehen der trübste Frühling seit dem Jahr 1991.

In der Klimatologie besteht der Frühling aus den Monaten März, April und Mai, da die statistische Bearbeitung ganzer Monate einfacher umzusetzen ist. Daher zieht die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bereits eine erste Frühlingsbilanz.


Temperatur: Platz 171 in der Kälte-Hitliste seit 1767

Betrachtet man die Temperatur, scheint die Statistik dem Gefühl vieler Menschen zu widersprechen. Der Frühling lag nur um 0,4° C unter dem vieljährigen Mittelwert (1981-2010). Das ergibt in der Reihe der kältesten Jahre seit 1767 Platz 171. Geht man etwas mehr ins Detail, erkennt man aber schnell die „Schwächen" des Frühlings 2013, erklärt Alexander Orlik, Klimatologe an der ZAMG: „In den letzten Jahren war der Frühling durchwegs wärmer. Wir haben heuer den kühlsten Frühlings seit dem Jahr 2006 erlebt. Was aber sicher noch viel mehr zum Eindruck eines ungewöhnlich schlechten Frühlings beigetragen hat, war die Kombination aus viel Regen und wenig Sonnenschein. Dieser Frühling war einer der sieben feuchtesten der Messgeschichte und der trübste seit dem Jahr 1991."


Niederschlag: Unter den sieben nassesten Frühlings seit 1858

Österreichweit gesehen fiel um 35 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Mittel (1981-2010). Somit gehört der Frühling 2013 zu den sieben niederschlagsreichsten der letzten 155 Jahre. Ähnlich nass war es in der jüngeren Vergangenheit in den Jahren 2006 und 1972. Den meisten Niederschlag registrierte die ZAMG im Frühling 2013 von Osttirol über Kärnten bis ins Südburgenland, mit einem Plus von 50 bis 100 Prozent im Vergleich zum vieljährigen Mittel. Im Bereich der Lienzer Dolomiten und der Gailtaler Alpen gab es sogar um bis zu 130 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel.


Sonnenschein: So wenig wie seit 1991 nicht mehr

Die Sonnenscheindauer lag österreichweit gesehen um etwa 10 Prozent unter dem vieljährigen Mittel. Das bedeutet, dass der Frühling 2013 der sonnenärmste seit dem Jahr 1991 war.


Schnee: große regionale Unterschiede

Nicht einheitlich war der Frühling in Bezug auf Schnee. Linz zum Beispiel lag mit sechs Tagen mit Schneedecke um 40 Prozent über dem vieljährigen Mittel, Innsbruck dagegen lag mit ebenfalls sechs Tagen mit Schneedecke um 20 Prozent unter dem Mittel. Klagenfurt lag mit 21 Schneedecken-Tagen um 140 Prozent über dem Mittel. Herausragend in Wien war die Tatsache, dass sich der Schnee mehr als 5 Zentimeter hoch Ende März/Anfang April mehr als einen Tag hielt. Das kommt durchschnittlich nur etwa alle 15 Jahre vor.


Die Extremwerte im Frühling 2013

Höchste Temperatur: 29,3° C am 26. April in Langenlois (N, 207 m)

Tiefste Temperatur: minus 27,1° C am 15. März am Brunnenkogel (T, 3440 m)

Tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort: minus 19,0° C am 16. März in Seefeld (T, 1182 m)

Meister Niederschlag: 630 Millimeter am Loiblpass (K, 1097 m)

Wenigster Niederschlag: 130 Millimeter in Stockerau (N, 203 m)

Meister Sonnenschein: 600 Stunden in Bruckneudorf (B, 166 m)


Der Frühling 2013 im Detail

Temperatur

Der meteorologische Frühling 2013 geht mit für die Jahreszeit deutlich zu tiefen Temperaturen zu Ende. Diese Wetterlage und ein um 1,8° C kälterer März trugen dazu bei, dass der gesamte Frühling um 0,4° C kälter verlaufen ist als das Mittel 1981-2010. Damit ist der Frühling 2013 der kälteste seit dem Jahr 2006, der österreichweit um 0,7° C kälter war als das Mittel 1981-2010. Der April 2013 lag um 1,3° C über dem klimatologischen Mittel und der Mai war um 0,8° C kälter als im Mittel. Im Mai 2010 erreichte die Monatsmitteltemperatur mit einer Abweichung von minus 0,7° C einen ähnlichen Wert.

Statistische Zusatz-Info: Der langjährige Trend der Frühlingstemperaturen, liegt derzeit um etwa 0,7° C über dem Mittel 1981-2010, mit einer Schwankungsbreite von etwa plus/minus 1,0° C. Der Frühling 2013 liegt somit in etwa im Bereich der statistischen Schwankung (normal 0,7° C über dem Mittel, aktuell 0,4° C unter dem Mittel, ergibt einen aktuellen Abstand von 1,1° C vom langjährigen Trend).

Die höchsten negativen Abweichungen traten mit minus 1,5 bis minus 0,5° C in Vorarlberg sowie von Oberösterreich bis ins Nordburgenland auf. In den anderen Bundesländern reichte die Abweichung zum Mittel 1981-2010 von minus 0,5 bis 0° C. Der relativ wärmste Ort in diesem Frühling war Windischgarsten (OÖ) mit einem Frühlingsmittel von 7,8° C und einer Abweichung von 0,5° C zum vieljährigen Mittel. Der absolut wärmste Ort war mit einem Mittel von 10,9° C (Abw. -0,9° C) die Wiener Innenstadt. Im nicht urbanen Raum war Andau (B) mit 10,5° C (Abw. -0,4° C) der wärmste Ort Österreichs. Mit einem Frühlingsmittel von 6,9° C in Fraxern (V) wurde die höchste negative Abweichung zum Mittel 1981-2010 mit minus 1,4° C gemessen. Der absolut kälteste bewohnte Ort war Obergurgel mit einer Frühlings-Mitteltemperatur von 0,7° C (Abw. -0,3° C). Unter 500 m Seehöhe war es mit einem Frühlings-Mittel von 7° C in Raabs an der Thaya am kältesten.

Die tiefsten Temperaturen registrierte die ZAMG Mitte März. Am 15. März fiel die Temperatur auf der 3440 m hoch gelegenen Wetterstation am Brunnenkogel (T) auf minus 27,1° C. Am Tag darauf wurde dann die tiefste Temperatur in diesem Frühling an einem bewohnten Ort registriert. In den frühen Morgenstunden sank die Lufttemperatur in Seefeld (T, 1182 m) auf minus 19° C.

Die höchste Temperatur wurde am 26. April mit 29,3° C in Langenlois (N, 207 m) erreicht.


Niederschlag

Ungewöhnlich hoch war die Niederschlagsmenge von März bis Mai 2013. In Summe fiel bundesweit um 35 Prozent mehr Niederschlag als im selben Vergleichszeitraum der Klimaperiode 1981-2010. Somit gehört der Frühling 2013 zu den sieben niederschlagsreichsten seit 1858. In der jüngeren Vergangenheit gab es ähnlich hohe positive Abweichungen zum Mittel 1981-2010 in den Jahren 2006 und 1972. Zu diesem Überschuss beigetragen haben vor allem die Niederschläge im Mai, sowie die Regionen Kärnten, Osttirol, die östliche Steiermark und das Südburgenland.

Es gab nur wenige Regionen, die, verglichen mit den klimatologischen Mittelwerten, nennenswert unterdurchschnittlich weniger Niederschlag erhalten haben. Zu diesen zählen die Gebiete um den Arlberg und das Außerfern. Hier summierte sich um 10 bis 20 Prozent weniger Niederschlag. Von Osttirol bis ins Südburgenland fiel um 50 bis 100 Prozent mehr, im Bereich der Lienzer Dolomiten und der Gailtaler Alpen sogar um bis zu 130 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel. Die Niederschlagsmengen von Nordtirol bis in Nordburgenland waren um 10 bis 30 Prozent, punktuell bis zu 60 Prozent höher als das Mittel 1981-2010.

Ein bemerkenswertes Einzelereignis trat am 6. Mai 2013 in Graz auf. An der Wetterstation der Universität summierte sich in 24 Stunden 90 mm Regen. Drei Viertel dieser Menge (69 mm) fiel dabei innerhalb von 2 Stunden.


Sonne

Zu den hohen Niederschlagsmengen passt auch das Defizit an Sonne. Im Vergleich zum klimatologischen Mittel schien die Sonne in diesem Frühling in Österreich um etwa 10 Prozent kürzer. Das bedeutet, dass der Frühling 2013 der sonnenärmste seit dem Jahr 1991 war. In diesem Jahr schien die Sonne um 21 Prozent kürzer als im Mittel. Die Sonnenscheindauer im Frühling 2013 entspricht jenen der Jahre 1994 bis 1996. An nur wenigen Orten wurde das klimatologische Mittel erreicht. In Seibersdorf (NÖ, 185 m) schien die Sonne mit 570 Stunden um 5 Prozent länger als im Mittel. Am absolut längsten zeigte sich die Sonne mit 600 Stunden in Bruckneudorf (B, 166 m). Im Vergleich zum klimatologischen Mittel zeigte sich die Sonne in Mariapfarr (S, 1151 m) mit einem Defizit von 30 Prozent am relativ seltensten in Österreich. Das entspricht um 170 Stunden weniger Sonnenschein als in einem normalen Frühling.


Schnee

Schnee war in diesem Frühling vor allem in den ersten zwei Frühlingsmonaten ein Thema. Zu stärkeren Schneefällen kam es Ende März und Anfang April. In den Landeshauptstädten gab es noch 6 (Innsbruck, Linz) bis 21 (Klagenfurt) Tage mit einer Schneedecke. In Innsbruck entsprechen diese 6 Tage in etwa einem Minus von 20 Prozent zum Mittel 1981-2010, in Linz einem Plus von 40 Prozent. In Klagenfurt gab es in diesem Frühling um 12 Schneedeckentage mehr als im Mittel (+ 140 Prozent). In Wien wurde an sieben Tagen eine Schneedecke beobachtet. Das sind zwei Tage mehr als im Mittel. Die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke war für diesen Frühling nicht bemerkenswert ungewöhnlich. Ungewöhnlich hingegen war der Zeitraum, indem sich noch eine Schneedecke bilden konnte. Im Raum Wien gibt es eine Schneedecke Ende März/Anfang April von mehr als 5 Zentimeter, die sich länger als einen Tag hält, durchschnittlich nur ca. alle 15 Jahre. (zamg)
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