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16.05.2010 | 05:43 | Tierkrankheit  

EFSA veröffentlicht wissenschaftliches Gutachten zu Fragestellungen im Zusammenhang mit Q-Fieber

Parma - Nachdem es in den Niederlanden zu einem deutlichen Anstieg von Q-Fieber-Fällen bei Menschen gekommen ist, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftliche Empfehlungen zu dieser auch auf den Menschen übertragbaren Tierkrankheit bereitgestellt.

EFSA veröffentlicht wissenschaftliches Gutachten zu Fragestellungen im Zusammenhang mit Q-Fieber
Das Gutachten [1] hebt die Bedeutung von Q-Fieber bei Tieren und Menschen hervor, verschiedene Risikofaktoren, die am Auftreten und der Verbreitung der Erkrankung beteiligt sind, sowie die Wirksamkeit möglicher Kontrollmaßnahmen auf EU-Ebene.

Aus dem Gutachten der EFSA geht hervor, dass Infektionen mit Coxiella burnetii, dem Bakterium, das Q-Fieber verursacht, in der EU weitverbreitet bei Rindern, Schafen und Ziegen auftritt. Die Ausbreitung der Krankheit zwischen Tieren kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, aber insgesamt wird die Gesundheit der Tiere nur in begrenztem Maße beeinträchtigt, da die Krankheit nur selten bei den Tieren selbst auftritt. Das Gutachten enthält die Empfehlung, mit einer Kombination von Maßnahmen das Q-Fieber langfristig und kurzfristig zu kontrollieren, wobei eine präventive Impfung von Tieren als die wirksamste langfristige Maßnahme angesehen wird.

Die verfügbaren Informationen deuten daraufhin, dass Q-Fieber auch eine begrenzte Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit hat, auch wenn es für manche Risikogruppen von Bedeutung sein kann.[2] Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Menschen durch den Verzehr von Milch oder Fleisch von infizierten Tieren erkranken können.

Der Vorsitzende des EFSA-Sachverständigengremiums für Tiergesundheit und Tierschutz, Philippe Vannier, erläutert hierzu: „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen der Tiergesundheit und der öffentlichen Gesundheit ist für die Bewältigung von Risiken und Problemen im Zusammenhang mit einer Krankheit wie dem Q-Fieber von wesentlicher Bedeutung. Daher hat die EFSA eng mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) kooperiert, um für Entscheidungsträger integrierte Empfehlungen zu Q-Fieber auf europäischer Ebene auszugeben, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Tiergesundheit und die Übertragung der Krankheit von Tieren auf den Menschen umfassen.

Wir brauchen einen frühen Informationsaustausch zwischen Veterinären und praktizierenden Humanmedizinern, um den Ursprung von Ausbrüchen beim Menschen besser zu identifizieren und wenn möglich präventive Maßnahmen einzusetzen. Wichtig ist, dass wir alle dieselbe Sprache sprechen und Daten auf die gleiche Weise aufzeichnen müssen. Die Harmonisierung von Datenerhebungen ist von entscheidender Bedeutung, um ein akkurates Bild der Situation in Europa aufzuzeichnen und zu beobachten, wie sich dies mit der Zeit ändert.“

Im EFSA-Gutachten wird ausgeführt, dass eine Infektion mit Coxiella burnetii, dem Bakterium, das Q-Fieber verursacht, bei Rindern, Schafen und Ziegen in der EU weit verbreitet ist. Infektionen mit Coxiella burnetii können bei sehr verschiedenartigen landwirtschaftlichen Betriebsformen auftreten, die Auswirkungen auf die Tiergesundheit insgesamt ist jedoch begrenzt, da die Krankheit bei den Tieren selbst nur selten auftritt. Wenn die Erkrankung auftritt, insbesondere bei Schafen und Ziegen, kann es zu Reproduktionsstörungen, einschließlich Fehlgeburten kommen.

Eine Reihe von Faktoren, wie die Nähe zu Schafen und Ziegen (insbesondere bei Geburten) sowie trockenes, windiges Wetter, kann das Risiko einer Infektion beim Menschen beeinflussen. Allerdings bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der relativen Bedeutung dieser Risikofaktoren, und es ist wahrscheinlich, dass oft mehr als ein Faktor eine Rolle spielt. Es wurde kein klarer Zusammenhang zwischen dem Übergang der Infektion aus dem Bereich von Farmen auf den Menschen und der Größe der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe oder der Virulenz der verschiedenen Stämme der Infektion festgestellt.

Im Gutachten werden eine Reihe von Maßnahmen festgehalten, mit denen sich die Infektion mit Coxiella burnetii bei Schafen und Ziegen kontrollieren ließe, jedoch wird auch betont, dass möglicherweise eine Kombination von Maßnahmen erforderlich ist, um Übertragungswege sowohl über die Landwirtschaft als auch aus der Umwelt anzugehen. Eine Impfung könnte als langfristige Option zur Kontrolle in Betracht gezogen werden, kurzfristig dürfte sie wahrscheinlich nicht wirksam sein. Einige Optionen, wie das Aussondern von trächtigen Tieren, wurden für die langfristige Kontrolle als nicht geeignet angesehen, könnten aber beim Ausbruch der Krankheit berechtigter Weise erwogen werden. Die Behandlung von infizierten Tieren mit Antibiotika wurde nicht empfohlen.

Das EFSA-Gutachten enthält eine Reihe von Empfehlungen, einschließlich der Harmonisierung der Datenerhebung in Bezug auf Q-Fieber bei Tieren, damit Vergleiche in zeitlicher Hinsicht und zwischen Ländern möglich sind. Außerdem wurde die Bedeutung der raschen Diagnose und Meldung von Q-Fieber-Fällen bei Tieren hervorgehoben, sowie der frühzeitige Informationsaustausch zwischen Tierärzten und praktizierenden Humanmedizinern.

Ferner hat die EFSA heute einen separaten Bericht veröffentlicht, auf den im EFSA-Gutachten umfassend eingegangen wird und der Vorschläge für die Entwicklung eines harmonisierten Überwachungs- und Meldesystems für Q-Fieber bei Tieren in den EU-Mitgliedstaaten enthält. Der Bericht wurde von der EFSA gemäß Artikel 36 der EFSA-Gründungsverordnung finanziell unterstützt und von einem Konsortium von wissenschaftlichen Institutionen von verschiedenen Mitgliedstaaten unter Federführung der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit Agence Française de Sécurité Sanitaire des Aliments (AFSSA) erstellt. (EFSA)

________________________________________

[1] Das Gutachten ist vom EFSA-Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW-Gremium) mit Unterstützung des EFSA-Gremiums für biologische Gefahren (BIOHAZ-Gremium), dem EFSA-Referat für Datenerhebungen zu Zoonosen, dem EFSA-Referat für Bewertungsmethodik und in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erstellt worden.
[2] Das ECDC ist in diesem Zusammenhang im Begriff, eine Risikobewertung im Zusammenhang mit Aspekten von Q-Fieber für die menschliche Gesundheit zu veröffentlichen.
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