Mittwoch, 08.02.2023 | 17:05:42
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
03.04.2021 | 00:02 | Fragwürdige Angebote 

Tierschutzbeauftragte warnt vor illegalem Handel mit Tieren im Netz

Düsseldorf - Vor fragwürdigen und unseriösen Angeboten beim illegalen Handel mit Tieren im Internet hat die Tierschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen gewarnt.

Illegaler Tierhandel?
(c) proplanta
Der vor Feiertagen wie Ostern wieder besonders boomende Online-Handel - insbesondere mit Hundewelpen - unterliege keiner Kontrolle und untergrabe den Tierschutz, sagte Gerlinde von Dehn laut einer Mitteilung vom Dienstag. «Kleinanzeigen-Potale im Internet sind gerade für den illegalen Tierhandel wichtige Umschlagplätze.»

Anonym oder auch unter falschem Namen böten Händlerinnen und Händler Hundewelpen vor allem beliebter Rassen zum Kauf an, warnte sie. Wer Hunde über bei unseriösen Online-Anbietern kaufe, unterstütze ein tierschutzwidriges System. Häufig seien die Tiere krank und durch Misshandlungen traumatisiert.

Es gebe viele fragwürdige Angebote, oft von Händlern aus Süd- oder Osteuropa. Um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten, lebten Zuchttiere wie Welpen oft unter tierschutzwidrigsten Bedingungen, so die NRW-Tierschutzbeauftragte. «Die Anonymität im Netz und der schnelle Zugriff sind ideale Bedingungen für die kriminellen Machenschaften im illegalen Tierhandel.»

Wichtige Kriterien beim Kauf seien die Rückverfolgbarkeit der Anbieter, Auffälligkeiten bei den Tier-Dokumenten, der Verkaufsort, ein marktüblicher Preis und der Zustand der Tiere. «Solange der Online-Handel mit Tieren noch keiner gesetzlichen Regulierung unterliegt, können wir den Machenschaften im illegalen Hundehandel im Internet nur durch Boykott Einhalt gebieten», so von Dehn. Die Tierärztin empfiehlt stattdessen den Besuch eines Tierheims: «Hier warten viele Hunde auf eine zweite Chance, sind schon tierärztlich untersucht und werden tierschutzgerecht betreut.»

Als illegalen Welpenhandel bezeichnet man den Handel mit Hunden, bei deren Aufzucht, Transport und Verkauf gegen die Vorgaben des Tierschutz- und/oder des Tiergesundheitsrechts verstoßen wird. Schätzungen zufolge werden pro Monat rund 50.000 Welpen zwischen den EU-Ländern gehandelt.
dpa/lnw
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Tierschutzfälle bei Heimtieren nehmen zu

 Mehr als die Hälfte der Amphibien- und Reptilienarten im Südwesten gefährdet

 Vorwürfe zu Tierschutz-Verstößen in Schweinemast vor Gericht

 Mehr Anzeigen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz in Hessen

 Fehlendes Personal gefährdet tierärztliche Notversorgung

  Kommentierte Artikel

 Holz ist ab 2030 keine nachhaltige Energiequelle mehr

 Wird das Mindesthaltbarkeitsdatum abgeschafft?

 Butterpreise geraten ins Rutschen

 Östliche EU-Staaten beklagen günstiges Getreide aus der Ukraine

 30 Prozent Ökolandbau spart Umweltkosten von 4 Milliarden Euro

 Energieminister erwartet Tausende neue Windräder in Niedersachsen

 Biokraftstoff-Ausstieg: Widerspruch zu Klimazielen der Bundesregierung?

 Kommunen sollen Anspruch auf Gewinn aus Windkraft bekommen

 Klimaschutzdebatte: FDP fordert von Grünen Offenheit für Kernenergie

 Kaufzurückhaltung belastet Gemüsebauern im Südwesten