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16.01.2022 | 13:04 | Milchpreis 
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Trinkmilchpreise steigen kaum

Bonn - Die Kontraktverhandlungen der Molkereien mit ihren Abnehmern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) haben im Segment der „weißen Linie“ offenbar nur zu einem moderaten Anstieg der Abgabepreise geführt.

Trinkmilch
Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel bringen wohl nur moderate Aufschläge - Bei Aldi wird Trinkmilch um 3 Cent teurer. (c) proplanta
Wie der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete, hat der Discounter Aldi Anfang vergangener Woche die Preise für einen Liter Trinkmilch seiner Eigenmarken um 3 Cent erhöht und verlangt für die Vollmilch nun 83 Cent, für die fettarme Variante 75 Cent. Zuletzt waren die Preise für Konsummilch im Juli 2021 um 1 Cent/l gestiegen.

Aus Sicht des VMB wäre angesichts der Marktlage „ein viel deutlicherer Preissprung“ zu erwarten und für die Milcherzeuger aufgrund der stark erhöhten Produktionskosten auch „existenziell nötig“ gewesen. Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Hubertus Beringmeier, übte scharfe Kritik an dem Abschluss und sprach von „einem Schlag ins Gesicht der Milchbauern“.

Die Ergebnisse der Kontraktverhandlungen bewegten sich fernab jeglicher Marktrealität, auf die sich der LEH in Phasen sinkender Nachfrage immer so gerne berufe. „Für die Milchviehbetriebe, deren Kosten für Betriebsmittel, Energie und Kraftfutter in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen sind, bleibt so kaum Luft zum Atmen“, monierte Beringmeier.

WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier sieht darin ein vertrautes Muster: „Die Supermarktketten wollten so höhere Einkaufspreise vermeiden und hatten auf eine Trendwende am Milchmarkt gehofft“. In diesem Jahr zeige sich dieses Verhalten erneut. Trotz einer historisch guten Marktlage übe der Handel einen „erpresserischen Druck“ auf die Molkereien aus.

Kaum Magermilchpulver im Angebot

Ganz anders sah Anfang 2022 die Lage bei Milchpulver aus, denn die Preise stiegen nach Wiederaufnahme der Geschäfte auf neue Rekordhöhen. Nach Angaben der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten ließ sich Magermilchpulver in Lebensmittelqualität in der vergangenen Woche zwischen 3,45 Euro/kg bis 3,53 Euro/kg verkaufen; das waren im Spannenmittel 9 Cent mehr als in der Vorwoche. Zuletzt war im August 2007 solch ein hohes Preisniveau zu verzeichnen.

Fast gleichauf lag die Futtermittelware, die mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 14,5 Cent je Kilogramm zwischen 3,44 Euro und 3,48 Euro gehandelt wurde. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gab es von der Lebensmittelindustrie in der Europäischen Union wie auch von Drittlandskunden ein ungebrochenes Kaufinteresse.

Doch sei der Markt für freie Partien praktisch leergefegt und die Ware meist schon verkauft. Zwar stiegen die Milchanlieferungen saisonal wieder an; sie blieben aber weiterhin deutlich unter der Vorjahreslinie. Eine größere Produktionsausdehnung bei Magermilchpulver sei aufgrund des knappen Rohstoffangebots und des Bedarfs für die Käseherstellung nur schwer möglich. Auch in den USA hat laut ZMB in den vergangenen Monaten die Produktion nachgelassen.

Vollmilchpulver teuer wie nie

Auf noch nie dagewesene Höhen kletterten zuletzt die Preise für das ebenfalls nur knapp verfügbare Vollmilchpulver. Kunden mussten für die Ware zwischen 4,23 Euro/kg und 4,40 Euro/kg zahlen, womit Aufschläge gegenüber der Vorwoche von 5 Cent bis 8 Cent fällig wurden. Binnen Jahresfrist hat der Handelswert des Vollmilchpulvers um 55 % zugenommen.

Nur begrenzt vorhanden war in der vergangenen Woche auch Molkenpulver. Insbesondere das Angebot bei Futtermittelware fiel laut ZMB gering aus; die Preise legten im Mittel um 8 Cent auf eine Spanne von 1,22 Euro/kg bis 1,27 Euro/kg zu. Damit waren die Futtermittelqualitäten fast so teuer wie die lebensmitteltaugliche Ware, deren Preise für das Kilogramm zuletzt um 4 Cent auf 1,25 Euro bis 1,30 Euro zulegten.

Preis für Päckchenbutter stabil

Weitgehend nivelliert hat sich Anfang 2022 auch der Preisunterschied zwischen Block- und Päckchenbutter bei der Abgabe an den Großhandel oder den Lebensmitteleinzelhandel. Laut Kemptener Börse hat sich Nachfrage für die lose Ware im 25-kg-Block belebt. Die entsprechende amtliche Notierung im Allgäu wurde am vergangenen Mittwoch am unteren Spannenende um 6 Cent auf 5,81 Euro/kg angehoben; der obere Wert blieb mit 5,90 Euro/kg unverändert.

Bei der Päckchenbutter war laut Analysten nach dem Jahreswechsel eine gewisse Abschwächung der Verkaufsmengen festzustellen, doch ging die Ware laut Börse in einem für die Jahreszeit normalen Umfang in den Markt. Die stark von bestehenden Lieferkontrakten beeinflusste Notierung für abgepackte Butter blieb in den Grenzen von 5,78 Euro/kg bis 5,94 Euro/kg stabil.

Wenig Käse auf Lager

Bei Emmentaler aus Rohmilch war das Meldeaufkommen so gering, dass keine Notierung erfolgte. Normaler Emmentaler und Viereckhartkäse ließen sich dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge gut absetzen; die Notierung bewegte sich aber nicht. Bei Schnittkäse waren laut Kemptener Börse die Bestellmengen des Lebensmittelhandels und anderer Käufer auch nach den Feiertagen vergleichsweise umfangreich.

Gleichzeitig seien die Lagerbestände gering, und die Produktion könne aufgrund des Rohstoffmangels nicht ohne Weiteres hochgefahren werden. Die Preise tendierten deshalb fest. Die Notierung in Hannover für Gouda und Edamer als Blockware wurde am vergangenen Mittwoch zwischen 10 Cent und 15 Cent auf 4,00 Euro/kg bis 4,25 Euro/kg angehoben.
AgE
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Kommentare 
Arnold Krämer schrieb am 16.01.2022 15:21 Uhrzustimmen(19) widersprechen(2)
Wen wundert das? Der Landwirt bleibt Restgeldempfänger. Die Molkereien decken zuerst ihre eigenen Kostensteigerungen bei Energie, Personal etc. ab, bevor sie dem Rohstofflieferanten mehr Geld geben.
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