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02.05.2021 | 00:02 | Weinhandel 

Globaler Weinmarkt kommt recht unbeschadet durch das Corona-Jahr 2020

Paris - Im Corona-Jahr 2020 ist der weltweite Weinkonsum gesunken, jedoch nicht so stark, wie das bei einigen anderen Produkten der Fall war.

Weinproduktion
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Weltweiter Weinverbrauch hat laut OIV im vergangenen Jahr um 3 Prozent abgenommen - Globale Erzeugung legt nach schwachem Vorjahr um 1 Prozent zu - Mehr Wein vor allen in Europa produziert - Chinas Markt in allen Bereichen rückläufig - Internationaler Weinexport nur knapp unter dem Niveau von 2019 - Ausfuhrerlöse wegen niedrigerer Preise stärker rückläufig. (c) proplanta

Laut vorläufigen Daten der Pariser Organisation für Rebe und Wein (OIV) ging der globale Verbrauch gegenüber 2019 um rund 7 Mio hl oder 3 % auf 234 Mio hl zurück. Damit sei die Abnahmerate ähnlich hoch ausgefallen wie während der Finanzkrise 2008/09 und habe zum geringsten Konsum seit 2002 geführt, berichtete die Organisation. Allerdings sei der Minderverbrauch regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und es habe in einigen Ländern auch Zuwächse gegeben. Insgesamt habe der Sektor - trotz widriger Umstände - ein hohes Maß an „Resilienz“ aufgewiesen, erklärte OIV-Generaldirektor Pau Roca.

In der Europäischen Union, auf die mit 112 Mio hl im vergangenen Jahr fast die Hälfte des weltweiten Weinverbrauchs entfiel, blieb der Absatz trotz der Corona-Pandemie nahezu stabil. Verbrauchsrückgänge in Spanien, Portugal, Rumänien, Ungarn, Schweden und Belgien wurden durch Mehrverbräuche in Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Österreich ausgeglichen. In Frankreich und Deutschland lag der Weinkonsum mit 24,7 Mio hl beziehungsweise 19,8 Mio hl laut OIV auf dem im Jahr 2019 erreichten Niveau.

In China hat sich hingegen im vergangenen Jahr der seit 2018 zu verzeichnende Rückgang des Weinverbrauchs - auch durch den harten Lockdown - beschleunigt; er brach gegenüber 2019 um 17 % auf 12,4 Mio hl ein. Vor vier Jahren hatten die Chinesen mit 19,3 Mio hl noch gut die Hälfte mehr Wein getrunken. Andere Länder mit mehr oder weniger deutlich sinkendem Verbrauch waren 2020 Australien, Kanada und Südafrika. Dagegen wurde in vielen südamerikanischen Ländern mehr Wein getrunken, in Brasilien beispielsweise die größte Menge seit dem Jahr 2000. Das weltweit führende Land im Gesamtverbrauch blieben 2020 die USA; das dort verzeichnete Volumen lag mit 33 Mio hl auf dem Vorjahresniveau.

EU-Weinerzeugung wächst deutlich



Nach vorläufigen Angaben der OIV ist bei einer stabilen globalen Anbaufläche von 7,33 Mio ha die weltweite Weinerzeugung 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1,0 % auf 260 Mio hl gestiegen. Nach den zwei sehr „volatilen“ Jahren 2017 und 2018 habe sich die Produktion - gemessen am langfristigen Mittel - auf einem leicht unterdurchschnittlichen Niveau stabilisiert.

Für die EU wird die Erzeugung auf 165 Mio hl geschätzt; das wären 12 Mio hl oder 8 % mehr als im schwachen Vorjahr. Der Grund dafür seien die guten Aufwuchsbedingungen der Reben gewesen. Dies habe die Bestrebungen von Erzeugerorganisationen in Frankreich, Italien und Spanien sowie auf EU-Ebene überlagert, die Weinproduktion angesichts der coronabedingt erwarteten Absatzdelle zu begrenzen.

In den drei südeuropäischen Ländern, auf die gut die Hälfte des globalen Weinaufkommens entfällt, ging es mit der Produktion teilweise kräftig nach oben. In Italien legte das Weinaufkommen gegenüber 2019 um 3 % auf 49,1 Mio hl zu, in Frankreich war ein Plus von 11 % auf 46,6 Mio hl und in Spanien eines von 21 % auf 40,7 Mio hl zu verzeichnen. Die Mengen lagen damit in Frankreich und Spanien auch über dem Fünfjahresmittel.

In Deutschland fiel der Anstieg mit 2 % auf 8,4 Mio hl hingegen verhaltener aus. Es gab aber auch Mitgliedstaaten in der Gemeinschaft, in denen sich der Produktionsrückgang des Vorjahres fortsetzte. So war die Weinerzeugung in Portugal, Österreich und Rumänien zwischen 2 % und 7 % rückläufig; in Ungarn fiel das Minus mit 12 % am größten aus.

Weniger Wein in der Welt



Außerhalb der EU haben die USA die umfangreichste Weinerzeugung. Diese war im vergangenen Jahr gegenüber 2019 jedoch um 11 % auf 22,8 Mio hl rückläufig, unter anderem weil im Hauptanbaugebiet Kalifornien die zahlreichen Brände die Weinstöcke direkt geschädigt hatten oder die Trauben mit Rauch kontaminiert wurden und nicht geerntet werden konnten. Weiter abwärts ging es zudem mit der Produktion in Südamerika.

Die Ernte blieb in den Hauptproduktionsländern unter dem Fünfjahresmittel. Im Vorjahresvergleich war das Weinaufkommen in Argentinien um 17 % auf 10,6 Mio hl rückläufig und in Chile um 13 % auf 10,3 Mio hl. Verantwortlich dafür waren neben der leicht eingeschränkten Anbaufläche vor allem ungünstige Wetterbedingungen durch El Niño mit viel Niederschlägen. Erste Schätzungen für 2021 lassen laut OIV jedoch wieder höhere Erntemengen auf diesem Kontinent erwarten. In China ging die Weinproduktion 2020 um 16 % auf 6,6 Mio hl zurück, womit sich der Negativtrend der Vorjahre fortsetze.

Der vierte jährliche Erzeugungsrückgang in Folge signalisiert laut OIV strukturelle Schwierigkeiten des Weinbaus in der Volksrepublik, der zusammen mit schwierigen Klimabedingungen und einer geringeren Produktivität ausländische Importweine wettbewerbsfähiger macht. Ein großer Weinanbieter auf dem chinesischen Markt war bisher Australien, doch bremsen mittlerweile Strafzölle Pekings den Handel aus. Zudem ist Australiens Weinerzeugung 2020 infolge vorheriger Dürren um 11 % auf 10,6 Mio hl gesunken.

Das Nachbarland Neuseeland verzeichnete dagegen ein Plus von 11 % auf einen neuen Produktionsrekord von 3,3 Mio hl. Außerhalb der EU konnte ansonsten nur Südafrika seine Produktion merklich steigern, nämlich um 7 % auf 10,4 Mio hl.

Globaler Export knapp stabil



Relativ unbeschadet hat der globale Handel mit Wein das Corona-Jahr 2020 überstanden. Laut OIV lag der aggregierte Export der Lieferländer bei 105,8 Mio hl; das waren nur 1,7 % weniger als 2019, und das Niveau lag im Schnitt der vergangenen Dekade. Etwas deutlicher waren die Spuren von Covid-19 bei den Ausfuhrerlösen zu sehen, die um 6,7 % auf 29,6 Mrd Euro sanken. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass insbesondere der höherpreisige Wein unter dem Lockdown der Gastronomie gelitten habe und deshalb weniger eingeführt worden sei, so die Pariser Analysten.

Mengenmäßig wichtigster globaler Weinexporteur war Italien mit 20,8 Mio hl, obwohl das Ausfuhrvolumen im Vorjahresvergleich um 2,4 % zurückging. Das 2019 noch gleichauf liegende Spanien verzeichnete ein stärkeres Exportminus von 5,9 % auf 20,2 Mio hl. Wertmäßig hatte jedoch Frankreich die Nase beim internationalen Weinabsatz vorn. Die Verkaufserlöse sanken zwar im Vorjahresvergleich um 10,8 % auf 8,74 Mrd Euro, doch reichte dies, um Italien mit 6,23 Mrd Euro auf den zweiten Platz zu verweisen.

Deutschland belegte 2020 den achten Platz bei den globalen Weinausfuhren, die allerdings im Vorjahresvergleich um 10,3 % auf 3,4 Mio hl sanken. Die Exporteinnahmen fielen sogar um 15,5 % auf 882 Mio Euro. Rechnerisch entsprach das 2,59 Euro/l; 2019 waren es noch 2,75 Euro/l gewesen. Weitaus teurer verkauften 2020 die Franzosen mit 6,42 Euro/l ihren Wein, während der Durchschnittswert in Italien nur bei 1,30 Euro/l lag. Der globale Mittelwert lag bei 2,80 Euro/l, während 2019 ein Wert von 2,95 Euro/l ermittelt wurde.
AgE
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