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25.09.2007 | 07:49

Aufruf zum weltweiten Klimaschutz - Merkel: «Riesenfortschritte»

New York - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in den weltweiten Anstrengungen für einen effektiven Klimaschutz erhebliche Fortschritte.

Angela Merkel
(c) proplanta
 Zum Abschluss des UN-Klimagipfels in New York würdigte Merkel am Montagabend (Ortszeit) vor allem die Bewegung der US-Regierung. Sie verwies darauf, dass sich US-Außenministerin Condoleezza Rice klar zu Klimaschutzverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen bekannt habe. «Gemessen an dem, wo wir vor einiger Zeit standen, ist das ein Riesenfortschritt», sagte Merkel.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zog eine positive Bilanz: «Dieses Treffen hat ein machtvolles politisches Signal an die Welt (...) gesandt, dass es auf höchster Ebene den Willen und die Entschlossenheit gibt, mit der Vergangenheit zu brechen und entschieden zu handeln», sagte er.

Zuvor hatten Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ihren Willen zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel bekundet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: «Der Klimawandel wird zu dramatischen Schäden führen, wenn wir nicht entschlossen handeln.» Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor «verheerenden Folgen», sollte die internationale Gemeinschaft nicht schnell reagieren.

Merkel verwies auf die wachsenden Gefahren durch Überflutungen und
Dürrekatastrophen und auf erwartete Wohlstandseinbußen von bis zu 20 Prozent. Die Kanzlerin erneuerte ihren Vorstoß, in Zukunft jedem Menschen auf der Welt nur noch die gleiche Menge an Kohlendioxid-
Ausstoß zuzugestehen. Im Gegensatz zur momentanen Haltung der USA sprach sie sich auch für verbindliche Reduktionsziele und für einen weltweiten Emissionshandel aus. «Deutschland ist bereit, zum
Klimaschutz seinen Beitrag zu leisten», so ihr Fazit.

Ban sagte, die Wissenschaft habe die Gefahren der Erderwärmung klar genug belegt. «Die beispiellose Herausforderung durch den Klimawandel verlangt ein beispielloses Handeln», rief der UN-Chef den Teilnehmern zu. Keine Nation könne die Probleme alleine bewältigen. «Das ist genau die Art von globaler Herausforderung, für die die Vereinten Nationen am besten geeignet sind.»

Ban, der den Klimaschutz zu einem seiner Hauptanliegen erklärt hat, wollte mit der Konferenz ein klares Signal für die Verhandlungen über die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls im Dezember in Bali setzen. Dort müsse es einen «klaren Durchbruch» geben, forderte er.

Die Kanzlerin zeigte sich überzeugt, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum durchaus vereinbar sind. «Wenn wir weltweit auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad setzen, verzichten wir nicht auf Wohlstand. Wir erzeugen ihn auf eine andere Weise», sagte sie.

US-Außenministerin Condoleezza Rice bekannte sich klar zu einem Klimaschutz unter dem Dach der Vereinten Nationen, machte aber deutlich, dass die USA mehr auf neue Technologien als auf den Abbau von Treibhausgasen setzen: «Unsere Bemühungen (...) sind auf die technologische Entwicklung ausgerichtet.»

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte mit Blick auf die Bali-Konferenz klare Ziele für den Abbau der Treibhausgase. «Die Vorgabe von minus 50 Prozent bis zum Jahr 2050 muss absolute Priorität haben, um eine Weltkatastrophe zu vermeiden», sagte er. Nicht zu handeln, wäre «kriminell».

Nach Ansicht des früheren US-Vizepräsidenten und Umweltaktivisten Al Gore ist ein «Globaler Marshall-Plan» - entsprechend dem amerikanischen Hilfsplan für Europa nach dem Krieg - nötig, um den Klimawandel und die Armut in der Welt zu bekämpfen. «Wir können einfach nicht länger warten. Wir können nicht weiter business as usual machen.»

Als erster Redner der Konferenz hob der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen einer «grünen» Politik hervor. In Kalifornien seien allein in diesem Jahr mehr als 1,1 Milliarden Dollar (rund 800 Mio Euro) in saubere Technologien investiert worden. «Reiche und arme Länder haben unterschiedliche Verpflichtungen. Aber eine Verpflichtung haben wir alle gemeinsam: Handeln, Handeln, Handeln», sagte er. (dpa)
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