Montag, 28.05.2012 | 11:26:30

Nachrichten


» Tier » Tierschutz
RSS buchen

19.01.2012 | 14:16
vorwärts blättern in Rubrik zurück blättern in Rubrik

EU-Kommission strebt qualitative Verbesserungen im Tierschutz an
Brüssel - Die Europäische Kommission hat heute eine neue, auf vier Jahre angelegte Strategie (2012-2015) verabschiedet, durch die der Tierschutz in der Europäischen Union weiter vorangebracht werden soll.

Huhn
Hunh (c) proplanta
„Durch das Inkrafttreten der Rechtsvorschriften zu Legehennen wurde deutlich, dass in verschiedenen Mitgliedstaaten nach wie vor Probleme beim Tierschutz bestehen. Es sind bereits Anstrengungen im Gang, doch viele Fragen erfordern andere Lösungen, damit nachhaltigere Ergebnisse erzielt werden. Die neue Strategie ermöglicht die nötige Flexibilität und erlaubt es den Beteiligten, die erforderlichen Tierschutzstandards auf unterschiedlichem Wege zu erreichen.

Die Optimierung der politischen Kohärenz und der Markttransparenz innerhalb eines umfassenden Rechtsrahmens für den Tierschutz wird die tatsächlichen oder wahrgenommenen Spannungen zwischen Tierschutzerfordernissen und wirtschaftlichen Anforderungen verringern. Tierschutzmaßnahmen müssen kostenwirksam sein. Der vorgeschlagene Mitteleinsatz für Ausbildung und Schulung wird aller Voraussicht nach sehr kostenwirksam sein, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf den Tierschutz.“, sagte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik.


Weshalb sind Änderungen nötig?

Die EU-Vorschriften zum Tierschutz, die im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte als Reaktion auf unvorhergesehene Umstände und Ereignisse sowie auf politische Forderungen erarbeitet wurden, sind zwar häufig detailliert und sektorspezifisch, insgesamt jedoch nicht flächendeckend genug. Die uneinheitliche Anwendung dieser Vorschriften in den Mitgliedstaaten führt dazu, dass in diesem wichtigen Wirtschaftszweig ungleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen. Angesichts der Vielfalt, was klimatische Bedingungen, Bodenbeschaffenheit und Bewirtschaftungssysteme angeht, müssen in diesem Bereich des EU-Rechts Änderungen vorgenommen werden.

Die neue Strategie wurde in Form einer Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss verabschiedet.

 
Weshalb gibt es immer noch Probleme?

 
Die Mitteilung der Kommission nennt die mangelnde Durchführung der EU-Vorschriften seitens der Mitgliedstaaten in einer Reihe von Bereichen als einen der Hauptpunkte, die den Tierschutz in der EU beeinträchtigen. Ein weiterer Hemmschuh für eine umfassende und gleichmäßige Durchführung der Vorschriften besteht darin, dass der Markt keine ausreichenden wirtschaftlichen Anreize zur Einhaltung der Vorschriften bietet.

In der Mitteilung heißt es außerdem, dass viele am Umgang mit Tieren beteiligte Personen nicht genug über Tierschutz wissen; darüber hinaus werden Lücken im EU-Recht benannt, die es erschweren, für bestimmte Kategorien von Tieren ausreichende Schutzbedingungen zu gewährleisten.


Vorgeschlagene Maßnahmen
 
Um diese Fragen und Probleme anzugehen, verfolgt die Strategie eine doppelten Ansatz: einen Vorschlag für ein umfassendes Tierschutzrecht und eine Intensivierung der derzeitigen Maßnahmen. Es wird davon ausgegangen, dass die vorzuschlagenden Rechtsvorschriften einen innovativen Ansatz fördern, der den Schwerpunkt auf tatsächliche Tierschutzergebnisse statt auf mechanistische Inputs legt und zudem der Ausbildung und den professionellen Standards aller Beteiligten mehr Gewicht beimisst.

Das zweite Element besteht in einer Intensivierung und Optimierung der derzeitigen Maßnahmen der Kommission durch folgende Einzelaspekte: Verbesserung der Instrumente zur Förderung der Einhaltung der rechtlichen Anforderungen seitens der Mitgliedstaaten, Stärkung der bereits bestehenden internationalen Zusammenarbeit in Tierschutzfragen, bessere Information der Verbraucher sowie Durchführung von Studien zu Bereichen, in denen anscheinend die größten Hindernisse für den Tierschutz bestehen.


Hintergrund
 
Im Jahr 2006 hat die Kommission erstmals eine Tierschutzstrategie verabschiedet. Der Aktionsplan der Gemeinschaft für den Schutz und das Wohlbefinden von Tieren 2006-2010 fasste die verschiedenen Aspekte der EU-Politik im Bereich des Tierschutzes, die die Haltung von Milliarden von Tieren in der EU zu wirtschaftlichen Zwecken regelt, in Gruppen zusammen.

Die neue Strategie stützt sich auf die vorherige und insbesondere auf die Erfahrungen, die während der fünfjährigen Laufzeit des ersten Aktionsplans gemacht wurden. Die Notwendigkeit einer neuen Strategie wird mehr als deutlich, wenn man sich die Bedeutung von Tieren in unserem Alltag vor Augen führt.
 
Was die Nutzung von Tieren angeht, ist der Landwirtschaftssektor am größten. EU‑weit werden in landwirtschaftlichen Betrieben etwa 2 Milliarden Vögel (Hühner für die Fleischproduktion, Legehennen, Truthühner, Enten und Gänse) und 300 Millionen Säugetiere (Kühe, Schweine, Schafe usw.) gehalten. Die Zahl der Heimtiere in der EU ist ebenfalls recht hoch. Schätzungsweise etwa 100 Millionen Hunde und Katzen leben in der EU. Der jährliche Wert der Viehzucht in der EU wird auf ca. 150 Milliarden EUR geschätzt.

Der Beitrag der EU zur Förderung des Tierschutzes beläuft sich Schätzungen zufolge auf 70 Millionen EUR jährlich; diese Mittel gehen entweder an Landwirte in Form von Zahlungen für Tierschutzmaßnahmen im Rahmen von Programmen zur Entwicklung des ländlichen Raums, oder sie werden für andere Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Tierschutz eingesetzt, wie zum Beispiel Forschung, Wirtschaftsstudien, Kommunikation oder Schulung und Ausbildung. (eu/ip)
Kommentieren Weiterleiten
Drucken
Schlagworte
Tierschutzstrategie EU-Kommission Strategie-Tierschutz Tierschutz

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:

Weitere Artikel zum Thema
23.05.2012
Strengere Tierschutzregelungen beschlossen
AffeBerlin - Tiere sollen in der Zucht, bei wissenschaftlichen Versuchen und im Zirkus künftig besser vor Quälerei bewahrt werden.
17.05.2012
Tierschutz seit 10 Jahren im Grundgesetz
TierschutzBerlin - Mega-Ställe mit Tausenden Legehennen, Elefanten und Löwen in Zirkuswagen, Ratten als massenhaftes «Versuchsmaterial» für die Forschung.
16.05.2012
Gemischte Bilanz über Tierschutz im Grundgesetz
FerkelBerlin - Die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz vor zehn Jahren hat aus Sicht von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein Umdenken in der Gesellschaft eingeleitet.
12.05.2012
Tierschützer sorgen sich um Exotenhaltung
ExotNürnberg - Statt Hunde und Katzen halten sich die Deutschen immer häufiger Geckos, Chamäleons und Leguane als Haustiere.
12.04.2012
Ratgeber Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung erschienen
NutztierhaltungBerlin - Die moderne Nutztierhaltung steht derzeit insbesondere bezüglich der Tierschutzstandards immer wieder in der Kritik.
Alle Artikel zum Thema »
Sie befinden sich: Nachrichten » Tier » Tierschutznach oben
Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio-Landbau
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin-Splitter
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Premium-News
Archiv
RSS-Channel

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien

Warenterminmärkte
CBoT-Weizen
CBoT-Mais
MATIF-Weizen
MATIF-Raps
MATIF-Mais
EUREX-Schweine
EUREX-Ferkel

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote
Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Agrarstatistiken
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Symposien Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen Warenbörsen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps und Rübsen Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak
Tier: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel

Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion

Umfrage
Mediathek
Fotos
Videos
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt
Weitere Online-Angebote von Proplanta:
© proplanta 2006-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Suche starten
Klick für Seitenübersicht
Status:
Webseite:
E-Mail Empfänger:
Nachricht:
Eigene E-Mail:
Hinweis: Die Angabe der E-Mail-Adresse dient nur zum Versenden sowie dazu, den Empfänger zu informieren. Die Adressen werden nicht für Werbe- oder andere Zwecke verwendet.
Kopie zusenden