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24.04.2016 | 02:28 | Nahrungsmittelproduktion 
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Welternährung ohne Mineraldünger unmöglich

Frankfurt/Main - Die Bekämpfung von Hunger ist eines der wichtigsten Ziele der Vereinten Nationen. Der „Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung" ist auch Deutschland 2015 beigetreten, unter anderem mit der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger".

Düngemittelgabe
(c) proplanta

Für die Pflanzenproduktion sind die UN-Ziele: Erhöhung der Produktivität und der Produktion, Erhaltung der Ökosysteme und Verbesserung der Land- und Bodenqualität.

Hunger bekämpfen – dieses wichtige Ziel erfordert große Anstrengungen von der Landwirtschaft, denn sie muss deutlich mehr Nahrungsmittel produzieren. Schließlich müssen nicht nur die heute hungernden Menschen ausreichend versorgt werden, sondern auch die in den nächsten Jahrzehnten weiter wachsende Weltbevölkerung.

Im Jahr 2050 werden rund 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben, was laut der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, im Vergleich zu heute einen Zuwachs von rund 39 Prozent bedeutet. Um dann alle Menschen ausreichend ernähren zu können, muss die globale Getreideproduktion um 46 Prozent wachsen. Damit stellt sich die Frage, wie diese zusätzliche Menge erzeugt werden kann. Es könnten die Anbauflächen ausgeweitet werden, was aber nur in einem sehr geringen Umfang von circa 4 Prozent möglich ist.

Deutlich mehr Fläche ließe sich nur durch die Inkulturnahme von Urwäldern, Steppen und Mooren, also von schützenswerten naturbelassenen Ökosystemen, gewinnen. Da das nicht nachhaltig ist, bleibt nur eine Alternative: auf den bisherigen landwirtschaftlich genutzten Flächen muss deutlich mehr geerntet werden. Das wiederum erfordert einen höheren Einsatz von Nährstoffen für die Pflanzen in Form von Mineraldüngern.

Warum ist für die Erhöhung der Ernten und damit für die Ernährung der Weltbevölkerung mehr Mineraldünger erforderlich? Unsere Kulturpflanzen wie etwa Getreide, Kartoffeln oder Gemüse nehmen mineralische Pflanzennährstoffe auf, die sie für ihr Wachstum und den Aufbau ihrer Inhaltsstoffe benötigen.

Mit den Ernteprodukten werden diese Nährstoffe schließlich von den Ackerflächen abgefahren. Damit für die nächste Kultur wieder ausreichend Nährstoffe verfügbar sind, müssen diese mit Mineraldüngern wieder zugeführt werden. Mineraldünger ersetzen also die dem Boden entzogenen Pflanzennährstoffe.

Ein besonders hohes Potenzial, um die Ernten durch Düngung zu erhöhen, gibt es hauptsächlich in den sich entwickelnden Ländern. In Europa und Nordamerika mit ihren hohen Ernten wird dagegen zunehmend gefordert, weniger zu düngen, den Pflanzenschutz zu reduzieren und auf organischen Landbau umzustellen. Diese Forderung geht allerdings auf Kosten auch der Länder mit Hungerproblem. Denn bereits heute werden außerhalb Europas auf 15 bis 30 Millionen Hektar Fläche Nahrungsmittel für den Export nach Europa angebaut. Diese starke Schwankung ergibt sich aus der Höhe der Ernten in Europa.

Ist die Produktion in Europa hoch, nimmt der Netto-Import in Europa ab. Eine Extensivierung des Pflanzenbaus oder die Umstellung auf organischen Landbau würde zu deutlich niedrigeren Erträgen in Europa führen. Dementsprechend würde die außerhalb Europas benötigte Fläche für Importe in die EU dann ebenfalls deutlich zunehmen.

Die große Bedeutung der Mineraldüngung für die Ernährung lässt sich anhand verschiedener Beispiele veranschaulichen. So haben sich die Weizenerträge in Deutschland unter anderem durch eine zunehmende Düngung in den letzten 100 Jahren vervierfacht. Wissenschaftliche Berechnungen haben ergeben, dass sich bereits heute etwa 50 Prozent aller Menschen von Nahrungsmitteln ernähren, die nur durch den Einsatz von Mineraldünger erzeugt werden können. Dieser Anteil wird zukünftig weiter zunehmen.

Intensive Mineraldüngung auf den vorhandenen Anbauflächen hat aber auch weitere Vorteile. So werden pro Tonne Weizen weniger klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt als bei extensivem Weizenanbau, und wertvolle Ökosysteme mit hoher Biodiversität können erhalten werden.

Wichtig ist schließlich die Tatsache, dass die europäischen Landwirte heute mehr Nahrungsmittel erzeugen als vor 20 Jahren bei einem geringeren Einsatz von Stickstoff. Die Effizienz der Stickstoffdüngung hat sich also erhöht, was Landwirten und der Umwelt zugutekommt.
IVA
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Kommentare 
Monsanto schrieb am 30.04.2016 22:32 Uhrzustimmen(121) widersprechen(159)
Meine Güte,vielleicht tröstet es ja das es auch andere Berufsgruppen gibt ,die ebenfalls nicht unerheblichen ressentiments unterworfen sind.Letztendlich bist du für dein Handel selbst verantwortlich.Du kennst die Regeln und du hast die Wahl.
agricola pro agricolas schrieb am 24.04.2016 18:38 Uhrzustimmen(160) widersprechen(98)
Aufklärerische Scheinheiligkeit in Reinform... - Über gesunden Menschenverstand integerer Charaktere ließe sich wahrlich vortrefflichst streiten! // Hier positionieren sich die „Gralsritter der Neuzeit“ eher geschwätzig mit „stahlblitzender Speerspitze“ und fordern in extrem ermüdender Lethargie die fatale Produktionssteigerungsstragie wieder einmal innerhalb der Landwirtschaft ein; eben jene absolut ignorant eigennützige Mär eines unverzichtbaren enormen Wachstumprogrammes einzig im Nahrungsmittelumfeld wird gebetsmühlenartig abgespielt, um sich selbst durchgängig ausschließlich der „Sahnehäubchen“ u. „Filetstückchen“ bedienen zu können/WOLLEN, der REST darf ruhig sorg- und achtlos auf dem Biomüll landen!? - Die vorstehend blanke Zahlenjonglage macht allerdings unverblümt offensichtlich, dass hier einzig die eigenen Ökonomiebestrebungen dominieren, das Themenumfeld der Nachhaltigkeit in einer verantwortlich gelebten mittel- bis langfristigen Ökologie keine wirklich tragende Rolle spielt. Wieder einmal begegnen wir dem mittlerweile absolut „stumpfen“ Totschlagargument, die Landwirtschaft mehr oder weniger allein in die Verantwortung für den Hunger der Welt stellen zu wollen. - Keine Bauerngeneration vor uns ist jemals blindwütiger mit dem Einsatz von Stickstoffdünger umgegangen, wie es in eben diesem Stil aktuell von uns konventionellen Bauern eingefordert und auch praktiziert wird. Man zementiert damit aber lediglich jene Überhänge, die kein gesundes Marktgefüge jemals braucht und real nachfragt -wenn man den jeweiligen „Papierernten“ vollumfänglich Glauben schenken darf- und somit perverserweise innerhalb unserer dekadent westlichen Wohlstandswelten zu mehr als EINEM DRITTEL mittlerweile qualitativ hochwertigste Nahrungsmittel in der BIOMÜLLTONNE landen!!! Von den in den amtlichen Empfehlungen sowie insbesondere derer aus Reihen der Düngemittelindustrie propagierten Einsatzmengen eingangs Frühjahr fahren wir nicht vollumfänglich mit hieraus erzeugten Futter- u. Lebensmitteln von unseren Äckern, ein nicht geringer Anteil, bei absolut überhöhten Mengen bis gar zur Hälfte, landet im Nirwana WO!? Wenn wir in unserem Trinkwasser selbigen begegnen, so ist uns der Unmut unserer Mitmenschen als schmerzhaft abtitulierte Brunnenvergifter gewiss. Der aktuelle Algenwachstum in vielen kleineren und größeren Fließgewässern lässt hier ferner Parallelen nicht wirklich verleugnen. Aus obig berufenen Mündern vernehmen wir hierzu allerdings rein gar nichts!!!(?) Im heurigen Jahr nur 5% weniger von uns Bauern erzeugt, könnte für die Bauern segensreiche Preisanhebungen von bis zu 20% zur Folge haben, ohne dass hierdurch Versorgungslücken sich auftun müssten. Solche Anbaustrategien stoßen allerdings insbesondere beim IVA u.a. wohl durchgängig auf absolute Ablehnung. WARUM NUR!? // Gerade wir Bauern erleben aktuell die existenzbedrohliche Zuspitzung sektorenübergreifender Erzeugerpreismiseren innerhalb eines durchaus funktionierenden Weltmarktgefüges, das solche ausbeuterischen Strategien unmissverständlich gnadenlos betriebswirtschaftlich abzustrafen weiß. - Und ganz nebenbei ruinieren wir Bauern dabei auch noch lemmingenhaft treudoof unsere wertvollsten Ressourcen, unsere Böden, weil wir blindgläubig den „pharisäerhaften Wanderpredigern“ immer wieder unser vollstes Vertrauen schenken. - Wie viele Bauern in unseren Reihen können sich ein solch betriebswirtschaftlich ruinöses WEITER SO aber auf Dauer noch leisten!? Es ist tunlichst an der Zeit, sich des eigenen Ratios zu bedienen und nicht weiter widerspruchslos die Umschichtung über Bauernfamiliengenerationen hinweg hart erarbeiteter Vermögenswerte Zug um Zug in den nimmersatten Schlund eines umgebenenden kapitalmächtig absolut dominanten Agrarindustrieklientels einfach geschehen zu lassen. Deutschland/EUROPA schafft damit langsam und sicher die eigenen Bauern ab. - Bricht damit tatsächlich bald das Zeitalter der „gedruckten Steaks“ ein!?
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