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15.11.2020 | 01:05 | Verbraucherschutz 

Hilft Lieferantenwechsel gegen hohe Strompreise?

Bonn - Viele Verbraucher in Deutschland bezahlen nach Berechnungen der Bundesnetzagentur zu viel für Strom und Gas, weil sie ihre teuren Grundversorgungstarife nicht kündigen.

Hohe Strompreise
Der Strompreis kennt in Deutschland meist nur eine Richtung: Es geht nach oben. Mittlerweile kostet eine Kilowattstunde deutlich mehr als 30 Cent. Es gibt aber Sparmöglichkeiten, sagt die Bundesnetzagentur. (c) proplanta

Allein durch einen Wechsel zu einem anderen Gaslieferanten könnten sie jährlich im Durchschnitt 240 Euro sparen, wie aus Zahlen für den neuen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Für Haushaltsstrom in der Grundversorgung hat die Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. April 2020 einen Durchschnittspreis von 33,8 Cent je Kilowattstunde ermittelt. Mehr als ein Drittel der Haushaltskunden hatte im vergangenen Jahr noch einen solchen teuren Vertrag. Schon durch einen anderen Vertrag beim örtlichen Stromversorger lasse sich eine deutliche Einsparung erreichen, betont die Behörde.

Das größte Sparpotenzial gebe es bei einem Wechsel zu einem Wettbewerber des örtlichen Lieferanten, da in diesem Fall der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde 31,2 Cent betragen habe. «Für einen Haushaltskunden mit einer jährlichen Abnahme von 3500 Kilowattstunden ergibt das eine durchschnittliche Ersparnis bei den Stromkosten von rund 90 Euro pro Jahr», betont die Netzagentur. Sonderbonifikationen wie Bonuszahlungen für Neukunden könnten diese Ersparnis von rund acht Prozent noch deutlich erhöhen.

Für Gaskunden gebe es aufgrund der größeren Mengen, die vor allem fürs Heizen benötigt werden, meist noch größere Einsparpotenziale. Auch hier sei der Grundversorgungsvertrag mit 6,99 Cent pro Kilowattstunde die teuerste Belieferungsart. Sie sei 2019 dennoch von rund einem Viertel der Gaskunden genutzt worden. Bei den Alternativanbietern habe der Durchschnittspreis nur 5,96 Cent je Kilowattstunde betragen. Durch einen Wechsel hätte ein Haushalt 240 Euro im Jahr sparen können, rechnet die Netzagentur vor. Auch in diesem Fall könnten Wechselprämien dazukommen.

Verbraucherschützer kritisieren seit langem die Preisgestaltung. «Viele Grundversorgungstarife sind preislich überhöht», sagte Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW. Zum Jahreswechsel gebe es beim Strom «in zahlreichen Netzgebieten Spielräume für Preissenkungen», weil die Beschaffungskosten der Versorger gesunken seien und die EEG-Umlage niedriger ausfalle. Die Bundesregierung hat den Beitrag der Verbraucher zur Förderung des Ökostroms auf 6,5 Cent im kommenden Jahr gedeckelt. In diesem Jahr liegt die EEG-Umlage bei 6,756 Cent.

Die Versorger verweisen darauf, dass sie zur Versorgungssicherheit Strom und Gas weit im Voraus einkaufen müssen und deshalb nicht kurzfristig niedrigere Börsenpreise weitergeben könnten. Außerdem müssten bei den Grundversorgungstarifen Forderungsausfälle durch säumige Zahler berücksichtigt werden. Der Grundversorger muss grundsätzlich jeden Haushaltskunden mit Strom oder Gas beliefern.

Der Abstand zwischen Grundversorgungs- und Alternativtarifen ist nach den Zahlen der Bundesnetzagentur in den vergangenen Jahren größer geworden. Beim Strom war demnach der Grundversorgungstarif 2010 gut 4 Prozent teurer, jetzt sind es rund 8 Prozent. Beim Gas wuchs der Abstand im gleichen Zeitraum von gut 9 auf über 17 Prozent.

Aber warum bleiben viele Haushalte den teuren Tarifen treu? Verbraucherschützer Sieverding nennt vier Gruppen: Für Verbraucher mit einem Schufa-Eintrag sei ein Wechsel nur bei wenigen Anbietern möglich. Es gebe aber auch Kunden, die sich durch die Formalitäten des Wechsels überfordert fühlten oder durch Insolvenzen von Anbietern abgeschreckt seien. Andere «wollten eigentlich schon längst mal wechseln, aber haben es noch nicht angepackt». Stadtwerke hätten aber auch Kunden, die bewusst ihrem traditionellen Versorger treu blieben, weil er Schwimmbäder, Vereine oder den Nahverkehr unterstützt.
dpa
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