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11.05.2022 | 07:37 | Wildbestand regulieren 
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Neues Jagdgesetz in Brandenburg gestoppt - Agrarminister kündigt Änderungen an

Potsdam - Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) hat nach dem vorläufigen Stopp des Entwurfs für das Jagdgesetz durch die Koalition umfangreiche Änderungen angekündigt.

Jagdgesetz in Brandenburg
Die rot-schwarz-grüne Koalition hat Agrarminister Vogels Entwurf für ein Jagdgesetz erst einmal kassiert. Zu groß war die Kritik etwa von Jägern und Waldbesitzern. Der Minister zeigt sich offen. (c) Bergringfoto - fotolia.com
Er zeigte sich am Dienstag auch offen für einen Verzicht auf die geplante Senkung der Jagdreviergröße, die umstritten war.

«Wir werten die in den über 70 Stellungnahmen eingegangenen Vorschläge der Verbände und Einzelpersonen sowie die Anmerkungen der anderen Ministerien aus und werden sie im überarbeiteten Gesetzentwurf berücksichtigen», sagte Vogel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die vorgeschlagene Hektargröße von zehn Hektar für ein Jagdrevier wird laut Vogel nicht mehr notwendig sein.

Der Minister wollte mit der Veränderung des Jagdgesetzes eine bessere Regulierung des Wildbestandes bei mehr Tierschutz erreichen und den Wald für mehr Klimaschutz umbauen. Im neuen Jagdgesetz sollen Waldeigentümer unter anderem mit mindestens zehn Hektar eigene Jagdbezirke gründen können, nicht mehr nur ab 150 Hektar oder im Ausnahmefall die Hälfte. Damit hätten viel mehr Waldbesitzer als vorher die Möglichkeit, über eine Jagd zu entscheiden.

Der Deutsche Jagdverband und andere Organisationen hatten die Pläne im Gesetz als wildtierfeindlich abgelehnt. Sie kritisieren, dass der Waldumbau allein durch verstärkten Abschuss von Pflanzenfressern gelingen soll. Naturschützern geht der Entwurf nicht weit genug. Sie warnen vor Gefahren für Bäume durch Rehe und Hirsche. Die Spitzen der rot-schwarz-grünen Koalition hatten deshalb am Montag beschlossen, dass der Referentenentwurf überarbeitet werden soll.

CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann begrüßte die Entscheidung der Koalition. «Es steht außer Frage, dass Veränderungen im Landesjagdgesetz notwendig sind, auch um den Waldausbau und Waldumbau zu befördern», sagte er. «Sie müssen aber auch auf Akzeptanz stoßen sowohl bei den Waldbesitzern als auch bei den Jagdverbänden.»

Vogel verwies auf alternative Vorschläge, die aufgegriffen werden könnten. «Dreh- und Angelpunkt für uns ist, dass Waldeigentümer, die ihren Wald umbauen wollen, Einfluss auf die Jagd als Schlüssel zum klimastabilen Wald bekommen», sagte der Minister. «Dafür gibt es auch andere interessante Vorschläge, beispielweise vom Waldbesitzerverband, die wir bereits prüfen.»

Jäger und Interessenvertreter hatten statt kleinerer Eigenjagden ein großräumiges Wildtiermanagement vorgeschlagen über Hegegemeinschaften, die in Brandenburg abgeschafft werden sollten.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Benjamin Raschke betonte, das Ziel sei, den Waldaufwuchs in Brandenburg voranzubringen. Er sieht dafür Zeitdruck: «Jeden Monat, den wir das nicht tun, geht uns da ein großes Stück Klimaschutz verloren.» Die «Märkische Allgemeine» hatte am Montag über die Entscheidung der Koalition zum Jagdgesetz berichtet.
dpa/bb
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Kommentare 
johann96 schrieb am 11.05.2022 15:33 Uhrzustimmen(7) widersprechen(4)
Dieses Gesetz , wenn es so kommt wird gemeingefährlich. Oder soll nur Jagd mit Pfeil und Bogen möglich sein. Was treibt nur zu solchen Unsinn. Klimawandel ist , aber nicht durch fehlenden Wald. Er wird sich auch wieder umgekehrt wandeln. Die menschliche Einflußnahme liegt ganz woanders. Das haben die Schlaumeier noch nicht erkannt. Es sind voranschreitende Wüsten , deren Fläche fehlt als Wachstums- und Verdunstungsfläche
A. Fischer schrieb am 11.05.2022 14:31 Uhrzustimmen(4) widersprechen(7)
Politiker/innen wie Herr Axel Vogel machen mir Angst.
Wie konnte so eine Jagdgesetzänderung eigentlich jemals die Schublade des Herrn Ministers verlassen?
Von 100 kompetenten Menschen aus dem Bereich, hätten ihm sicher 99 den Rat gegeben, verbrenne den unqualifizierten Quatsch.

Diese völlig fehfehlte einseitige Sichtweise, der Waldumbau wird den Klimawandel dämpfen, genau so ein Unsinn.

Anpflanzungen werden zu einem hohen Prozentsatz, nicht das
3. Lebensjahr erreichen.
Mangels Wasser, Hitze, Sandboden der mal eine Humusschicht hatte. *

Kraftstoffe subventionieren und ... erhöhte Wilderlegung,
da wird NIE ein Schuh draus,
auf den man stolz sein könnte.

10.05.2022
Die Erderwärmung schreitet offenbar schneller voran als bisherige Berechnungen vermuten ließen. Nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO könnte bereits im Jahr 2026 die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen.
...
Die WMO teilte in Genf mit, die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei fast 50 Prozent. Das heiße aber nicht, dass die 1,5-Grad-Marke dauerhaft überschritten werde; in den Folgejahren könne der Wert auch wieder niedriger liegen, hieß es. Durchschnittlich werde es in den kommenden Jahren aber weiter steigende Temperaturen geben.
Aus und mehr:
https://www.deutschlandfunk.de/weltwetterorganisation-1-5-grad-erwaermung-koennte-schon-2026-erreicht-sein-100.html

*
"Waldräumung" lautete das Patentrezept vieler Förster gegen das Massensterben der Bäume. Und verantwortliche Politiker stimmten zu: Wir müssen die Wälder räumen!, forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner 2019 auf einem Wald-Krisengipfel.

Bund und Länder stellten 1,5 Milliarden Euro bereit: für Kahlschläge, Waldräumung, Wiederaufforstung. Das Ergebnis begutachtet Pierre Ibisch im Oberharz auf der Kahlfläche.

Er fährt mit seiner Hand in die ausgetrocknete Erde, voller Steine.

Hier wird kein Wasser mehr gespeichert. Es wird Jahrhunderte dauern, bis hier wieder ein Waldboden entstehen kann - wenn denn hier Wald wächst.
Aus:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/klima-wald-kahlschlag-100.html
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