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13.02.2022 | 00:57 | Ölsaaten 

Preisrallye bei Sojabohnen geht weiter

Washington / Chicago - Die Preishausse an den internationalen Sojamärkten hat durch den neuen Erntebericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) frische Nahrung erhalten.

Sojamarkt 2022
Der Frontmonat in Chicago springt kurzzeitig über die 16-Dollar-Marke - USDA kürzt die Ernteprognose für Brasilien um 5 Millionen Tonnen - Conab ist sogar noch pessimistischer hinsichtlich der Ertragsausfälle - Enge Sojabilanz zieht die Rapsnotierungen an der Matif mit nach oben - Säbelrasseln im Ukrainekonflikt sorgt für Kursphantasie beim Weizen. (c) Lucky Dragon - fotolia.com

Das USDA hat in dem am Mittwoch (9.2.) vorgelegten Report die für Südamerika erwartete Bohnenernte nochmals deutlich zusammengestrichen und damit auf die anhaltende Trockenheit im Süden des Kontinents reagiert.

Vordere Sojabohnen zur Abrechnung im März übersprangen daraufhin an der Leitbörse in Chicago zumindest kurzzeitig die Marke von 16 $/bu (517 Euro/t). Zum Wochenschluss standen für den Frontmonat noch 15,83 $/bu oder umgerechnet 510 Euro/t auf dem Kurszettel.

Besonders stark nahmen die Fachleute in Washington ihre Prognose für das Aufkommen in Brasilien zurück. Dort sollen in diesem Jahr 134,0 Mio. t Sojabohnen vom Feld geholt werden; bisher war man von 5 Mio. t mehr ausgegangen. Die Vorhersage für Argentinien wurde um 1,5 Mio. t auf 45,0 Mio. t gekürzt, die für Paraguay um 2,2 Mio. t auf 6,3 Mio. t.

Die Erwartungen hinsichtlich Export und Verarbeitung hat das USDA aufgrund der absehbar kleineren Angebotsmenge für alle drei Länder ebenfalls gesenkt. Weltweit taxiert das Ministerium die Sojabohnenernte 2021/22 jetzt auf 363,9 Mio. t, nach 372,6 Mio. t im Januarbericht. Da die Nachfrage der Ölmühlen nicht aus der laufenden Produktion gedeckt werden kann, sollen die weltweiten Reserven gemäß der USDA-Bilanz bis zum Saisonende um weitere 2,4 Mio. t auf 92,8 Mio. t sinken.

Steht weitere Korrektur bevor?



Was die dürrebedingten Ertragseinbußen angeht, könnte sich das USDA schon im nächsten Erntebericht Mitte März zu weiteren Kürzungen bei der südamerikanischen Sojaernte veranlasst sehen.

Am Donnerstag revidierte nämlich die dem Agrarressort in Brasília zugeordnete Versorgungsgesellschaft Conab ihre Vorhersage für das eigene Land auf nur noch 125,5 Mio. t Sojabohnen nach unten. Das sind 8,5 Mio. t weniger, als vom USDA im aktuellen Bericht ausgewiesen. Im Süden von Brasilien ist es für die Bohnen viel zu trocken, während im westlich gelegenen Bundestaat Mato Grosso annähernd normale Flächenerträge erwartet werden.

Raps diesmal im Fokus



Dem deutlich kleineren Rapsmarkt schenkt das USDA in seiner Marktkommentierung oft wenig Beachtung. Diesmal weist man jedoch darauf hin, dass die reibungslose Rapsaussaat in Indien die dortigen Bauern auf hohe Erträge hoffen lässt. Die Rapsernte auf dem Subkontinent startet üblicherweise im April. Dann könnten dort 10,8 Mio t der schwarzen Ölfrucht gedroschen werden.

Im Januar hatte das USDA die indische Rapsernte noch auf „nur“ 9,5 Mio. t taxiert. An der europäischen Leitbörse Matif profitierten die Rapsfutures quer durch alle Laufzeiten aber von der unerwartet niedrigen Conab-Schätzung für die brasilianische Sojaernte.

Am Freitag gegen 17 Uhr hiesiger Zeit musste für Raps aus der Ernte 2022 zur Abrechnung im August fast 620 Euro/t angelegt werden. Die psychologisch wichtige 600-Euro-Marke war in der abgelaufenen Handelswoche aufgrund der vielen „bullischen“ Nachrichten zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, nach unten durchbrochen zu werden.

Preisvorsprung zum Mais schmilzt



Mit Blick auf den globalen Weizenmarkt in der laufenden Saison 2021/22 geht das USDA in seinem Februar-Report von einer kleineren Produktion, einem höheren Verbrauch, einem größeren Handel und kleineren Endbeständen aus - alles Zutaten für feste Weizenpreise.

Der Großteil der Produktionsrückgänge wird für klassische Weizenimportländer des Nahen Ostens vorhergesagt, wo im Irak und auch in Syrien aufgrund der anhaltenden Trockenheit ab Mai vermutlich weniger Weizen gedroschen werden dürfte. Den globalen Weizenverbrauch 2021/22 hat das USDA wegen einer voraussichtlich höheren Weizenverfütterung leicht angehoben, und zwar um 0,6 Mio. t auf 788,1 Mio. t. Unter anderem wurde Kanadas Futterverbrauch um 1,7 Mio. t auf 4,5 Mio. t heraufgesetzt.

Chinas Futterweizenbedarf kürzte das USDA dagegen um 1,0 Mio. t auf 35,0 Mio. t und begründete dies mit dem inzwischen stark geschrumpften Preisvorsprung zu Mais und den 2022 bisher nicht ganz so aktiven staatlichen Weizenauktionen in der Volksrepublik.

Weizenreserven auf Fünfjahrestief



Aufhorchen ließ viele Weizenhändler die unerwartet kleinausgefallene Vorhersage zum Lagerbestand beim weltweit wichtigsten Halmgetreide. Statt mit bisher 280 Mio. t rechnet das USDA jetzt zum Saisonende 2021/22 nur noch mit globalen Reserven von 278,2 Mio. t. Das wäre der niedrigste Stand seit fünf Jahren.

Die Aussicht auf eine weniger komfortable Marktversorgung stützte die Weizennotierungen an den internationalen Terminmärkten. An der Pariser Matif verteuerte sich Weizen zur Abrechnung im September in der abgelaufenen Handelswoche unter dem Strich um 5 Euro auf 255 Euro/t.

Das anhaltende Säbelrasseln im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sorgte für zusätzliche Kursphantasie. Beide Schwarzmeeranrainer zählen bekanntlich zu den größten Weizenexporteuren, weshalb eine Eskalation den internationalen Handel empfindlich stören würde.

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8736 Euro

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