Montag, 05.12.2022 | 01:50:07
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
25.09.2022 | 12:15 | Biomarkt 

Bio-Lebensmittel: Rehn warnt vor „schlimmstem Einbruch“ seit 35 Jahren

Bonn - Der deutsche Ökolebensmittelmarkt scheint aktuell besonders unter Druck. Alnatura-Geschäftsführer Prof. Götz Rehn warnte Anfang vergangener Woche gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) vor dem „schlimmsten Einbruch“ im Biomarkt seit 35 Jahren.

Bio-Lebensmittel
(c) proplanta

Als Gründe dafür nannte der 72-Jährige neben der Inflation die Kaufzurückhaltung der Verbraucher im Biofachhandel und deren Wechsel in den Discounter sowie die hohen Energiepreise. Zugleich verwies Rehn auf den „unglaublichen Bio-Boom“ 2021, der manche dazu verleitet habe, Projekte anzugehen, die sie heute in Schwierigkeiten bringe.

Für „vollständig illusorisch“ hält der Alnatura-Geschäftsführer derzeit das Ziel der Bundesregierung, 30 % Ökolandbau bis 2030 zu erreichen. Dazu müssten bundesweit jährlich 450.000 ha umgestellt werden; 2021 seien es lediglich 80.000 ha gewesen. Zudem wies Rehn darauf hin, dass viele Ökolandwirte noch die Ernte 2021 auf Lager hätten, und diese nicht vermarktet bekämen. „Das Drama, das sich da anbahnt, ist gigantisch“, so der Alnatura-Chef.

Er forderte eine Mehrwertsteuersenkung auf Biolebensmittel und einen verpflichtenden Anteil von Bio in öffentlichen Einrichtungen. Scharfe Kritik übte Rehn außerdem an den Preisen für Biolebensmitteln in Discountern und Supermärkten. Es gebe „gar keine echten Preise; die Preise lügen“. Rehn vertritt die Auffassung, dass die Preise für konventionelle Ware nicht der Wahrheit entsprechen, da die gesellschaftlichen Folgekosten der Produktion nicht enthalten sind.
AgE
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Bioland gründet Insektenlobby

 Alnatura macht weniger Umsatz

 Anzahl der Biohöfe in Niedersachsen gestiegen

 Biobranche in Österreich verzeichnet weiter steigende Umsätze

 Ökoflächenanteil in Mecklenburg-Vorpommern bei 14,5 Prozent

  Kommentierte Artikel

 Klimaexperte will Bauen mit Holz voranbringen

 Landwirt in Marbach muss Rinder abgeben

 Tirols Bauern empört über Tourismus-Werbung mit Haferdrink

 Tierquälerei im Stall: Haftstrafen für Allgäuer Landwirte

 Aktuelle Auswertungen 2022: Nitratbelastung im Grundwasser immer noch vielerorts deutlich zu hoch

 Kauf-nix-Tag soll zum Umdenken anregen

 Grippewelle 2022/23: So früh und stark wie selten

 Bayernweites Verbot von Geflügelschauen nach Vogelgrippe-Ausbruch

 Rheinland-Pfalz: Kein Agrarland-Verkauf in größerem Stil an Investoren

 Reduzierung der Waschbären: Appelle und Aufklärung statt Gewehre?