Mittwoch, 01.12.2021 | 20:52:00
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
24.10.2021 | 02:19 | Milchmarkt 

EU-Kommission erwartet nur geringes Milchmengenwachstum

Brüssel / Bonn - In ihrer Herbstprognose geht die EU-Kommission bis Ende 2022 nur von einer moderaten Zunahme der Milcherzeugung in der Gemeinschaft aus.

Milchverarbeitung
Behörde sagt moderaten Anstieg der EU-Milcherzeugung bis Ende 2022 voraus - Kuhbestand dürfte weiter sinken - Milcherzeugerpreisanstieg soll im Winter verhalten ausfallen - Dagegen sprechen laut Analysten Preise für Milchprodukte auf sehr hohem Niveau - Notierungen für Butter und Käse in Deutschland angehoben - Milchpulver erneut teurer gehandelt - Preise an der GDT weiter angezogen. (c) proplanta

Die Brüssler Analysten erwarten, dass die Rohmilchanlieferungen an die Molkereien in den Mitgliedstaaten 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 400.000 t oder 0,3 % auf 145,8 Mio t wachsen; im kommenden Jahr soll ein Anstieg um 900.000 t oder 0,6 % auf 146,7 Mio t erfolgen. Hierbei unterstellt die Kommission, dass die Milchkuhbestände weiter rückläufig sind, und zwar um 0,8 % in diesem Jahr und 0,9 % im nächsten.

Bei der Zählung im Mai und Juni 2021 in den 13 wichtigsten Produzentenländern hatte die Milchkuhherde allerdings binnen Jahresfrist um 1,3 % abgenommen. Die geringere Tierzahl soll durch weitere Produktivitätsfortschritte mehr als ausgeglichen werden. Diese werden für dieses Jahr auf 1,3 % und 2022 auf 1,5 % veranschlagt, womit die durchschnittliche Milchleistung je Kuh auf 7.713 kg steigen würde. Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass die hohen Kosten für Zukauffutter die Steigerungsraten bei der Produktivität bereits gemindert hätten; 2019 hatte diese Rate noch bei 2,8 % gelegen.

Etwas überraschend geht die Kommission davon aus, dass der saisonale Anstieg der Milcherzeugerpreise über den Winter „begrenzt ausfallen“ dürfte. Sie begründet das mir einer voraussichtlich nachlassenden Nachfrage in China sowie in anderen „preissensiblen Märkten“, bei gleichzeitig saisonal zunehmender Milcherzeugung in der EU.

Nach den zuletzt verfügbaren Daten lag der mittlere EU-Milcherzeugerpreis im August bei 36,40 Cent/kg und damit um 10,0 % über dem Vorjahresniveau. Der Butterpreis übertraf das Augustniveau von 2020 jedoch um 15,8 %, Magermilchpulver um 19,0 % und Gouda um 6,4 %. Seitdem sind die Preise für Standardmilchprodukte weiter kräftig gestiegen, teilweise auf mehrjährige Höchststände.

Da die Milcherzeugerpreise erst mit zeitlicher Verzögerung folgen, Milchprodukte auch international teurerer geworden sind und das Rohstoffangebot meist als knapp beschrieben wird, besteht laut Experten durchaus die Möglichkeit für einen kräftigeren Anstieg der Milcherzeugerpreise in den nächsten Monaten. 

Butter und Käse teurer



In Deutschland setze sich in dieser Woche der Preisauftrieb bei den Standardmilchprodukten weiter fort. Die anhaltend unter dem Vorjahresniveau liegenden Milchanlieferungen bei guter Nachfrage am Produktmarkt machten es möglich. So war Blockbutter am Markt begehrt, aber nur knapp verfügbar.

Die Süddeutsche Butter- und Käsebörse setzte die Notierung am Mittwoch (20.10.) im Mittel um 15 Cent auf 4,70 Euro/kg bis 5,00 Euro/kg herauf. Erstmals seit drei Jahren stand damit wieder eine Fünf vor dem Komma des oberen Notierungswertes. Bei der Päckchenbutter wurde der obere Spannenwert sogar um 27 Cent auf 4,87 Euro/kg nach oben korrigiert; der untere Wert blieb wegen der noch geltenden Kontraktbindung jedoch mit 4,14 Euro/kg unverändert. Dies dürfte sich bei den gerade laufenden Kontraktverhandlungen ändern, die am Monatsende abgeschlossen sein werden.

Der Blockbutterpreis liegt, gemessen am Spannenmittel, gegenwärtig um fast 40 % über dem Vorjahresniveau; bei Päckchenbutter sind es nur 22 %. Gemäßigter ging es bei den Käsenotierungen nach oben, obwohl auch hier die Bestände knapp und der Bedarf in allen Absatzkanälen zuletzt recht groß war.

Die Kommission in Hannover hob die amtliche Spanne für Gouda und Edamer als Brot- und Blockware um jeweils 5 Cent auf 3,45 Euro/kg bis 3,60 Euro/kg an. Bei der Käsespezialität Emmentaler aus Rohmilch legte die Notierung in im Schnitt um 20 Cent auf 5,50 Euro/kg bis 6,30 Euro/kg zu.

Rally am Milchpulvermarkt



Am Milchpulvermarkt müssen die Käufer bereits seit August wöchentlich mehr oder weniger starke Aufschläge bezahlen. Insbesondere Magermilchpulver ist so knapp, dass kaum mehr freie Ware für dieses Jahr verfügbar ist. Dies machte sich diese Woche laut Kemptener Börse in einem Anstieg um 8 Cent auf 2,88 Euro bis 3,00 Euro des Verkaufspreises für das Kilogramm lebensmitteltaugliche Ware bemerkbar. Sogar um 10 Cent auf 2,83 Euro/kg bis 2,90 Euro/kg erhöhte sich der Preis bei Abgabe an die Futtermittelindustrie. Binnen Jahresfrist hat sich Magermilchpulver um mehr als ein Drittel verteuert.

Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) ist auch das Angebot an Vollmilchpulver sehr begrenzt. Die Herstellung sei bei den aktuellen Preis-Kosten-Relationen nicht lukrativ, weshalb wenig Ware, oft im Auftrag, produziert werde. Laut der Kemptener Börse zogen die Preise vergangene Woche zwischen 5 Cent und 10 Cent an; das Pulver wurde in einer Spanne von 3,55 Euro/kg bis 3,65 Euro/kg gehandelt.

Nicht ganz so rasant war zuletzt der Wertanstieg für Molkenpulver. Das Kilogramm lebensmitteltaugliche Ware wurde unverändert zwischen 1,05 Euro und 1,13 Euro abgegeben; die Futtermittelware zog im Schnitt um 2 Cent auf 1,01 Euro bis 1,03 Euro an. Gemessen am Vorjahrespreis hat sich Molkenpulver in Futtermittelqualität mit 45,7 % aber vergleichsweise stark verteuert; bei der Lebensmittelware wurde ein Preisanstieg von einem Drittel verzeichnet.

GDT-Index so hoch wie zuletzt 2013



Auch am Weltmarkt tendierten die Preise weiter fest. Bei der Auktion der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) ging es am Dienstag (19.10.) mit dem gewichteten Index der sechs gehandelten Standardmilchprodukte gegenüber der Versteigerung von Anfang Oktober um 2,2 % nach oben. So hoch war der Index zuletzt 2013 in einem Herbst; alle Milchprodukte konnten bei der Versteigerung zulegen.

Besonders deutlich war dies bei Butter der Fall; im Durchschnitt aller gehandelten Kontrakte stieg der Preis um 4,7 % auf 5.111 $/t (auf 4.405 Euro). Das Fetterzeugnis war damit um 39,0 % teurer als vor einem Jahr. Bei Cheddarkäse wurde mit einem Aufschlag von 2,9 % auf 4.426 $/t (3.618 Euro) nur knapp das bisherige Jahreshoch verfehlt. Nur knapp unter einem neuen Mehrjahresrekord blieb der Erlös für Magermilchpulver.

Die Anbieter aus Europa, den USA und Fonterra in Neuseeland konnten das Pulver bei der jüngsten Handelsrunde im Mittel aller Qualitäten und Liefertermine für 3.401 $/t (2.931 Euro) verkaufen; das waren 2,5 % mehr als vor zwei Wochen und 19,3 % mehr als vor zwölf Monaten. Für Vollmilchpulver kletterte der Preis gegenüber Anfang Oktober um 1,5 % auf 3.803 $/t (3.277 Euro); im Vorjahresvergleich war das ein Plus von 25,2 %.

Aufgrund der positiven Entwicklung hob die neuseeländische ASB-Bank ihre Prognose für den durchschnittlichen Jahresmilchpreis 2021/22 auf 8,75 NZ$ (5,32 Euro) je Kilogramm Milchfeststoff an; das wäre ein neuer Rekord für Neuseeland.

Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8618 Euro, 1 NZ$ = 0,6084 Euro
AgE
Großhandelspreise für  Milchprodukte in DeutschlandBild vergrößern
Großhandelspreise für Milchprodukte in Deutschland
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Rohstoffwert Milch erstmals über 50-Cent-Marke

Rohstoffwert für Milch erstmals über 50-Cent-Marke

Globaler Milchmarkt: Preisniveau so hoch wie seit Jahren nicht mehr

Weniger Rohmilch verarbeitet

Biomilcherzeugung nicht kostendeckend

  Kommentierte Artikel

Schweinepestgeschehen bleibt kritisch

Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt?

Umweltverband BUND fordert bessere Einkommen für Landwirte

Lage in Sachsen-Anhalts Wäldern bleibt ernst

Söder will 2G in Bayern soweit irgendwie möglich

Landes-Bauernverband fordert: Echten Schweinepest-Krisenstab einrichten!

Nach Riss von Ponys: Ministerium prüft Möglichkeit des Wolfabschusses

Weltklimagipfel: Reduktion des Methan-Ausstoßes beschlossen

Geflügelpest: Stallpflicht für Geflügel größerer Betriebe in Ställe in Teilen von MV

Gelbes Band rettet Obst vor dem Verderb

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt