Mittwoch, 30.11.2022 | 00:41:03
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
04.08.2022 | 11:52 | Getreideexporte 

EU will an alternativen Routen für Getreide aus Ukraine festhalten

Brüssel - Die EU will trotz der Wiederaufnahme von Getreideexporten über ukrainische Schwarzmeerhäfen an ihrer Initiative für alternative Frachtrouten festhalten.

Getreideexporte
Über ukrainische Schwarzmeerhäfen kann wieder Getreide exportiert werden. Da die Mengen vorerst weit vom Vorkriegsniveau entfernt bleiben dürften, will die EU allerdings am Ausbau alternativer Routen festhalten. Die zuständige Brüsseler Kommissarin bittet um Hilfe. (c) proplanta

Da es schwierig sein werde, die Ausfuhrmenge über die Schwarzmeerhäfen sofort wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen, blieben andere Transportwege von entscheidender Bedeutung, erklärte ein Beamter der zuständigen EU-Kommission auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Jede exportierte Tonne zähle und indem man die Kapazität und Flexibilität des europäischen Verkehrssystems erhöhe, könne man dazu beitragen, die Nahrungsmittelversorgung in armen Partnerländern zu sichern.

Die für den Transportsektor verantwortliche EU-Kommissarin Adina Valean erklärte: «Es sind noch Verbesserungen möglich.» So gebe es nicht genügend Güterwaggons und Binnenschiffer und es brauche mehr Kapazitäten für die vorübergehende Lagerung ukrainischer Ausfuhren. Jede Art von Hilfe sei willkommen.

Die EU engagiert sich für die Erleichterung von Agrarexporten aus der Ukraine, weil durch Russlands Angriffskrieg bedingte Blockaden erhebliche Auswirkungen auf die globalen Nahrungsmittelmärkte haben und in Ländern des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas die Ernährungssicherheit bedrohen. Nach Angaben der Kommission war die Ukraine bis zum Beginn des russischen Angriffskriegs der weltweit größte Exporteur von Sonnenblumenöl, der drittgrößte Exporteur von Rapssamen und Gerste, der viertgrößte Exporteur von Mais sowie und der fünftgrößte Exporteur von Weizen.

Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskrieges zuletzt monatelang blockiert gewesen. Die EU-Kommission hatte deswegen im Frühjahr eine Initiative zum Ausbau alternativer Logistikrouten über Länder der Europäischen Union gestartet. Sie trug dazu bei, dass im Juli rund 2,6 Millionen Tonnen Agrarprodukte die Ukraine verlassen konnten - nach nur rund 1,34 Millionen Tonnen im April. Stark genutzt wurden nach Angaben der Brüsseler Behörde dabei vor allem Transportwege zu Häfen in Rumänien und Polen.

Die größten Hoffnungen ruhen derzeit allerdings auf einem von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelten Abkommen, das eine Wiederaufnahme von regelmäßigen ukrainischen Agrarexporten über das Schwarze Meer ermöglichen soll. Über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen wurden nach EU-Zahlen bis vor dem Krieg rund 90 Prozent der Ausfuhren von Getreide und Ölsaaten abgewickelt - bei Getreide waren es demnach bis zu fünf Millionen Tonnen pro Monat.

Dass dieses Niveau in absehbarer Zeit wieder erreicht werden kann, gilt nichtsdestotrotz als unwahrscheinlich. Das erste Schiff, das Anfang der Woche unter dem UN-Deal den Hafen von Odessa verließ, hatte gerade einmal rund 26.000 Tonnen Mais geladen.
dpa
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Gut die Hälfte des Getreides wandert in den Futtertrog

 Scholz hält Zeitplan für Öl-Embargo zu Jahresbeginn fest

 Selbstversorgungsgrad mit Getreide leicht gestiegen

 Verlängerung des Grain Deal: Matif-Futures reagieren uneinheitlich

 Özdemir und Schulze begrüßen Verlängerung des Getreideabkommens

  Kommentierte Artikel

 Kauf-nix-Tag soll zum Umdenken anregen

 Grippewelle 2022/23: So früh und stark wie selten

 Bayernweites Verbot von Geflügelschauen nach Vogelgrippe-Ausbruch

 Rheinland-Pfalz: Kein Agrarland-Verkauf in größerem Stil an Investoren

 Reduzierung der Waschbären: Appelle und Aufklärung statt Gewehre?

 Deutschland im Rennen um besten Klimaschutz leicht zurückgefallen

 Özdemir lobt Ausbau von Transportwegen in die Ukraine

 Schaffung landwirtschaftlicher Flächen Hauptgrund für Artenschwund

 Bundesregierung setzt beim Moorschutz auf Freiwilligkeit und Kooperation

 Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Trinkwassergebieten verbieten

Proplanta online mit Werbung und Cookies nutzen

Wir und unsere Partner nutzen Tracking (insb. Cookies), um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, sowie zur Ausspielung von News, Artikeln, Informationen und Anzeigen.

  • Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen
    • Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.
  • Datenübermittlung an Partner in den USA (Drittstaatentransfer)
    • Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die übermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden.
  • Einbindung von externen Multimedia-Inhalten
    • Für eine umfassendere Informationsdarstellung nutzen wir auf unseren Websites Inhalte von Dritten, wie z.B. Social Media- oder Video-Plattformen, angezeigt. Dabei werden durch diese Dritten, die auch zu den oben genannten Partnern zählen, Daten verarbeitet.
  • Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen
    • Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.
  • Genaue Standortdaten verwenden
    • Ihre genauen Standortdaten können für einen oder mehrere Verarbeitungszwecke genutzt werden. Das bedeutet, dass Ihr Standort bis auf wenige Meter präzise bestimmt werden kann.
Mit Abo nutzen Nutzen Sie proplanta.de ohne Tracking, externe Banner- und Videowerbung für 4,95 € / Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Abo finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in den FAQ.