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01.12.2009 | 06:00 | Gentechnik 

China gibt grünes Licht für den Anbau von gentechnisch verändertem Reis und Mais

Aachen - China wird in wenigen Jahren mit dem großflächigen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen beginnen.

Gentechnisch veränderter Reis
(c) Elwynn - fotolia.com
Das Komitee für biologische Sicherheit beim chinesischen Landwirtschaftsministerium hat den Anbau von gentechnisch verändertem Reis und Mais freigegeben, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei an der Entscheidung beteiligte Wissenschaftler. Beide Pflanzen wurden von chinesischen Forschungseinrichtungen entwickelt.

Der gv-Reis verfügt über eine Resistenz gegen Schadinsekten (Bt‑Reis). Bei Anbauversuchen vor einigen Jahren hatte sich gezeigt, dass Bt-Reis deutlich weniger Insektizide benötigt als derzeit im herkömmlichen Anbau üblich. Die chinesischen Regierung hatte jedoch die Entscheidung über die Zulassung immer wieder verschoben. Man befürchtete, dass Bt-Reis den Export nach Europa und in andere Regionen gefährden könnte. Wiederholt wurden in Reisprodukten aus China bei Kontrollen in Europa geringe Spuren des dort nicht zugelassenen Bt-Reis gefunden.

"Wir erwarten, dass mit der Zulassung von Bt-Reis in China es nun für andere Ländern erheblich einfacher geworden ist, einen ähnlichen Weg einzuschlagen", sagte Robert Zeigler, Generaldirektor des Internationalen Reis-Forschungsinstituts auf den Philippinen gegenüber Reuters. Das Institut arbeitet an mehreren gentechnisch veränderten Reislinien, die vor allem für Kleinbauern gedacht sind.

Zuvor hatten die chinesischen Behörden auch den Anbau eines von staatlichen Forschungsinstituten entwickelten gv-Maises genehmigt, der infolge eines eingeführten Gens das Enzym Phytase bildet. Dadurch können Schweine und Geflügel den im Maisfutter enthaltenen Phosphoranteil verwerten. Zugleich sinkt die Umweltbelastung, da Gülle und Stalldung weniger mit Phosphaten belastet sind.

Mit den Zulassungen unterstreicht die chinesische Regierung erneut, dass sie auf die Grüne Gentechnik setzt, um die Bevölkerung trotz der knapper werdenden Ressourcen Land und Wasser aus eigener Kraft zu ernähren. China will bis 2020 die nationale Getreideproduktion jährlich um acht Prozent zu steigern. Die Regierung hat ein mit zwei Milliarden Euro ausgestattetes Forschungsprogramm aufgelegt, um mit gentechnischen Verfahren Reis-, Mais und Weizenlinien mit neuen Eigenschaften zu entwickeln.

Es wird damit gerechnet, dass ein großflächiger Anbau von Bt-Reis und Phytase-Mais in zwei bis drei Jahren beginnt. (TransGen)
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