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10.02.2013 | 14:58 | Heilpflanzen-Steckbrief 

Salbei - Ein Küchenkraut das sogar gegen Halsschmerzen hilft

Stuttgart/Hohenheim - Echter Salbei gilt seit Jahrtausenden als vielseitig verwendbare Heilpflanze. Seine ursprüngliche Heimat liegt im Mittelmeerraum, bei uns wird die Pflanze jedoch in vielen Gärten kultiviert.

Salbei - Wirkung - gegen Halsschmerzen
Echter Salbei Salvia officinalis L. (c) kazakovmaksim - fotolia.com

Der echte Salbei (Salvia officinalis L.) ist nicht zu verwechseln mit dem hier einheimischen Wiesensalbei (Salvia pratensis L.), der nicht für medizinische Zwecke verwendet wird. Außerdem ist er auch nicht identisch mit dem hier ebenfalls bekannten, aus Mexiko stammenden Azteken-Salbei (Salvia divinorum). Diese Salbeiart wirkt psychoaktiv. Der Wirkstoff Salvinorin A kann schon in geringen Mengen eine starke halluzinogene Wirkung auslösen.

Der Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen "salvere - gesund bleiben" ab, das auch dem Gruß „Salve!“ zugrunde liegt. Als Heilpflanze waren Salbei-Arten jedoch wohl schon lange vor der römischen Blütezeit bei den Ägyptern um 6.000 v. Chr. und den Chinesen (3.000 v. Chr.) hoch geschätzt. Dies hat sich auch im Mittelalter bis in die heutige Zeit nicht geändert.

Nicht nur in der Heilkunde, sondern auch in der Küche werden frische Salbeiblätter gerne verwendet. Außer für das bekannte "Saltimbocca" dient Salbei zum Verfeinern von Suppen, Eintöpfen und Bratensoßen. Fisch, Lamm und Leber, aber auch Quark und Weichkäse kann mit Salbei abgerundet werden. Für kulinarische Zwecke kann der Salbei auch gut frisch in Gefrierbeuteln eingefroren werden.

Wichtigste Inhaltsstoffe
Ätherische Öle wie Borneol, Campher, Cineol und Thujon, außerdem Tannine, Saponoside, Cholin.

Ernte
Da Echter Salbei in der Natur bei uns nicht anzutreffen ist, beerntet man die Pflanzen aus Kultur. Verwendung finden die Blätter und - seltener - die blühenden Sprossspitzen. Die ausgewachsenen Blätter werden von Mai bis Juli gesammelt, die Sprossspitzen von Mai bis August. Dafür werden die Stängel 10 bis 20 cm unterhalb der Blüten geschnitten. Das Erntegut wird zur Aufbewahrung im Schatten schonend getrocknet.

Heilwirkung
Salbei löst Krämpfe und regt die Funktion von Darm und Galle an. Bekannt ist zudem seine Wirkung auf das Atemsystem, auf das er balsamisch und auswurffördernd wirkt. Salbei hilft allgemein gegen Halsschmerzen (Husten, Heiserkeit, Kehlkopfentzündungen). Er senkt den Blutzuckerspiegel, lindert übermäßiges Schwitzen und Unterleibsbeschwerden.

Bei äußerlicher Anwendung zeigt Salbei eine antiseptische und adstringierende Wirkung. Er hilft deshalb bei schwer heilenden Wunden, aber auch bei Zahnfleisch-Entzündungen, Rötungen im Mundbereich, Prothesen-Druckstellen und schlechtem Atem. Früher wurde Salbei zur Zahn- und Zahnfleischpflege verwendet.

Anwendung
Salbei-Tee bereitet man aus 1 Teelöffel Blättern oder Blüten, die man mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießt und 10 Minuten ziehen lässt. Von dieser Zubereitung trinkt man 2-3 Tassen pro Tag. Der Geschmack des Salbeitees kann mit etwas Honig verbessert werden.

Auch als Weintinktur findet Salbei innere Anwendung. Hierfür setzt man 4 g der Blätter auf 100 ml Weißwein an und lässt die Mischung fünf Tage ziehen. Man trinkt ein kleines Gläschen bei Bedarf.

Salbei-Honig wird traditionell bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Zur Zubereitung gibt man ein Bündel Salbei in einen Topf, bedeckt es mit Honig und lässt die Mischung eine Stunde lang leicht köcheln. Nach dem Abseihen kann man davon nach Bedarf einen Esslöffel im Mund zergehen lassen.

Äußerlich wird der Salbeitee, wie oben beschrieben zubereitet, für Mundspülungen, Waschungen und zum Gurgeln eingesetzt.

Wegen der adstringierenden und antibakteriellen Wirkung kann man auch Salbei-Lotion als Ersatz für herkömmliche Deos verwenden. Hierfür setzt man 1,5 Tassen frische Salbeiblätter auf 1 Liter Wasser mit 10 Gewürznelken und 2 Sternanis-Blüten an, lässt die Mischung 15 Minuten köcheln und wieder abkühlen. Nach dem Abseihen kann man die Lotion in einen Pumpzerstäuber geben oder mit einem Wattebausch auftragen.

Gegenanzeigen
Wie alle Drogen mit viel ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffen sollte auch Salbei nicht überdosiert werden, da sonst der Magen zu stark belastet werden kann. Andere Nebenwirkungen sind nicht bekannt. In der Schwangerschaft sollte man jedoch auf eine innere Anwendung verzichten.

Allgemeine Warnhinweise
1. Die hier vorgestellten Rezepte und Hinweise entbinden nicht davon, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
2. Dies gilt insbesondere für akute Krisenfälle, in denen unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden muss, und für länger andauernde Beschwerden.
3. Vor einer Dauerbehandlung mit Heilpflanzen ist unbedingt fachkundige Beratung nötig.
4. Vorsicht bei Allergien - sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.
5. Die vorgestellten Kräuterarten nicht im Übermaß verzehren. Halten Sie sich bei der Einnahme an die angegebene Dosierung.
6. Das Sammeln in freier Natur sollten Sie fachkundigen Personen überlassen. Wenn eine Pflanze nicht eindeutig identifizierbar ist, darf sie nicht als Heilpflanze oder Lebensmittel verwendet werden.
7. Kräuter aus der freien Natur können Verunreinigungen aufweisen. Im Zweifelsfall lieber in der Apotheke kaufen. (proplanta)

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