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06.09.2021 | 03:46 | Tierproduktion 2021 

Borchert: Druck auf Tierhalter wird nicht nachlassen

Neumünster - Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert hat erneut für die Vorschläge des von ihm geleiteten Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung geworben.

Schweinemast 2021
Der ehemalige Landwirtschaftsminister drängt auf Umsetzung der Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung - Starke staatliche Förderpolitik für den Umbau der Tierhaltung nötig - Agrarökonom Schmitz wirbt für Agrarproduktion in der Gunstregion Deutschland - Leakage-Effekte sollen vermieden werden - Lendle: Branchenkommunikation muss besser abgestimmt und proaktiv sein. (c) proplanta

Die von nahezu allen politischen Parteien und Nichtregierungsorganisationen einhellig begrüßten Änderungen sollten in der neuen Legislaturperiode vorangetrieben und im neuen Koalitionsvertrag verbindlich verankert werden, forderte Borchert am Montag vergangener Woche (30.8) auf einer Vortragsveranstaltung im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS) in Neumünster.

„Der Druck auf die Tierhalter wird nicht sinken“, stellte der Ex-Minister klar. Bei Lösungen müsse die Politik vorangehen. Wenn eine Gesellschaft mehr Tierwohl über dem gesetzlichen Standard fordere, dafür aber nicht bezahlen wolle, sei ein starker Ausbau der zielorientierten staatlichen Förderpolitik erforderlich, so Borchert. Andernfalls provoziere man einen weiteren starken Strukturwandel.

Um eine Differenzierung am Markt zu ermöglichen, sprach sich der CDU-Politiker für die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels aus. Aber auch der Handel müsse sich zu deutscher Ware bekennen. Um bei der Finanzierung Verlässlichkeit zu gewährleisten, befürwortet Borchert separate Verträge zwischen Landwirten und Staat; zum einen für die Investitionskosten und zum anderen für die steigenden variablen Kosten.

Schmitz gegen Abbau der Tierproduktion



Der emeritierte Gießener Agrarökonom Prof. Michael Schmitz gab zu bedenken, dass solche Einzelverträge einen enormen bürokratischen Aufwand bedeuten könnten. Er habe Bedenken, ob eine auskömmliche finanzielle Honorierung der betrieblichen Mehrkosten und eine verbesserte Akzeptanz des Sektors in der Öffentlichkeit realisierbar seien.

Der Umbau der Tierhaltung sei auch kein Garant für eine dauerhafte gesellschaftliche Akzeptanz und „die Nichtregierungsorganisationen werden keine Ruhe geben“, so Schmitz. Er vermisse zudem eine stärkere wissenschaftliche Begleitung. Es sei nicht klar, wie eine Tierwohlprämie im Detail auf Konsum, Warenströme und Produktion wirke.

Der Marktexperte sprach sich für „eine ehrlichere Modellierung der Folgen eines Umbaus der Tierhaltung auf Basis geeigneterer Prognosemodelle“ aus. Zudem äußerte der Agrarökonom Skepsis gegenüber der Forderung, den Verbrauch und die Produktion tierischer Erzeugnisse hierzulande aufgrund vermeintlicher Gesundheits-, Umwelt- und Ressourcenvorteile deutlich zu verringern. Eine transparente Abwägung von Kosten und Nutzen sowie die Berücksichtigung von Leakage- und Reboundeffekten eines solchen Schrittes seien dringend geboten.

Schmitz machte zugleich deutlich, dass sich Deutschland als Gunstregion intensiver an der Welternährung beteiligen müsse und durch Extensivierung keine Treibhausgasemissionen in Drittländer verlagert werden dürften. Der BRS-Vorsitzende Georg Geuecke warnte davor, dass „Deutschland seine Ernährungssicherheit aufgibt, wenn wir die Tierhaltung weiter einstampfen“. Mit einer Umsetzung der Borchert-Vorschläge lasse sich das abwenden.

Positive Erzeugererfahrung



Über seine positiven Erfahrungen auf dem Weg zu mehr Tierwohl berichtete bei der Tagung Schweinehalter Jörg Struve. Er habe sich beim Bau eines Tierwohlstalls der Haltungsstufe III an den Forderungen des Beirats des Bundeslandwirtschaftsministeriums orientiert, der bereits 2015 „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ skizziert habe.

Die mehr auf das Tierwohl ausgerichtete Produktion habe ihm Vermarktungswege mit deutlichen Mehrerlösen ermöglicht, berichtete Struve. Diesen Weg wolle er weitergehen, wünsche sich dabei aber Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit und den Erhalt des Standorts garantierten. Mehr in Tierwohl investiert hat auch der Milchviehhalter Michael Petersen. Ausschlaggebend dafür sei eine erfolgreiche Bewerbung um Fördermittel aus dem Agrarinvestitions-Förderprogramm Schleswig-Holstein gewesen.

„Ohne diese Förderung wird es für Betriebe schwer, derartige Investitionen zu stemmen, zumal der volatile Milchmarkt ein hohes Risiko berge“, so der Betriebsleiter. Die finanzielle Sicherheit durch Fördermittel erleichtere die Entscheidung zu Gunsten von mehr Tierwohl deutlich.

Der Geschäftsführer der AFC Consulting Group, Dr. Michael Lendle, riet der Branche, ihre Kommunikation besser abzustimmen und zu vernetzen. Dabei müsse nicht nur der unterschiedliche Informationsbedarf relevanter Zielgruppen proaktiv berücksichtigt werden, sondern auch die darauf abgestimmten Instrumente. Lendle warb für mehr Mut, laut zu kommunizieren und Verbrauchergruppen positive Botschaften zu vermitteln.
AgE
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