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20.11.2011 | 13:32 | Waldzustand 

Puttrich: Gesundheitszustand des Waldes ist stabil

Wiesbaden - Der Zustand des hessischen Waldes ist stabil.“ Das sagte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2011 in Bad Schwalbach.

Waldzustand

Die kontinuierliche Beobachtung von wetter- und schädlingsbedingten Änderungen durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und das Engagement der Mitarbeiter unseres Landesbetriebs Hessen-Forst mache sich bezahlt, so Puttrich weiter. Hessen als waldreichstes Land der Bundesrepublik trage besondere Verantwortung für den Erhalt der Wälder. „Die 42 Prozent Wald unserer Landesfläche verpflichten uns im besonderem Maße, die vielfältigen positiven Wirkungen des Waldes auf unsere Umwelt und für unsere Gesellschaft zu erhalten", unterstrich die Ministerin.

„In der mittel- und langfristigen Planung für die hessischen Wälder stellen wir uns dabei auf veränderte klimatische Bedingungen ein. Die lange Trockenperiode in diesem Frühjahr sowie die knackigen Frosttemperaturen, die es vereinzelt noch im Mai gab, hatten großen Einfluss auf den Zustand des Waldes und könnten in Zukunft häufiger auftreten", so Puttrich. So habe sich der Zustand der Kronen im Durchschnitt verschlechtert. Die Absterberate sei von 0,1 auf 0,2 Prozent leicht angestiegen, liege jedoch unter dem geringen langjährigen Mittel von 0,3 Prozent. „Beide Entwicklungen werden von uns aufmerksam beobachtet", sagte Puttrich.

Schon jetzt werde bei der Verjüngung des Waldes und bei Nachpflanzungen auf Baumarten gesetzt, die Erfahrungsgemäß besser mit Trockenperioden zu Recht kommen. „Der vermehrte Einsatz der Douglasie ist ein Beispiel hierfür. Außerdem haben wir für ganz Hessen die Standorte der Fichten untersucht, um risikoorientiert mit Nachpflanzungen reagieren zu können", erklärte die Ministerin. Insbesondere der Fichte fällt es schwer mit unregelmäßigen und langen Trockenperioden fertig zu werden.

„Da die Fichte (25 %) und die Buche (31 %) in Hessen die häufigsten Baumarten sind, wird das hessische Gesamtergebnis erheblich vom Zustand dieser beiden Baumarten beeinflusst", sagte Puttrich. So sei die Buche in diesem Jahr besonders durch eine hohe Fruchtbildung aufgefallen. „97 Prozent der Buchen in der Altersstufe über 60 Jahre haben Früchte ausgebildet. Dies belastet den Stoffhaushalt und beeinflusst das Erscheinungsbild erheblich", sagte Puttrich. Das Resultat seien häufig eine frühere Blattvergilbung und die Bildung sehr kleiner Blätter. „Eine Buche kann eben entweder große Blätter oder viele Früchte produzieren. Beides geht leider nicht", erläuterte Puttrich.

Zusätzlich wurde das Erscheinungsbild der Buchenkronen regional durch Spätfrostschäden und Insektenfraß beeinflusst. Bei den anderen Baumarten ist die Entwicklung der Kronenverlichtung uneinheitlich. Der Verlichtungsgrad hat sich bei den älteren Eichen etwas verbessert, bei den Fichten etwas verschlechtert und ist bei den älteren Kiefern nahezu unverändert geblieben.

Wie im Vorjahr stand auch im Jahr 2011 der Waldboden im Fokus der Maßnahmen. „In diesem Jahr wurden in Hessen 14.600 Hektar Wald gekalkt. Das sind noch einmal 1.400 Hektar mehr als im Vorjahr", so Puttrich. Allein das Land Hessen wende für diese Maßnahmen rund 2,1 Millionen Euro auf. Die Bodenzustandserhebung zeige, dass sich die Bodenschutzkalkung als wirksame Maßnahme zum Schutz des Waldbodens und zur Stabilisierung der Waldernährung bewährt hat, unterstrich die Ministerin.

In Folge der verbesserten Nährstoffsituation hätten beispielsweise die deutlichen Vergilbungsschäden an Nadeln und Blättern abgenommen und würden nun kaum noch in Erscheinung treten. „Die Fortführung der Bodenschutzkalkung ist ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Waldböden und muss deshalb fortgesetzt werden", so Puttrich.

Mit Sorge betrachte das Umweltministerium die Waldsituation im Rhein-Main-Gebiet. „Um den Besonderheiten des Waldes in der Rhein-Main-Region Rechnung zu tragen, haben wir auch in diesem Jahr ein zusätzliches Erhebungsraster auf einer Fläche von 4 auf 4 Kilometern eingerichtet", so Puttrich. Zwar wiege der Anstieg der mittleren Kronenverlichtung bei den über 60jährigen Bäumen weniger drastisch als im Landesdurchschnitt, die Absterberate liege mit 0,8 Prozent aber viermal höher als in Gesamthessen, sagte die Ministerin. Mit dem Waldsanierungsprogramm Rhein-Main werde dieser besonderen Situation jedoch Rechnung getragen.

Für Verjüngungsmaßnahmen im Staatswald wurden in den vergangenen Jahren fünf Jahren rund 1,8 Millionen Euro investiert. „Wir pflanzen und säen dort ein, wo lichtes Kronendach zum schnellen Wachstum von Gräsern führt. So vermeiden wir, dass dem Boden wichtige Nährstoffe entzogen werden und Bäume erschwerte Wachstumsbedingungen haben", erläuterte Umweltministerin Puttrich. Für die Jungwuchs- und Jungbestandspflege wurden im selben Zeitraum etwa 660.000 Euro aufgewendet. Zusätzlich gehe sie davon aus, dass nach der Auswertung des Projekts „Waldentwicklungsszenarien für das Hessische Ried" konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation des Waldes im Rhein-Main-Gebiet abgeleitet werden könnten.

„Wir stellen uns der Herausforderung eines sich ändernden Klimas", sagte Puttrich. Deshalb würden die laufenden Maßnahmen wie eine kontinuierliche Waldpflege und Verjüngung sowie die Bodenschutzkalkung fortgesetzt. Mittel- und langfristig erfolge aber auch ein Umbau in noch risikoärmere Waldstrukturen.


Weitere Ergebnisse im Detail:

  • Die ältere Buche (über 60 Jahre) zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen deutlich ungünstigeren Kronenzustand. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 28 % (2010) auf 38 % angestiegen. Diese Entwicklung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Fruchtbildung der Buche. Der Anteil fruktifizierender Buchen in der Altersstufe über 60 Jahre beträgt 2011 97 %.

  • Der mittlere Blattverlust der älteren Eiche hat sich um 2 %-Punkte verringert (2010: 27 %; 2011: 25 %).

  • Der Blattverlust der jüngeren Eiche hat sich dagegen von 12 % (2010) auf 22 % stark erhöht. Verantwortlich für diesen Anstieg ist eine, auf wenige Flächen konzentrierte, starke Zunahme der Fraßschäden durch Schmetterlingsraupen.

  • Bei der älteren Fichte hat sich die mittlere Kronenverlichtung von 27 % (2010) auf 31 % erhöht. Die extrem geringen Niederschläge im Frühjahr 2011 haben in Teilbereichen zu erneutem Trockenstress bei der Fichte geführt, der den Anstieg der Kronenverlichtung erklärt.

  • Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Kiefer hat sich von 25 % (2010) auf 26 % geringfügig erhöht. Insgesamt zeigt die ältere Kiefer - im Vergleich zu den anderen Hauptbaumarten - während des Beobachtungszeitraums den geringsten Anstieg der Kronenverlichtung.

  • Bei den jüngeren Bäumen (bis 60 Jahre) aller Baumarten ist die Kronenverlichtung um 2 %-Punkte auf 12 % leicht angestiegen.

  • Die zweite Bodenzustandserhebung lieferte wichtige Erkenntnisse über die räumliche und zeitliche Quantifizierung der Kohlenstoffvorräte im Boden. Aktuelle Auswertungen ergaben für einen 15-jährigen Untersuchungszeitraum eine durchschnittliche Speicherrate an Kohlenstoff in Hessens Waldböden von 330 kg je Jahr und Hektar. Bezogen auf die Waldfläche Hessens ergibt dies für den gesamten Zeitraum eine Summe von etwa 4,3 Millionen Tonnen organischem Kohlenstoff, der in den Waldböden gespeichert wurde. Ein beachtlicher Beitrag des hessischen Waldes zum Klimaschutz. (PD)
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