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14.10.2021 | 07:45 | Geschäftszahlen 

Südzucker steigert Ergebnis im ersten Halbjahr 2021

Mannheim - Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 stieg der Konzernumsatz um rund 250 Millionen Euro auf 3.596 (Vorjahr: 3.349) Millionen Euro.

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Südzucker verzeichnet einen deutlichen Ergebnissprung im zweiten Quartal. (c) proplanta

Während der Umsatz im Segment Spezialitäten leicht zurückging, stieg er im Segment Frucht moderat bzw. in den Segmenten Zucker, CropEnergies und Stärke deutlich an. Das Konzern-EBITDA lag mit 278 (Vorjahr: 276) Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Durch einen deutlichen Anstieg im zweiten Quartal stieg das operative Konzernergebnis im Berichtszeitraum auf 134 (Vorjahr: 129) Millionen Euro moderat an. Der Ergebniszuwachs ist im Wesentlichen auf den deutlichen Anstieg im Segment Zucker im zweiten Quartal zurückzuführen, in dem das Segment Zucker wieder ein positives operatives Ergebnis ausweist. In den Segmenten Spezialitäten, CropEnergies und Stärke ging das operative Ergebnis dagegen deutlich, im Segment Frucht moderat zurück.

Segment Zucker mit positivem Ergebnis im zweiten Quartal

Der Umsatz im Segment Zucker stieg deutlich auf 1.231 (Vorjahr: 1.113) Millionen Euro an. Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf höhere Zuckererlöse seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres 2020/21 und seit dem zweiten Quartal 2021/22 auch auf gestiegene Absätze zurückzuführen. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 war anfangs noch von positiven Einflüssen infolge von Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Pandemie geprägt. Diese wurden im weiteren Verlauf des letzten Geschäftsjahres von einer schwächeren Nachfrage der zuckerverarbeitenden Industrie deutlich überlagert.

Während im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 der operative Verlust noch deutlich über dem des Vorjahres lag, konnte das Segment Zucker im zweiten Quartal  wieder ein positives Ergebnis erzielen. Dadurch zeigt sich auch kumuliert beim operativen Ergebnis mit -18 (Vorjahr: -58) Millionen Euro eine deutliche Verbesserung. Dabei standen den höheren Zuckererlösen weiterhin insbesondere rohstoffpreisbedingt gestiegene Produktionskosten aus der Kampagne 2020, aber auch höhere Kosten für Verpackungsmaterialien gegenüber. Positiv wirkte seit dem zweiten Quartal nun auch der Absatzanstieg.

Rübenanbau und Verarbeitungskampagne 2021

Nach mehreren überwiegend von Trockenheit geprägten Anbaujahren regnete es in diesem Jahr in nahezu allen Anbaugebieten ausreichend, teilweise sogar zu viel. Dies führte zu überdurchschnittlichen Rübenerträgen. Da es in den Sommermonaten jedoch an Sonnenschein mangelte, werden eher niedrige Zuckergehalte erwartet. Insgesamt wird mit einem überdurchschnittlichen Zuckerertrag in der Südzucker-Gruppe und einer Zuckerproduktion aus Rüben von 4,2 Millionen Tonnen deutlich über Vorjahr (Vorjahr: 3,5 Millionen Tonnen) gerechnet.

Die Kampagne startete am 2. September 2021 in Polen. Die meisten der übrigen Südzucker-Werke begannen Mitte September bis Anfang Oktober 2021 mit der Rübenverarbeitung.

Segment Spezialitäten von Kostensteigerungen belastet

Der Umsatz im Segment Spezialitäten lag mit 856 (Vorjahr: 872) Millionen Euro nur noch leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt konnten die Absatzmengen im zweiten Quartal zum Vorjahr gesteigert werden, sodass der Rückstand nach dem ersten Halbjahr etwas verringert werden konnte. Im Vorjahr war der Beginn des ersten Quartals durch die teils sprunghafte Nachfragesteigerung, beispielsweise bei Tiefkühlpizzen, geprägt.

Das operative Ergebnis ging deutlich auf 64 (Vorjahr: 80) Millionen Euro zurück. Ergebnisbelastend wirkten dabei im ersten Halbjahr insgesamt rückläufige Absatzmengen sowie insbesondere deutlich gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Verpackungsmaterialien.

Segment CropEnergies trotz Rohstoff- und Energiekostensteigerungen mit deutlicher Ergebnisverbesserung gegenüber dem ersten Quartal

Der Umsatz im Segment CropEnergies konnte deutlich auf 427 (Vorjahr: 373) Millionen Euro gesteigert werden. Dabei trugen nach pandemiebedingten Verwerfungen bei der Kraftstoffnachfrage im Vorjahreshalbjahr nun höhere Absatzmengen und Erlöse zu einem Umsatzanstieg bei. Die Absatzmengen im ersten Quartal des Vorjahres waren dabei durch einen pandemiebedingt verlängerten Wartungsstillstand am Standort Wanze deutlich beeinträchtigt.

Die Erlöse lagen im ersten Halbjahr über dem Vorjahreszeitraum und konnten im zweiten Quartal auch im Vergleich zu den Erlösen im ersten Quartal weiter gesteigert werden. Das operative Ergebnis blieb im Berichtszeitraum hingegen trotz gestiegener Erlöse und einem Absatzzuwachs mit 38 (Vorjahr: 51) Millionen Euro deutlich hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres zurück. Belastend wirkten neben deutlich höheren Rohstoffkosten auch die zuletzt auf ein Rekordniveau gestiegenen Energiepreise.

Segment Stärke mit Ergebnisverbesserung im zweiten Quartal

Im Segment Stärke konnte der Umsatz gesteigert werden und lag mit 449 (Vorjahr: 389) Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Umsatzzuwachs wurde insbesondere durch die erfreuliche Absatzentwicklung infolge der zunehmenden Auslastung der installierten Kapazitätserweiterungen sowie durch höhere Ethanolpreise unterstützt.

Das operative Ergebnis blieb hingegen mit 22 (Vorjahr: 25) Millionen Euro trotz einer Verbesserung im zweiten Quartal deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Dabei trugen insbesondere gestiegene Energiepreise und deutlich höhere Rohstoffkosten zu einer rückläufigen Marge bei. Zudem wirkten auch höhere Abschreibungen durch Investitionen in vorangegangenen Jahren zusätzlich ergebnisbelastend.

Segment Frucht zeigt gegenläufige Entwicklungen

Im Segment Frucht lag der Umsatz mit 633 (Vorjahr: 602) Millionen Euro moderat über dem Vorjahreswert. Dabei stieg der Umsatz bei Fruchtzubereitungen preis- und absatzbedingt an, dagegen ging der Umsatz mit Fruchtsaftkonzentraten preis- und mengenbedingt leicht zurück. Das operative Ergebnis ging moderat auf 28 (Vorjahr: 31) Millionen Euro zurück. Dabei führte bei den Fruchtzubereitungen der moderate Absatzzuwachs bei leicht höherer Marge zu einem deutlich angestiegenen Ergebnisbeitrag. Deutlich geringere Margen bedingt durch leicht niedrigere Erlöse bei höheren Kosten und insgesamt nur leicht rückläufiger Absatzmenge belasteten bei den Fruchtsaftkonzentraten die Ergebnisentwicklung.

Ergebnisprognose bestätigt

Der Konzern erwartet nun für das Geschäftsjahr 2021/22 einen Umsatz von 7,1 bis 7,3 (bisherige Prognose: 7,0 bis 7,2; Vorjahr: 6,7) Milliarden Euro. Dabei wird im Segment Zucker mit einem deutlichen Umsatzanstieg gerechnet. Im Segment Crop­Energies wird nunmehr eine Bandbreite zwischen 900 und 940 Millionen Euro (bisherige Prognose zwischen 855 und 905 Millionen Euro; Vorjahr: 774 Millionen Euro) gesehen. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht wird von einem moderaten Umsatzanstieg ausgegangen. Im neu ausgewiesenen Segment Stärke wird mit einer leichten Umsatzsteigerung gerechnet.

Das operative Konzernergebnis wird unverändert in einer Bandbreite zwischen 300 und 400 (Vorjahr: 236) Millionen Euro gesehen. Dabei wird im Segment Zucker mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite zwischen 0 und 100 Millionen Euro gerechnet. Im Segment Spezialitäten wird nun von einem operativen Ergebnis deutlich unter dem starken Vorjahresniveau ausgegangen (bisherige Prognose: moderater Rückgang; Vorjahr: 159 Millionen Euro).

Das operative Ergebnis im Segment CropEnergies wird nun in einer Bandbreite zwischen 65 und 90 Millionen Euro erwartet (bisherige Prognose zwischen 50 bis 80; Vorjahr: 107 Millionen Euro). Im neu ausgewiesenen Segment Stärke wird von einem deutlichen Ergebnisrückgang ausgegangen. Im Segment Frucht wird mit einer moderaten Ergebnissteigerung gerechnet.

Es ist davon auszugehen, dass die Impfquoten gegen Covid-19 mit großen regionalen Unterschieden weltweit kontinuierlich weiter steigen werden. In der Folge werden sich die wirtschaftlichen Auswirkungen voraussichtlich im Lauf der Zeit reduzieren. Dennoch bestehen auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen und Dauer nur schwer abschätzbar sind.
Pd
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